Ford hat das BlueCruise-System gerade auf einige seiner meistverkauften Modelle in Portugal ausgeweitet. Nach dem Debüt im Mustang Mach-E – den wir bereits früher getestet haben und dessen Video Sie unten sehen können – ist diese Fahrassistenztechnik nun auch für den Puma, den Puma Gen-E und den Kuga verfügbar.
BlueCruise ist ordnungsgemäß für den Einsatz in Europa homologiert. Auf von Ford zuvor kartierten Autobahnabschnitten darf der Fahrer die Hände legal vom Lenkrad nehmen, sofern er die Straße permanent im Blick behält und jederzeit bereit ist einzugreifen.
In Portugal umfassen diese von der Marke als „Blue Zones“ bezeichneten Strecken mehr als 95 % des nationalen Autobahnnetzes – das entspricht rund 4.100 Kilometern. Wir konnten das System bereits auf über 150 Kilometern erproben.
Ein deutlich anspruchsvollerer Tempomat
BlueCruise macht weder den Puma noch den Kuga zu autonomen Fahrzeugen – und es ist auch nicht als direkter Gegenspieler umfassenderer Lösungen wie dem Tesla Full Self-Driving Supervised gedacht.
Während das Tesla-System auf unterschiedlichen Straßentypen agieren, einer Navigationsroute folgen und unter Aufsicht des Fahrers verschiedene Manöver ausführen kann, wurde BlueCruise gezielt für den Autobahneinsatz entwickelt.
Es ist auf die zuvor von Ford kartierten Blue Zones beschränkt und funktioniert in der Praxis wie eine Weiterentwicklung des adaptiven Tempomaten – ergänzt um die Möglichkeit, die Hände vom Lenkrad zu nehmen.
Auf den mehr als 150 Kilometern Teststrecke war genau das der entscheidende Unterschied zu einem herkömmlichen System: Innerhalb einer Blue Zone muss man die Hände nicht in regelmäßigen Abständen wieder ans Lenkrad legen, nur um zu bestätigen, dass man noch aufmerksam ist.
Das bedeutet jedoch nicht, dass die Aufmerksamkeit von der Fahrbahn abgezogen werden darf. Eine auf den Fahrer gerichtete Kamera überwacht fortlaufend Blickrichtung und Kopfhaltung und prüft, ob der Fahrer aufmerksam bleibt und bereit ist einzugreifen.
Wenn der Fahrer den Blick zu lange von der Straße abwendet, gibt das System mehrere Warnhinweise aus und kann am Ende deaktiviert werden. Die Verantwortung fürs Fahren liegt jederzeit bei der Person am Steuer.
Was es kann (und was nicht)
Wie bei jedem adaptiven Tempomaten kann Ford BlueCruise die eingestellte Geschwindigkeit halten, den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug automatisch anpassen und das Auto mittig in der Fahrspur führen.
Sind diese Funktionen innerhalb einer Blue Zone aktiv, darf der Fahrer die Hände vom Lenkrad nehmen – solange der Blick auf die Straße gerichtet bleibt. Damit enden die Fähigkeiten allerdings auch. Ein automatischer Spurwechsel ist in Europa noch nicht homologiert, sodass jedes Überholen oder jeder Fahrstreifenwechsel die aktive Mitwirkung des Fahrers erfordert.
Nach Abschluss des Manövers kann BlueCruise – wenn alle Bedingungen erfüllt sind – wieder eingeschaltet werden.
Aus diesem Grund ist es als fortschrittliche Fahrassistenz zu verstehen und nicht als System für autonomes Fahren.
Für welche Modelle ist es verfügbar?
BlueCruise ist grundsätzlich keine ganz neue Technik. Eingeführt wurde es im Ford Mustang Mach-E, nun steht es jedoch in allen Versionen mit Automatikgetriebe des Puma und des Kuga sowie im Puma Gen-E zur Verfügung – der rein elektrischen Variante des kompakten SUV.
Um das System nutzen zu können, muss das Fahrzeug ab Werk mit dem für BlueCruise vorbereiteten Tech-Paket ausgestattet sein. Die Aktivierung erfolgt anschließend entweder über ein Abonnement oder per Einmalzahlung.
Das Abonnement kostet nach einer kostenlosen 90-tägigen Testphase 24,99 Euro pro Monat oder 280 Euro pro Jahr. Alternativ lässt sich der dauerhafte Zugang zum System für 1.470 Euro erwerben.
In den neuen Versionen BlueCruise Edition ist die Ausstattung serienmäßig enthalten und mit lebenslanger Funktionalität verbunden. Folgende Preise wurden angekündigt:
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