Mercedes-Benz hat auf der diesjährigen Messe in München den Concept EQG enthüllt – eine Studie, die einen klaren Ausblick auf den kommenden elektrischen Klasse G gibt, der 2024 offiziell vorgestellt werden soll.
Einen Mythos wie den Geländewagen zu elektrifizieren, ist zwangsläufig heikel: Schließlich handelt es sich um einen der letzten kompromisslosen Offroader, mit inzwischen über 40 Jahren Historie und mehr als 400.000 verkauften Exemplaren.
Gerade deshalb wirkt der Ansatz der Marke aus Stuttgart konsequent. Schon die Gesamterscheinung des Prototyps macht deutlich, dass hier bewusst so viel wie möglich vom bekannten Konzept erhalten bleiben soll – und gleichzeitig ist unverkennbar, dass der Concept EQG als weiteres Modell der EQ-Familie positioniert wird.
Exterieur des Mercedes-Benz Concept EQG: vertrautes Klasse-G-Design mit EQ-Akzenten
Viele typische Merkmale des Klasse G wurden für den Concept EQG übernommen, um das Modell-Gen nicht zu verwässern.
Vorn fallen vor allem die ikonischen runden LED-Scheinwerfer ins Auge. Anstelle des klassischen Kühlergrills sitzt eine hochglänzend schwarze Fläche mit beleuchtetem Mercedes-Benz Stern. Ergänzt wird das Ganze von einem umlaufenden, ebenfalls leuchtenden Muster, das dem Auftritt eine noch prägnantere Lichtsignatur verleiht.
In der Seitenansicht bleibt die Nähe zum aktuellen Klasse G besonders groß. Auffällig sind der zweifarbige Lack – glänzendes Aluminium unterhalb der Fensterlinie und hochglänzendes Schwarz darüber – sowie 22-Zoll-Felgen. Dazu kommt eine Beleuchtung in den Außenspiegeln, die mit weiteren LED-Elementen an der Front, am Dach und am Heck zusammenspielt.
Heck und Details: Kabel statt Reserverad
Das markanteste Merkmal am Heck ist die Box, die beim Concept EQG nicht mehr dazu dient, ein Reserverad zu „verstauen“, sondern die Ladekabel aufnimmt.
Außerdem besitzt die Studie ein drittes Bremslicht, das sehr hoch positioniert ist – oberhalb des Dachs.
Vom Innenraum hat Mercedes-Benz keine Bilder gezeigt. Gleichzeitig nennt die Marke bereits Eckpunkte zum späteren Serienmodell: Es entsteht auf Basis derselben Plattform wie der Klasse G mit Verbrennungsmotor.
Entwicklung und Offroad-Anspruch des elektrischen Klasse G
Unabhängig vom Antrieb will Mercedes-Benz die Offroad-Qualitäten bewahren, die den Klasse G seit jeher auszeichnen – und beim EQG soll diese Messlatte genauso hoch liegen.
Damit die Serienversion überhaupt das „G“ im Namen tragen darf – auch wenn es künftig mit dem EQ-Kürzel für die Elektrobaureihe kombiniert wird – muss sie alle Prüfungen am österreichischen Schöckl bestehen. Der Berg liegt nur wenige Kilometer von Graz entfernt, wo der Klasse G gebaut wird.
Der Schöckl dient seit Generationen als Testarena für den Klasse G und spielt auch bei der Entwicklung des zukünftigen EQG eine zentrale Rolle.
Vier Motoren, einer pro Rad
Unter der kantig-eleganten Hülle bleibt die technische Grundarchitektur erhalten: ein Leiterrahmen (Chassis mit Längs- und Querträgern) in Kombination mit einer unabhängigen Vorderradaufhängung und einer starren Hinterachse.
Neu ist, dass diese Konstruktion ein Batteriepaket sowie vier Elektromotoren aufnehmen kann – jeweils einen pro Rad. Jeder Motor soll separat ansteuerbar sein, was im Gelände eine besonders wirkungsvolle Drehmomentverteilung ermöglicht.
Zusätzlich stellt die Marke aus Stuttgart ein Zweigang-Getriebe in Aussicht. Eine der Übersetzungen ist speziell auf maximale Effizienz und Traktion abseits befestigter Wege ausgelegt: Es gibt einen langen und einen kurzen Gang – im Prinzip wie eine Untersetzung.
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