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Starway SUV City im Test: komfortables E-Bike mit Automatik-Unterstützung

Weißes Elektro-SUV Starway steht in modernem Raum neben Ladestation bei Tageslicht.

Manche Produktnamen lassen einen erst einmal stutzen. „SUV“ gehört definitiv dazu. Beim Auto denkt man sofort an zwei Tonnen Blech und eine saftige Umweltabgabe. Beim E-Bike hat das Kürzel zum Glück einen deutlich angenehmeren Klang: Es steht eher für Komfort und Vielseitigkeit. Kurzum: Das Starway SUV City ist alles andere als ein Panzer. Hier kommt unser Test.

Das Rad wird in der Region Tours entwickelt und montiert und verspricht in einem übervollen Markt etwas Ungewöhnliches: fahren, ohne je schalten zu müssen, ohne eine Kette zu fetten und ohne gross nachzudenken. Die Unterstützung arbeitet zu 100 % automatisch, der Antrieb läuft über einen Riemen, und beim Komfort soll es ebenfalls stimmen. Als Extra sind drei Jahre Diebstahlversicherung bereits im Preis enthalten.

Das klingt auf dem Papier verlockend. Letztes Jahr hatte ich bereits mehrere Wochen das Starway Urban II im Alltag – die „Hausphilosophie“ ist mir also nicht fremd. Entscheidend bleibt: Wie schlägt sich das Konzept jeden Tag, mit meinen 110 kg auf dem Sattel?

Makellose Verarbeitung

Schon der erste Eindruck ist richtig stark. Die Schweissnähte des Aluminiumrahmens sind so sauber verschliffen, dass man sie fast suchen muss. Der Lack (bei meinem Testrad grün, ausserdem in Blau und Lila erhältlich) wirkt hochwertig, ohne aufdringlich zu sein. Insgesamt sitzt der Aufbau, und auch die kleinen Details sind sorgfältig umgesetzt. Man merkt, dass hier mit Anspruch montiert wird – bei Starway kommt das nicht von ungefähr.

Eine Eigenheit, die ich vom Urban II wiedererkenne: Das Bedienteil („Satellit“) sitzt rechts am Lenker. Fast alle Mitbewerber platzieren es links, damit der Daumen frei bleibt, während man mit rechts bremst. Hier ist es umgekehrt. Ein K.-o.-Kriterium ist das nicht – nach einer Ausfahrt hat man sich umgewöhnt –, aber es ist so eine Entscheidung, die zunächst irritiert. Wer von einem anderen Rad umsteigt, braucht womöglich kurz Eingewöhnung.

Was im wörtlichen Sinn ins Gewicht fällt, ist der Wert auf der Waage: 28 kg inklusive Akku (25 kg ohne). Während der Fahrt wirkt das kaum störend – der Schwerpunkt liegt tief, und das Bike rollt willig. Sobald man es aber tragen muss, sieht die Sache anders aus.

Equi-Motion: automatisches Fahren ganz ohne Gänge

Starway stattet seine E-Bikes mit der hauseigenen Equi-Motion-Technologie aus. Hinter dem Namen steckt eine Unterstützung, die sich in Echtzeit an deine Leistung und an das Gelände anpasst. Man wählt einen von drei Modi (Eco, Komfort oder Sport), und den Rest regelt das System. Kein Nachjustieren am Drehregler bei jedem Anstieg: Wird es steil, steigt die Hilfe; geht es wieder bergab, nimmt sie ab.

Wichtig ist eine Klarstellung: Equi-Motion ist keine automatische Schaltung. Das SUV City braucht so etwas nicht, weil es schlicht keine Gänge hat. Starway beschreibt es als Singlespeed mit Riemenantrieb. Automatisiert ist also die Dosierung der elektrischen Unterstützung – nicht das Übersetzungsverhältnis. Das klingt nach Haarspalterei, macht im Alltag aber einen spürbaren Unterschied. Während ein Automatikantrieb mit Variator gelegentlich „nach dem richtigen Gang sucht“ und dabei kurz verzögert, kennt das SUV City dieses Zögern nicht: Es fährt mit einem einzigen Übersetzungsverhältnis und legt die Motorleistung darüber. Das Ergebnis ist verblüffend einfach – exakt für alle gedacht, die sich fortbewegen wollen, ohne zu schwitzen oder nachdenken zu müssen.

Der Hecknabenmotor ist mit 65 Nm angegeben – ein guter Wert für einen Motor in der Hinterradnabe. Im Einsatz wirkt die Unterstützung direkt, fast schon grosszügig. Für Situationen wie das Anfahren am Berg gibt es zudem eine Booster-Funktion, die den Start ohne Kraftakt erleichtert.

Federgabel, gefederte Sattelstütze und Riemen: das Trio für einen entspannten Rücken

Komfort gehört zu den tragenden Säulen des Starway-Konzepts – und genau das liefert das SUV City auch. Vorn bügelt eine SR Suntour XCM32-Federgabel Kopfsteinpflaster und Schlaglöcher weg, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen. Hinten übernimmt eine gefederte Suntour-Sattelstütze den Rest. In Kombination mit der sehr aufrechten Sitzposition des tiefen Durchstiegs schont das spürbar den unteren Rücken und die Handgelenke. Einmal aufgesessen, fährt man ruhig und gelassen – ohne die Verkrampfung, die bei zu sportlichen Rädern schnell entsteht.

Ein weiterer Pluspunkt ist der Riemenantrieb. Keine fettige Kette mehr, die im falschen Moment abspringt und die Hose oder Wade einsaut. Das SUV City setzt auf einen verstärkten, kevlarverstärkten Zahnriemen, kombiniert mit dem TPS-Tretlager (Twisting Pulley System, ein eigenes Patent). Dessen Elastomerblöcke sollen den Tritt weicher machen, indem sie Energie aus den Druckphasen aufnehmen und wieder abgeben. Praktisch bedeutet das: leise, sauber und nahezu wartungsfrei. Und noch besser: Die Lebensdauer des Riemens liegt über der einer klassischen Kette. Für ein Rad, das den Alltag vereinfachen soll, passt das perfekt.

Gebremst wird mit hydraulischen 4-Kolben-Bremsen von Tektro an 180-mm-Scheiben. Damit lässt sich eine 28-kg-Maschine auch mit einem schweren Fahrer ohne Drama sicher verzögern. Nach einer kurzen Einbremsphase ist der Druckpunkt überzeugend, und das Rad steht auf kurzer Strecke.

Reichweite: in der Praxis mindestens 70 km

Starway nennt 90 bis 100 km Reichweite. Im Komfort-Modus bin ich ohne Mühe über 70 km gekommen, bevor ich wieder laden musste. Dass das unter der Herstellerangabe liegt, hat einen Faktor, den technische Datenblätter gern ausblenden: das Fahrergewicht. Mit meinen 110 kg bin ich nicht das Referenzprofil, auf das Messungen meist ausgelegt sind (häufig etwa 75 kg). Beim E-Bike kostet jedes zusätzliche Kilogramm Reichweite. Für leichtere Personen, auf flacher Strecke und im Eco-Modus, halte ich die angegebenen Werte für realistisch.

Für eine volle Ladung des Greenway-Akkus mit 600 Wh sind rund 4 Stunden einzuplanen. Das ist ordentlich, aber nicht überragend – von echten Schnellladelösungen mancher Wettbewerber ist man entfernt. Für ein Rad, das man abends ansteckt, reicht es im Alltag dennoch problemlos. Nicht peinlich, aber auch kein Wow-Effekt.

Verfluchte Zündschlüssel-Idee!

Wäre das SUV City damit das perfekte E-Bike? Ja – bis auf ein entscheidendes Detail. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Zum Einschalten verlangt Starway, dass man einen Schlüssel in das Schloss der Akkuverriegelung steckt. Eine Art „Zündschlüssel“, der nicht stecken bleibt: Er schaltet lediglich die Starttaste am Bedienteil frei. Hält man nur kurz an – schnell etwas einkaufen oder einen Kaffee trinken –, braucht man den Schlüssel zum Weiterfahren nicht: Ein Druck auf den Einschaltknopf genügt, um das Rad zu wecken. Bei längeren Stopps (ab etwa 30 Minuten) wird es jedoch kompliziert, denn ohne erneutes Einstecken lässt sich das Bike nicht wieder starten. Und weil dieser Schlüssel nicht derselbe ist wie der fürs Schloss, sollte man ihn besser nicht vergessen …

Ich hielt das zunächst für eine Nebensache – bis am Wochenende Freunde zu Besuch waren. Ich leihe ihnen zwei Räder für einen Ausflug an der Küste (ich habe das Glück, mehrere Wochen pro Jahr am Meer arbeiten zu können). Ich erkläre kurz die Bedienung des SUV City, sie fahren los – und ich gebe ihnen ausgerechnet den Akkuschlüssel nicht mit.

Rund zehn Kilometer später machen sie Halt, schliessen beide Räder ab und gehen an den Strand. Drei Stunden danach: keine Chance, das Starway wieder zu starten, weil der Schlüssel bei mir am Schlüsselbund hängt. Ich musste mit meinem eigenen E-Bike (zum Glück geladen) los, um das Rad vor Ort wieder zu „entsperren“. Ziemlich absurd für ein Bike, bei dem Einfachheit eigentlich das Leitmotiv ist.

Auf Nachfrage zu dieser nervigen Neuerung erklärt Starway, dass es sich um eine technische Vorgabe handelt, die aus der tiefen Integration des Akkus in den Rahmen resultiert. Bei früheren Modellen gab es diesen Mechanismus bereits – dort in Form eines Druckknopfs, den man betätigen musste, um den Akku zu aktivieren. Dieses vollständige Ein- und Ausschalten soll die Zellen schonen und ihre Lebensdauer verlängern. Beim Urban-II-Test war mir das aufgefallen, und die Bedienung wurde schnell zur Routine.

Beim SUV City erfordert die Konstruktion eine stärkere Rahmenverstärkung, wodurch der übliche Druckknopf nicht mehr unterzubringen ist. Deshalb wurde die Lösung über das Akkuschloss und den Schlüssel gewählt. Technisch kann ich die Begründung nachvollziehen – trotzdem bleibt es ein Nachteil, auf den ich gut hätte verzichten können.

Keine Lieferung nach Hause, dafür drei Jahre Diebstahlversicherung

Starway geht einen eher ungewöhnlichen Weg: Die Räder werden nicht nach Hause geliefert. Stattdessen holt man sie bei einem der rund 270 Händler ab. Nervig? Grundsätzlich ja. Aber die Idee dahinter ist durchaus sinnvoll: Starway möchte, dass das Bike vollständig montiert, korrekt eingestellt und von Fachleuten geprüft übergeben wird – statt dass man sich mit Karton und Inbusschlüssel allein durchschlägt.

Nachdem ich selbst schon einige Räder aufgebaut habe, kann ich dem Ansatz einiges abgewinnen. Der Händler ist zugleich Anlaufstelle für Beratung und ein lokaler Servicepartner. Für ein Produkt, das in Frankreich montiert wird – teilweise durch Einrichtungen des geschützten Arbeitsmarktes (ESAT) –, wirkt das insgesamt stimmig.

Zum Schluss der Punkt, der für viele Kaufinteressierte entscheidend sein dürfte: Das SUV City kommt mit drei Jahren Diebstahlversicherung inklusive. Bei Diebstahl ersetzt Starway das Rad durch ein Neugerät, gegen eine Selbstbeteiligung von 10 %. Mitgeliefert werden ein Rahmenschloss mit Schlüssel sowie eine ergänzende Kette; aktiviert wird der Schutz über die Registrierung des Fahrrads. In Zeiten, in denen E-Bike-Diebstahl gefühlt zur Volkssportart geworden ist, sind drei Jahre Ruhe ab Kaufpreis ein echtes Argument.

Meine Meinung zum Starway SUV City

Das Starway SUV City löst sein Versprechen weitgehend ein: ein komfortables E-Bike, das sich extrem unkompliziert fährt. Keine Schaltvorgänge, eine kräftige automatische Unterstützung und eine Verarbeitung, die viel Aufmerksamkeit fürs Detail zeigt. Es richtet sich an alle, die entspannt unterwegs sein wollen, ohne sich wie ein Hobby-Rennfahrer zu fühlen – und erfüllt fast alle wichtigen Punkte: wartungsarmer Riemen, sicheres Bremsen, drei Jahre Diebstahlversicherung im Preis, Montage in Frankreich.

Ganz ohne Kritik geht es aber nicht. Das Gewicht (28 kg) macht Tragen unangenehm – ideal ist daher ein ebenerdiger Stellplatz. Und vor allem diese Akku-„Zündschlüssel“-Pflicht, die dem sonst so konsequenten Einfachheitsgedanken widerspricht.

Mit 2 390 Euro liegt es im Mittelfeld der französischen Allroad-E-Bikes, in Konkurrenz etwa zu einem Decathlon LD 920E (das erste Automatik-Modell der Kette) oder zu Moustache- und Kalkhoff-Modellen in diesem Segment. Keines davon bietet exakt die gleiche Mischung aus automatischer Unterstützung plus Riemen plus integrierter Versicherung. Wenn dir Komfort und maximale Sorglosigkeit wichtiger sind als alles andere, gehört das SUV City klar auf die Liste – vorausgesetzt, du vergisst „niemals, wirklich niemals“ den kleinen Schlüssel.

Starway SUV City

Preis: 2390 €

Gesamtwertung: 8.4

Wertungen im Detail

Kategorie Wertung
Design & Verarbeitung 9.0/10
Nutzungskomfort 9.0/10
Reichweite & Laden 7.5/10
Alltagsergonomie 8.0/10
Leistungs-Preis-Verhältnis 8.5/10

Das gefällt uns

  • Hervorragende Verarbeitung
  • Wirksame automatische Unterstützung
  • Wartungsfreier Riemen
  • Drei Jahre Diebstahlversicherung inklusive
  • Rahmenschloss + Kette

Das gefällt uns weniger

  • Hohes Gewicht
  • Umständlicher Akku-„Zündschlüssel“
  • Laden nicht wirklich schnell

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