Der Volkswagen Konzern will sein Modellangebot bis 2030 deutlich ausdünnen – in der Spitze ist von bis zu 50 % weniger Baureihen die Rede. Hinter dem Vorhaben steht eine weitreichende Neuaufstellung, die Kosten senken, Überschneidungen zwischen den Marken abbauen und Investitionen stärker auf die profitabelsten Fahrzeuge lenken soll.
Welche Modelle konkret wegfallen könnten, hat der Konzern nicht genannt. Eine untenstehende Auswahl ist daher nicht offiziell bestätigt. Die deutsche Zeitung Bild brachte jedoch zehn Namen ins Spiel, die nach dem Ende ihrer aktuellen Generation womöglich keinen direkten Nachfolger mehr bekommen.
Restrukturierung im Volkswagen Konzern: weniger Modelle und weniger Komplexität
Das Programm zielt nicht nur auf weniger Baureihen, sondern auch auf ein schlankeres Angebot insgesamt. Laut den in Deutschland genannten Informationen könnte allein der Verzicht auf Nachfolger für diese zehn Fahrzeuge bis 2031 Einsparungen von 6,5 Milliarden Euro ermöglichen.
Zudem soll dies lediglich eine erste Kürzungsrunde sein: Zehn Modelle machen nur einen kleinen Teil des Portfolios aus. Parallel plant der Volkswagen Konzern, die Zahl der verfügbaren Versionen und Konfigurationen um 75 % zu reduzieren und die jährliche Produktionskapazität von 10 auf neun Millionen Autos abzusenken.
Porsche könnte vier Modelle verlieren
Am stärksten trifft die erste Liste demnach Porsche. Der Taycan könnte bereits nach nur einer Generation auslaufen und ohne direkten Nachfolger bleiben – obwohl der technisch eng verwandte Audi e-tron GT, der auf derselben Basis aufbaut, in diesem Zusammenhang nicht genannt wird.
Ebenfalls als Kandidat gilt das Cayenne Coupé mit Verbrennungsmotor. Dabei geht es ausdrücklich um die Coupé-Karosserie und nicht um den klassischen Cayenne, der voraussichtlich weiterhin Teil des Porsche-Angebots bleibt – zusammen mit künftigen elektrischen Varianten.
Unklar ist ausserdem, ob Porsche 718 Boxster und Cayman mit Verbrennungsmotor noch einmal zurückkehren. Porsche hatte zuvor eingeräumt, diese Antriebe als Ergänzung zu den kommenden elektrischen 718-Modellen wieder auflegen zu können; dieser zusätzliche Aufwand könnte nun jedoch gestrichen werden.
Weitere mögliche Streichkandidaten bei Volkswagen, Audi und Škoda
Bei Volkswagen könnten die Einschnitte Jetta und Taos betreffen – zwei Modelle, die vor allem ausserhalb Europas eine wichtige Rolle spielen.
Bei Audi stehen laut der genannten Liste die Sportback-Varianten von Q5 und Q6 e-tron im Fokus: Diese sollen zwar ihren geplanten Marktzyklus absolvieren, könnten danach aber ohne Nachfolger auskommen müssen.
Ein mögliches Aus für den Škoda Fabia wäre ebenfalls bemerkenswert. Kleinwagen mit Verbrennungsmotor stehen zunehmend unter Druck, weil Entwicklung und Homologation immer teurer werden, während in diesem Segment zugleich nur begrenzter Spielraum für Preiserhöhungen bleibt.
Der ungewöhnliche Fall des CUPRA Raval
Am meisten überrascht in der Aufzählung der CUPRA Raval, der gerade erst in den Markt startet. In mehreren Ländern soll die Resonanz die Erwartungen übertreffen – ein mögliches Ende liesse sich daher kaum mit zu geringer Nachfrage begründen.
Naheliegender wären die vergleichsweise geringen Margen bei besonders erschwinglichen Elektroautos. In einem solchen Szenario könnte CUPRA den Schwerpunkt stärker auf höhere Segmente legen, in denen sich Preise und Rendite leichter durchsetzen lassen.
Hinzu kommt: Der Raval gehört zur selben technischen Familie wie der Volkswagen ID. Polo und der Škoda Epiq. Falls der Volkswagen Konzern die Komplexität seiner Modellpalette spürbar reduzieren will, könnte es an Attraktivität verlieren, mehrere sehr eng beieinander liegende Fahrzeuge parallel im Programm zu halten.
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