Der nachhaltige Flugkraftstoff (SAF, Abkürzung aus dem Englischen) rückt weltweit immer stärker in den Fokus, weil er als eine der wichtigsten Optionen gilt, um die CO₂-Emissionen des Luftverkehrs zu senken. Vor dem Hintergrund internationaler Dekarbonisierungsziele und einer wachsenden Nachfrage nach Kraftstoffen mit niedrigem CO₂-Fussabdruck verfügt Brasilien über günstige Voraussetzungen, um die Herstellung dieser Lösung auszuweiten – insbesondere über den ethanolbasierten Produktionspfad.
FenaBio-Panel zu SAF in Brasilien
Zu den Schwerpunkten der FenaBio, einer Konferenz am 12. und 13. August im Rahmen der 32. Ausgabe der Fenasucro & Agrocana in Sertãozinho im Landesinneren des Bundesstaats São Paulo, zählt auch dieses Thema. In einem Panel kommen Unternehmensverantwortliche und Fachleute zusammen, um Herausforderungen und Chancen der SAF-Produktion in Brasilien zu erörtern. Mit dabei sind Gilberto Peralta, Präsident von Airbus Brasil, sowie José Magalhães Fernandes, Präsident von Honeywell in Lateinamerika. Die Teilnahme der beiden Führungskräfte unterstreicht, wie stark das Interesse der Luftfahrtindustrie an den Möglichkeiten rund um nachhaltige Kraftstoffe – und am brasilianischen Produktionspotenzial – weiter zunimmt.
Die Debatte bei der FenaBio findet zudem in einem Umfeld statt, das von wachsenden Investitionen und steigendem Interesse an verschiedenen SAF-Herstellungswegen geprägt ist. Diskutiert werden unter anderem: die Hürden beim Ausbau des Kraftstoffangebots, technologische Fortschritte sowie Chancen für Brasilien, seine Position in diesem Segment weiter zu stärken.
Für Paulo Montabone, Direktor der Fenasucro & Agrocana, fällt der Austausch in eine strategisch wichtige Phase für den brasilianischen Bioenergiesektor. „SAF ist eine Chance, den Beitrag der Bioenergie zur Energiewende weltweit zu erhöhen. Die FenaBio wurde genau mit dem Ziel ins Leben gerufen, diese Verbindungen zwischen Wissen, Technologie, Investitionen und Geschäften zu fördern und die wichtigsten Akteure zusammenzubringen, die am Aufbau dieser neuen Wertschöpfungsketten beteiligt sind“, sagt er.
Projekte und Investitionen: JetBio in Paulínia (SP)
Dass diese Agenda an Dynamik gewinnt, zeigt sich auch in Vorhaben in verschiedenen Teilen des Landes. Ein Beispiel ist die Initiative von JetBio (aus der Summit Agricultural Group): Das Unternehmen hat die Reservierung einer Fläche in Paulínia (SP) bekanntgegeben, auf der eine grossskalige Bioraffinerie entstehen soll, die SAF über die Alcohol-to-Jet-Route herstellt. Das Projekt wird auf rund 2 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll voraussichtlich etwa 1 Milliarde Liter pro Jahr produzieren.
Fenasucro & Agrocana
Als weltweit grösste Messe mit Fokus auf die Wertschöpfungskette der Bioenergie anerkannt, soll die 32. Ausgabe der Fenasucro & Agrocana im Jahr 2026 Besucherinnen und Besucher aus mehr als 80 Ländern zusammenbringen. Erwartet werden ausserdem über 600 ausstellende Marken – darunter die wichtigsten nationalen und internationalen Hersteller von Anlagen, Lösungen und Technologien für die Produktion von Biokraftstoffen und sauberer Energie. Die von RX veranstaltete Messe, mit exklusiver Unterstützung von CEISE Br, hat sich als zentrale Plattform etabliert, die die Zulieferindustrie mit den Käuferinnen und Käufern aus dem Bioenergiesektor vernetzt.
Parallel zur Messe ist für 2026 auch der 13. Lateinamerikanische ATALAC-Kongress geplant – eine internationale Veranstaltung, die Fachleute aus Lateinamerika und der Karibik zusammenführt und von der STAB (Sociedade dos Técnicos Açucareiros e Alcooleiros do Brasil) organisiert wird.
Informationen der Organisation der FenaBio
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