Duncan Aviation hat eines der auffälligsten Lackierprojekte der eigenen Firmengeschichte abgeschlossen: Ein Businessjet vom Typ Cessna Citation CJ3+ wurde vollständig individualisiert und als „fliegendes Kunstwerk“ neu inszeniert. Die Maschine mit dem Kennzeichen N1RD erhielt ein Farbschema aus 46 Farben – nach Angaben des Unternehmens die komplexeste Lackierung, die Duncan Aviation bislang umgesetzt hat.
Ein Businessjet als fliegende Leinwand
Bis zur Umgestaltung trug die Citation CJ3+ die werksseitige Standardlackierung in Weiss mit dekorativen Streifen. Die ersten Betriebsjahre verbrachte das Flugzeug im Einsatz in Peru, bevor es von den heutigen Eigentümern Robert und Karen Duncan übernommen wurde. Beide gehören zur Gründerfamilie; Duncan Aviation gilt als grösstes Wartungsunternehmen der USA, das sich im Besitz einer einzigen Familie befindet.
Laut Duncan Aviation betrachtete das Ehepaar das Flugzeug als leere Leinwand, um eine Bildsprache zu entwickeln, die ihre Begeisterung für Kunst, Reisen, Farben und Kreativität sichtbar macht. Gleichzeitig sollte das Design den Innovationsgeist des Unternehmens widerspiegeln, das für massgeschneiderte Projekte für Besitzer von Businessjets bekannt ist.
Von 30 Entwürfen zur finalen Lackierung
Auf dem Weg zum endgültigen Erscheinungsbild entstanden zunächst rund 30 frühe Konzepte, ausgearbeitet von den Teams aus Design und Lackierung. In mehreren Überarbeitungsrunden wurde diese Auswahl schrittweise auf 15 Vorschläge reduziert, bis die Eigentümer sich für eine Variante entschieden.
Karen Duncan erklärte, dass mehrere Entwürfe der Familie gefielen, die Entscheidung aber immer weiter präzisiert wurde, während das Team Rückmeldungen aus dem kreativen Prozess einarbeitete. Besonders ins Auge fielen dabei von Beginn an die kleinen, in die Lackierung integrierten Fliegen.
Inspiration aus Mexiko und die prägenden Motive
Das ausgewählte Konzept stammt von Troy Reinke, Lackierspezialist bei Duncan Aviation. Seine Gestaltung orientiert sich an mexikanischer Kunst und Kultur – eine Anspielung auf die enge Verbindung der Familie Duncan zu Puerto Vallarta in Mexiko.
Neben den Fliegen prägen vor allem grossformatige Augen auf dem Rumpf das Erscheinungsbild und zählen zu den auffälligsten Merkmalen des Jets. Über verschiedene Bereiche des Flugzeugs verteilt, greifen diese Details ein Gesamtbild auf, das durch Blumen, Schablonenmotive, grafische Elemente und weitere Zeichnungen ergänzt wird. Nahezu die gesamte Aussenfläche wurde dabei mit von Hand aufgetragenen Designelementen gestaltet.
Präzise Umsetzung im neuen Lackierhangar
Für die Realisierung war nach Unternehmensangaben ein aufwendiger Ablauf nötig: Planung, Maskierung und eine exakt abgestimmte Reihenfolge der Lackierschritte mussten so ineinandergreifen, dass aus der künstlerischen Vorlage ein für den Flugbetrieb zertifizierbares Finish entstand.
Die Umsetzung erstreckte sich insgesamt über etwa zwei Jahre – von der künstlerischen Ausarbeitung bis zur finalen Lackierung. Zudem markiert das Flugzeug die Premiere im neuen Lackierhangar von Duncan Aviation in Lincoln (USA): N1RD war die erste Maschine, die dort lackiert wurde.
Robert Duncan betonte, dies sei bereits das fünfte oder sechste Flugzeug der Familie mit einer individuellen Lackierung und unterstreiche die Tradition des Unternehmens, Unikate zu entwickeln. Ziel sei ein Jet gewesen, der mit keinem anderen zu verwechseln ist.
Weitere auffällige Lackierungen von Duncan Aviation
Duncan Aviation erlangte zudem Aufmerksamkeit durch eine neuartige Chamäleon-Lackierung auf einem Gulfstream-Jet eines Kunden. Ausserdem wird das Unternehmen seine Pilatus PC-12 weiterhin mit einer weiteren exotischen Fisch-Lackierung betreiben.
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