Der Pilot und Unternehmer Alexandre Frota hat es zu Wochenbeginn schließlich geschafft, nach Russland weiterzufliegen – nachdem er mehrere Tage lang mit der Unsicherheit leben musste, ob sein Projekt „Frotas pelo Mundo“ überhaupt fortgesetzt werden kann. Dabei umrundet er die Welt allein an Bord eines experimentellen einmotorigen RV-10 mit dem Kennzeichen PT-ZRQ.
Halbzeit der Weltumrundung: Ankunft in Australien
Der aus dem brasilianischen Bundesstaat Ceará stammende Alex Bacana hatte die Hälfte seiner Weltumrundung erreicht, als er am 15. Juni in Australien landete. Gestartet war er am 15. März in Fortaleza. Von dort führte ihn die Route über die Karibik und Nordamerika, anschließend über den Nordatlantik, weiter durch Europa, Nordafrika, den Nahen Osten und Südasien – und mit der Landung in Ozeanien hatte er alle 5 Kontinente komplettiert.
Genehmigungen, Politik und Alternativen im Fernen Osten
Seit dem Abflug aus Australien am 23. Juni war Bácanas Reise jedoch von Ungewissheit geprägt. Um über den Nordpazifik Richtung Alaska weiterzukommen, musste er an der Ostküste Russlands entlang. Länder im Fernen Osten – darunter China, Japan und Südkorea – erteilten ihm jedoch weder Landegenehmigungen noch Überflugrechte. Als Gründe standen sowohl eigene bürokratische Hürden als auch die politische Spannungen im Zusammenhang mit Russland im Raum.
Für den Fall, dass keine Freigaben zustande kommen würden, zog der Pilot mehrere Szenarien in Betracht: einen extrem anstrengenden Direktflug von den Philippinen nach Russland mit mehr als 14 Stunden Flugzeit; eine deutliche Verlängerung der Weltumrundung, indem er einen Teil der Strecke zurückfliegen würde, um Russland weiter östlich zu erreichen; oder sogar, das Flugzeug zu demontieren und per Schiff zurücktransportieren zu lassen.
Nach Tagen voller Sorge und offener Fragen – und mit Unterstützung brasilianischer ziviler und militärischer Stellen in der Region – erhielt Frota schließlich die Genehmigung, seine Route mit einem Zwischenstopp in Südkorea fortzusetzen.
Von den Philippinen nach Wladiwostok: Umweg, Höhe und Verzögerungen
Trotz dieses Durchbruchs blieb die Fortsetzung bis zur Landung in Russland schwierig. Während des fast 8-stündigen Fluges von den Philippinen nach Südkorea gab es Anspannung wegen der japanischen Flugsicherung, die den weiteren Verlauf offenbar erschweren könnte. Zudem bekam Alexandre über die Funkfrequenz militärische Spannungen zwischen Japan und China mit: In der Nähe der Senkaku-Inseln tauschten beide Seiten Drohungen aus.
Auf dem nächsten Abschnitt, von Südkorea nach Russland, kamen weitere Probleme hinzu: Japan verlangte einen erheblichen Kurswechsel, wodurch sich die geplante Flugzeit verlängerte. Zusätzlich wurde ein Flug in 15.000 Fuß (rund 4.600 m) angeordnet – verbunden mit dem Risiko einer Hypoxie (Ohnmacht durch zu wenig Sauerstoff im Blut), obwohl er eine Sauerstoffflasche nutzte. Durch die zusätzliche Zeit infolge des Umwegs drohte außerdem das russische Zielflughafen-Fenster zu schließen: Der vorgesehene Flughafen machte wegen der verlängerten Flugzeit dicht.
Letztlich erlaubten die russischen Behörden, den Betrieb des Flughafens Wladiwostok bis zur Landung der RV-10 aufrechtzuerhalten. Damit war die Etappe zwar geschafft, die Prozedur jedoch noch nicht beendet: Am Vorfeld wurde Frota zwar freundlich vom Bodenpersonal empfangen, bei der Einreise musste er anschließend jedoch mehr als 4 Stunden lang Fragen beantworten und Dokumente vorlegen, bis die Einreisegenehmigung abgeschlossen war.
Nächster Flug am 8. Juli und Live-Tracking
Für morgen, den 8. Juli, ist der Abflug aus Wladiwostok zur nächsten Station – weiterhin in Russland – auf dem Weg Richtung Alaska geplant. Die Flüge der PT-ZRQ lassen sich in Echtzeit über die Plattform AirNav Radar verfolgen.
Die gesamte oben beschriebene Phase mit Anspannung und Sorge teilte Frota in den Stories des Instagram-Profils „Frotas pelo Mundo“. Dort sind die Inhalte auch in den Highlights gespeichert, sodass sich die Ereignisse seit dem Start in Fortaleza erneut ansehen lassen.
Wer alle Meldungen von AEROIN zur Weltumrundung von Alexandre Frota verfolgen möchte, findet sie über die entsprechende Übersichtsseite.
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