Zum Inhalt springen

Lamborghini: Aventador-Nachfolger bleibt V12 und wird Plug-in-Hybrid

Grüner Lamborghini Aventador Sportwagen in moderner, weiß-grauer Ausstellungsumgebung auf reflektierendem Boden.

Vor einigen Monaten hatte Lamborghini mit dem Plan „Direzione Cor Tauri“ bereits die Richtung vorgegeben. Nun hat CEO Stephan Winkelmann den Blick auf die nächsten Schritte der Marke aus Sant’Agata Bolognese weiter geöffnet.

Im Gespräch mit dem britischen Magazin Autocar sprach Winkelmann zunächst über den Nachfolger des Aventador, dessen Debüt für 2023 vorgesehen ist.

Lamborghini Aventador-Nachfolger: V12 als Plug-in-Hybrid

Wie bereits erwartet, hält das kommende Modell am V12 fest, wird diesen aber elektrifizieren. Anders als beim Sián erfolgt die Elektrifizierung jedoch nicht über einen Superkondensator: Der neue Supersportwagen ist als Plug-in-Hybrid ausgelegt.

Warum Batterien statt Superkondensator?

Auf die Frage, weshalb Lamborghini den Superkondensator gegen konventionelle Batterien tauscht, erklärte Stephan Winkelmann: „Ein Superkondensator ist aus unserer Sicht eine Übergangstechnologie, die die Anforderungen, die wir künftig an die Reduzierung von Emissionen haben, nicht erfüllt.“

„In 2023/2024“, so Winkelmann weiter, „werden wir unsere gesamte Modellpalette hybridisieren, um die CO2-Emissionen bis 2025 um bis zu 50% zu senken. Das könnte ein Superkondensator nicht leisten. Ich denke, die Hybridisierung ist eine gute Lösung“.

Das letzte Kapitel einer Ära

Auch wenn Winkelmann betonte, dass die Elektrifizierung für Lamborghini nicht das Ende einer Ära bedeute und er den Wandel eher als evolutionäre Entwicklung versteht, ist der Abschied von der aktuellen Aventador-Generation zweifellos ein historischer Einschnitt für die von Ferruccio Lamborghini gegründete Marke.

Denn der Aventador wird das letzte Strassenmodell der italienischen Marke sein, das einen frei atmenden V12 ohne jede Form von Unterstützung fährt – in diesem Fall ohne elektrische Hilfe. Zugleich ist er „einfach“ das erfolgreichste Lamborghini-Modell mit V12-Motor.

Nicht zuletzt deshalb entstand eine besondere Abschiedsversion: der Aventador LP 780-4 Ultimae, über den wir vor einigen Wochen berichtet hatten. Winkelmann beschrieb ihn so: „der Ultimae ist der letzte seiner Art. Das ist etwas ganz Besonderes. Er ist limitiert, deshalb werden unsere Kunden ihn zu schätzen wissen“.

Elektrifizieren ist gesetzt – synthetische Kraftstoffe eher nicht

Neben der Hybridisierung des V12 ist ein weiterer Schritt für Lamborghini besonders bedeutend: Winkelmann bestätigte die Einführung des ersten rein elektrischen Modells der Marke.

Allerdings soll es entgegen früheren Gerüchten kein SUV werden, sondern ein GT 2+2. Wie das Fahrzeug am Ende genau ausfällt, bleibt offen – wird es ein Coupé oder doch eine Limousine, ähnlich wie das Concept Estoque aus dem Jahr 2008?

Huracán und Urus: Zeitplan bis 2024

Was den Huracán und die Zukunft seines frei atmenden V10 betrifft, hielt sich Winkelmann bedeckt. Er verwies lediglich darauf, dass bis zur vollständigen Hybridisierung der Modellpalette, die für 2024 geplant ist, noch Zeit vergehe.

Entsprechend blieb seine Aussage allgemein: „Es ist noch ein bisschen früh, darüber zu sprechen. Wir konzentrieren uns auf 2021 (…) In 2022 werden wir zwei neue Modelle vorstellen, basierend auf dem Huracán und dem Urus, und danach werden wir in 2023 und 2024 die gesamte Palette hybridisieren“.

Zum Schluss wurde Winkelmann gefragt, ob synthetische Kraftstoffe dem frei atmenden V12 einen Verzicht auf Elektrifizierung ermöglichen könnten. Seine Antwort fiel eindeutig aus: „Meiner Meinung nach nicht. Wir gehen in Richtung Hybridisierung, und das ist besser als nur ein Saugmotor – wir haben den Höhepunkt dieser Motoren erreicht. Die Kombination aus beidem ist besser als nur ein Motor“.


Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen