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Der neue Mercedes-Benz EQS 450+ mit 575 Meilen Reichweite

Schwarzer Mercedes-Benz EQS Elektro-Limousine fährt vor modernen Backsteingebäuden auf der Straße.

Der neue Mercedes-Benz EQS ist ein extrem teures, übergross geratenes Kieselstein-Auto, das sich als vollgepackte Luxuslimousine tarnt. In der Version 450+ soll er eine gewaltige Reichweite von 575 Meilen (rund 925 km) schaffen.

Das ist … mehr. Mehr als der bisherige Mercedes-Benz EQS, der es auf eher mickrige 481 Meilen (ca. 774 km) brachte. Mehr als der BMW iX3 mit seinen beachtlichen 500 Meilen (ca. 805 km). Mehr als der neue Volvo EX60 Twin Motor mit 503 Meilen (ca. 810 km). Und sogar ein kleines bisschen mehr als der BMW i3, der mit 562 Meilen (ca. 905 km) angegeben wird.

Damit ist er das Elektroauto mit der grössten Reichweite von allen. Mercedes sagt, man habe zur Jagd auf BMW – auch wenn beide in komplett unterschiedlichen Klassen unterwegs sind – mehr als ein Viertel der EQS-Bauteile überarbeitet und aktualisiert. Schliesslich ist das eine ein besonders glattpolierter Stein, das andere eher ein Hai.

Mercedes-Benz EQS: Reichweite, Akku und Antrieb

Damit die Reichweite steigt, steckt nun ein etwas grösserer Akku im EQS: statt 118 kWh sind es 122 kWh. Dazu kommt eine neue Zellchemie, die das Ganze zusammenhält (sprich: gefühlte Hexerei). Ausserdem gibt es neue Elektromotoren, die kompakter ausfallen, sowie ein Zweigang-Getriebe an der Hinterachse.

Laden, Rekuperation, Lenkung und Assistenzsysteme

Neu ist auch 800-Volt-Technik. An einer 350-kW-Ladesäule sollen sich in 10 Minuten knapp 200 Meilen Reichweite (etwa 322 km) nachladen lassen. Hinzu kommen eine verbesserte Bremsenergie-Rückgewinnung, eine (optionale) Lenkung ohne mechanische Verbindung und ein jochähnliches Lenkrad.

Zur Lenkung selbst: Indem Mercedes das klassische Lenken digitalisiert, lässt sich dieses Joch-Layout überhaupt erst realisieren – ob so ein Design zu einem Benz passt, ist natürlich diskutabel. Mercedes argumentiert, das neue Lenkrad verschaffe eine bessere Sicht auf das Cockpit. Ausserdem soll das System unerwünschte Rückmeldungen herausfiltern und sich je nach Situation passend anpassen.

Passend dazu gibt es eine erstaunliche Menge an Assistenten an Bord: Abstandsregelung, Parkassistent, Spur- und Lenkassistent, eine „Evasive Steering Function Plus“ (klingt wie aus einem Film) und weitere Unterstützungssysteme.

Und die Scheinwerfer? Die sollen nun deutlich heller sein – hell genug, um kleinen Menschen-Autos aus rund sechs Fussballfeldern Entfernung (ungefähr 600 m) die Netzhäute zu rösten.

Fahrwerk in der Cloud, Aerodynamik, Innenraum und Preis

Zur Sache mit den Dämpfern: Hier gibt es ein Update für die „Airmatic“-Luftfederung – inklusive einer ziemlich beunruhigend klingenden, cloudbasierten Dämpferregelung. Das System nutzt Daten, die andere Mercedes-Benz Fahrerinnen und Fahrer zu Strassenverhältnissen in die Cloud senden. Diese Informationen werden dann an deinen EQS zurückgespielt, damit das Fahrwerk etwa vor einer Bodenwelle feinjustiert werden kann. (Im Kern ist das Car-to-X.)

Auch beim digitalen Zukunftsprogramm legt Mercedes nach: An Bord arbeitet Microsoft-KI als virtueller Assistent, der auf die riesigen Reserven des Internets an – nennen wir es – „Inhalten“ zugreifen und das Ergebnis an dich zurückmelden kann.

Während du also Internet-„Inhalte“ konsumierst, darf die Aussenwelt weiterhin die leicht überarbeitete, aber nach wie vor extrem aerodynamische Kiesel-Optik bestaunen. Es gibt eine neue Motorhaube, eine neue Front mit anderem Licht-/Leuchtenband-Design, neue Stossfänger und ein neues Heckleuchtenband. Mercedes nennt einen Luftwiderstandsbeiwert von 0.20.

Innen entspricht das dem, was man von einem teuren Benz erwartet: vorn serienmässig der „Hyperscreen“, hinten zwei 13,1-Zoll-Displays (33,3 cm), beheizte Sicherheitsgurte, viel Platz, hochwertige Materialien – und sehr, sehr viele Optionen.

„Since Carl Benz filed the patent for the first automobile exactly 140 years ago, Mercedes-Benz has dedicated itself to constantly innovate and to create the world’s most desirable cars for customers,“ sagte Mercedes.

Preise für Grossbritannien sind noch nicht bestätigt, die deutschen jedoch schon: Los geht es bei 94.403 €.

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