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Porsche Cayenne GT Turbo: der neue Super-SUV

Dunkelgrauer Porsche Cayenne GT SUV steht in einem modernen Ausstellungsraum mit großen Fenstern.

Ursprünglich 2002 eingeführt, war der Porsche Cayenne Turbo der Anstoss für ein neues Teilsegment: das der supersportlichen SUVs. Seither sind zahlreiche Rivalen aufgetaucht – sowohl innerhalb des Volkswagen-Konzerns wie Bentley Bentayga Speed, Audi RS Q8 und Lamborghini Urus, als auch ausserhalb, wo BMW X5 M und X6 M den Druck erhöhten. Diese Entwicklung machte den Weg frei für einen nochmals extremeren Cayenne: den Porsche Cayenne GT Turbo.

Vier Jahre nach dem Start der aktuellen Cayenne-Generation reagierte Porsche mit einer Modellpflege, die nicht nur kleine Anpassungen aussen und innen umfasst, sondern auch Neuerungen am Fahrwerk und in der Motorenpalette. Vorn fallen schlankere LED-Scheinwerfer sowie Tagfahrlichter neben den Lufteinlässen auf, doch am deutlichsten zeigen sich die Änderungen am Heck – mit einer klaren Annäherung an die Linienführung des Macan.

Entsprechend wanderte das Kennzeichen in den Stossfänger, wodurch die Heckklappe ruhiger und „cleaner“ wirkt – ähnlich wie man es vom jüngsten Cayenne Coupé kennt. Die 22”-Leichtmetallfelgen tragen ein eigenes Design, und auch die Sportabgasanlage ist spezifisch ausgeführt: Die Endrohre sitzen mittig unter dem hinteren Stossfänger.

Im Innenraum finden sich mehr mit Alcantara bezogene Flächen, zudem feiert die neue Generation des Infotainmentsystems Premiere. Sie bringt eine überarbeitete Benutzeroberfläche, schärfere Grafiken sowie zusätzliche Funktionen – und ist nun vollständig mit Android Auto kompatibel.

Ein interner Rivale

Der Cayenne GT Turbo wird konzernintern zum Gegenspieler des „allmächtigen“ Lamborghini Urus. Die Markteinführung ist für das Ende des Sommers vorgesehen. Angetrieben wird die neue Topversion vom weiterentwickelten V8-Biturbo, der 640 cv und 850 Nm leistet (plus 90 cv und plus 80 Nm).

Er ist ausschliesslich als Coupé-Karosserie erhältlich und positioniert sich oberhalb des Cayenne Turbo. Obwohl er weniger Leistung hat als der Cayenne Turbo S E-Hybrid (680 cv durch die Kombination aus V8 und Elektroantrieb), lässt er ihn bei den Fahrleistungen hinter sich. Der Hybrid bringt bis zu 2,5 Tonnen auf die Waage – unter anderem durch das Batteriegewicht, rund 300 Kilo mehr als diese neue Version.

Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 3,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 300 km/h (eine Premiere für einen Cayenne). Damit unterbietet er die 3,8s für 0 bis 100 km/h und die 295 km/h des Cayenne Turbo S E-Hybrid deutlich und bewegt sich auf dem Niveau des neuen 911 GT3.

Um Performance und Fahrverhalten zu schärfen, kann der Heckspoiler – mit einer Lippe von 5 cm, also doppelt so gross wie beim Turbo Coupé – einige Zentimeter ausfahren und so den Anpressdruck am Heck erhöhen (bis zu 40 kg zusätzlich bei Höchstgeschwindigkeit). Zusammen mit der mitlenkenden Hinterachse (deren Lenkwinkel vergrössert wurde) unterstützt das die Dynamik des grössten Porsche, der je gebaut wurde – und macht ihn zugleich deutlich handlicher im Stadtverkehr.

Für zusätzliche Sicherheit auf der Rennstrecke spielt das überarbeitete Hinterachs-Sperrdifferenzial eine zentrale Rolle: Es soll verhindern, dass die Mehrleistung sinnlos in Rauch und verbranntem Gummi verpufft, und stattdessen in Kurveneffizienz umgesetzt wird. Unterstützt wird das von den neuen Pirelli P Zero Corsa (285/35 vorn und 315/30 hinten).

In Kombination mit den Felgen 10,5 J/22” und 11,5 J/22” werden die Spuren um einen Zentimeter breiter als beim Cayenne Turbo. Der zusätzliche negative Sturz an den Vorderrädern (- 0,45 g) dient demselben Ziel.

Auf der Rennstrecke wie zu Hause

Viele Kunden werden ihren Cayenne GT Turbo für „Therapie“-Sessions auf die Rennstrecke schicken. Dort strafft der Sport-Modus die „Muskeln“ des bislang schnellsten Cayenne und lässt gleichzeitig seine „Stimme“ rauer klingen. Die 8-Gang-Automatik Tiptronic S setzt dabei auf ihre gesteigerte Schaltgeschwindigkeit, treibt den Drehzahlmesser bis 7000 rpm und sorgt für ultrakurze Gangwechsel.

In der niedrigsten von sechs möglichen Bodenfreiheitsstufen liegt das neue Cayenne Coupé 7 mm näher am Asphalt als der GTS. Zusammen mit den elektronischen Stabilisatoren (mit eigenem 48-Volt-System, wie man es auch aus RS Q8 und Urus kennt) sollen sie dafür sorgen, dass sich knapp fünf Meter Länge und 2,2 Tonnen Fahrzeugmasse deutlich leichter anfühlen, als es die Daten vermuten lassen.

Serienmässige Karbon-Keramikbremsen sollen zusätzlich Vertrauen schaffen. Ihre starke „Bissigkeit“ macht klar, dass man sehr (wirklich sehr) zügig an Kurven heranfährt – nachdem die Scheiben in einer kurzen Aufwärmphase erst Temperatur aufgebaut haben.

Dass die Massnahmen wirken, belegt eine Zeit: Der neue Cayenne Turbo GT umrundete die 20,832 km der Nürburgring Nordschleife in 7:38,9 Minuten und stellte damit einen neuen offiziellen SUV-Rekord auf der berühmten deutschen Strecke auf.

1 Million Cayenne seit 2002 produziert

Das erste Geländemodell von Porsche (seit den rudimentären Traktoren der 50er-Jahre) und zugleich das erste viertürige Modell der Marke hat in 19 Jahren bereits die Marke von mehr als 1 Million produzierten Einheiten überschritten. Zunächst lief die Fertigung in Bratislava und Leipzig, seit 2015 zusätzlich auch in Osnabruck. Die zweite Generation startete 2010, die dritte folgte Ende 2017.

Der neue Porsche Cayenne Turbo GT ist bereits bestellbar, der Einstiegspreis beginnt bei 259 527 euros. Die Auslieferung an die Porsche Zentren ist für Mitte September vorgesehen.


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