Bislang zielten die auf der MEB-Basis aufgebauten Elektroautos vor allem auf die Segmente C und D. Zur Mitte dieses Jahrzehnts soll jedoch eine kürzere Ausführung der reinen Elektro-Plattform des Volkswagen Konzerns eine neue Reihe kompakter E-Modelle für das B‑Segment ermöglichen.
Kompakte E‑Modelle im B‑Segment: Volkswagen ID.1, ID.2, SEAT und Skoda
Die Planungen für die künftigen Volkswagen ID.1 und ID.2 waren bereits bekannt. Ebenso hatte SEAT S.A. in diesem Jahr schon ein kompaktes Elektroauto angekündigt, das unterhalb des CUPRA Born positioniert wird. Inzwischen ist zudem bestätigt, dass auch Skoda ein eigenes Modell in diesem neuen Format bringen wird.
Parallel dazu endet eine bisherige Zwischenlösung: Zwar bot der Volkswagen Konzern bislang elektrische Varianten seiner Kleinstwagen an – up!, Mii und Citigo –, doch diese Baureihen werden eingestellt (der Skoda Citigo wird bereits nicht mehr verkauft) und erhalten keine direkten Nachfolger. Die neuen kompakten Stromer sollen stattdessen die Plätze einnehmen, die heute die B‑Segment‑Modelle als Kleinwagen sowie SUV/Crossover besetzen: Polo, Ibiza, Fabia, T‑Cross, Arona usw.
Preisziel und Marktpositionierung: Einstieg ab 20.000 Euro
Das zentrale Versprechen dieser neuen Baureihe ist ein niedriger Einstiegspreis: Die Preise sollen bei 20.000 Euro beginnen – oder sogar leicht darunter. Damit würden die Modelle für einen deutlich breiteren Käuferkreis erreichbar.
Noch ist offen, ob die neuen Elektroautos die heutigen Baureihen im Handel ersetzen oder ob sie parallel zu kommenden Generationen der genannten Modelle verkauft werden. Der anvisierte Marktstart – Ende 2024 sowie im Verlauf von 2025 – fällt zeitlich in die Phase, in der bei einigen Baureihen ohnehin neue Generationen erwartet werden, etwa beim Polo und T‑Cross oder beim Ibiza und Arona. Der Fabia hat hingegen in diesem Jahr bereits eine neue Generation erhalten, sodass ein möglicher Nachfolger frühestens 2027–2028 plausibel wäre.
Wir kennen jetzt die Namen
Volkswagen ID.1 und ID.2 sind als elektrische Pendants zu Polo beziehungsweise T‑Cross vorgesehen. Vieles deutet darauf hin, dass der ID.2 als SUV/Crossover als Erstes erscheint – voraussichtlich 2025 –, während der ID.1 später folgt. Beide Modelle sollen 2023 durch ein Paar Concepts vorweggenommen werden.
Bei den spanischen und tschechischen Schwesterprojekten lässt sich das Karosseriekonzept derzeit noch nicht verlässlich festlegen: Werden es klassische Kleinwagen im traditionellen Sinn (Zweitür-/Schrägheck‑Layout mit „normaler“ Bodenfreiheit) oder eher SUV/Crossover? Einzelne Quellen behaupten, SEATs Beitrag werde ein sportlich gezeichneter Kleinwagen, der im Programm die Rolle des Ibiza übernehmen könnte – bestätigt ist das jedoch nicht.
Neu sind hingegen die Bezeichnungen, wie Automotive News berichtet: SEAT Acandra und Skoda Elroq. Laut derselben Quelle soll der SEAT Acandra Anfang 2025 auf den Markt kommen, während der Skoda Elroq früher startet – in der zweiten Jahreshälfte 2024.
MEB in Größe „S“
Alle vier bestätigten Fahrzeuge – es gibt Gerüchte über ein weiteres, bei SEAT diskutiertes Modell – basieren auf einer verkürzten MEB‑Variante.
Auto Motor und Sport schreibt, der Radstand werde gegenüber den 2,77 m des ID.3 um maximal 7 cm reduziert. Dadurch lägen diese Fahrzeuge voraussichtlich bei etwa 4,1–4,2 m Länge und damit auf dem Niveau heutiger Verbrenner‑Äquivalente, die auf der MQB A0 aufbauen.
Mehr „schrumpfen“ lasse sich die Plattform kaum: Neben dem nötigen Bauraum für Batterien könnten auch die ohnehin kurzen vorderen und hinteren Überhänge des ID.3 nicht weiter verkleinert werden, ohne die Effektivität der Struktur bei der passiven Sicherheit zu beeinträchtigen.
Produktion in Martorell und zusätzliche Stückzahlen aus Pamplona
Als nahezu gesetzt gilt, dass diese neuen kompakten Elektroautos des Volkswagen Konzerns in Martorell (Spanien) gebaut werden, wo SEAT seinen Sitz hat. Der Konzern hat kürzlich bestätigt, dass Martorell einer der Standorte für eine der sechs geplanten europäischen Batteriefabriken sein wird. SEAT S.A. wiederum hat bereits erklärt, Martorell so schnell wie möglich in ein Werk umzuwandeln, das ausschliesslich Elektrofahrzeuge fertigt.
Damit könnten aus Martorell rund 500.000 kompakte Elektroautos pro Jahr kommen; hinzu würden die Stückzahlen aus dem spanischen Volkswagen‑Konzernwerk in Pamplona.
Quelle: Automotive News.
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