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Kanada startet Verhandlungen mit Saab über GlobalEye als AEW&C-System

Kanadische Militärangehörige besprechen vor einem AWACS-Flugzeug auf einem Flugplatz Einsatzdetails.

Mit dem Ziel, für die Royal Canadian Air Force eine neue luftgestützte Frühwarn- und Führungsfähigkeit (AEW&C) einzuführen, bestätigte die kanadische Regierung den Beginn von Gesprächen mit Saab über eine mögliche Beschaffung des Systems GlobalEye. Die Entscheidung, die Premierminister Mark Carney auf der Messe CANSEC bekannt gab, stärkte zugleich indirekt auch die Position des Gripen E/F innerhalb der von dem schwedischen Unternehmen in Kanada vorangetriebenen Modernisierungspläne.

Verhandlungen zwischen Kanada und Saab zur AEW&C-Fähigkeit

Laut der offiziellen Mitteilung wird Kanada vertiefte Gespräche und formelle Verhandlungen mit Saab als bevorzugtem Anbieter für die künftige luftgestützte Überwachungs- und Führungsfähigkeit aufnehmen. Zwar wurde bislang weder ein Vertrag unterzeichnet noch eine Bestellung ausgelöst, doch sieht der Ansatz die Einführung von GlobalEye vor: einer Frühwarnplattform auf Basis des Businessjets Bombardier Global 6500 – einem Flugzeug kanadischen Ursprungs, das für anspruchsvolle multidomänige Aufklärungsaufgaben angepasst wurde.

GlobalEye: Sensorik, Erieye Extended Range und C2

GlobalEye verbindet das Radar Erieye Extended Range von Saab mit einem fortschrittlichen Sensorsatz sowie einem multidomänigen Führungs- und Kontrollsystem (C2). Dadurch lässt sich aus einer einzigen Plattform heraus in Echtzeit die Lage in der Luft, auf See und am Boden überwachen.

Zu den hervorgehobenen Fähigkeiten zählen die Erkennung von Stealth-Bedrohungen, Drohnen sowie ballistischen und hyperschallschnellen Flugkörpern – auch in Umgebungen mit starker elektronischer Störung oder bei hoher Auslastung des elektromagnetischen Spektrums. Darüber hinaus kann das System Ziele und Signale in Entfernungen von bis zu 650 Kilometern verfolgen, was insbesondere zur Überwachung der Arktis sowie für gemeinsame Einsätze von NORAD und der NATO beiträgt.

Industrieeffekte in Kanada und Bezug zum Gripen E/F

Parallel betonten kanadische Stellen den industriellen Nutzen, der mit einer möglichen Beschaffung verbunden wäre. Nach den offiziell veröffentlichten Angaben könnte das Programm rund 3.000 Arbeitsplätze in der Luft- und Raumfahrt- sowie der Verteidigungsindustrie stützen, unter anderem in den Bereichen Engineering, Fertigung und IT-Technologien. Zudem ist vorgesehen, dass in den kommenden fünfzehn Jahren mindestens ein Drittel der künftigen GlobalEye-Flotte in Kanada gefertigt wird – einschließlich Flugzeugen, die für verbündete Staaten bestimmt sind.

Saab erklärte seinerseits, die Arbeiten für Bau, Instandhaltung und Modernisierung der GlobalEye gemeinsam mit kanadischen Industriepartnern umsetzen zu wollen und das Vorhaben mit Investitionen in Forschung und Entwicklung zu begleiten. In diesem Zusammenhang hob der Präsident und CEO des Unternehmens, Micael Johansson, hervor, das System würde der kanadischen Luftwaffe eine „bewährte Fähigkeit“ bieten und zugleich operative Souveränität sowie hochqualifizierte Beschäftigung für die lokale Industrie sicherstellen.

Die vorläufige Auswahl von GlobalEye gewinnt zusätzlich an Bedeutung, wenn man sie im Zusammenhang mit Saabs Bemühungen betrachtet, auch den Kampfjet Saab Gripen E/F in Kanada zu positionieren. Zu Jahresbeginn hatte der schwedische Hersteller sein Angebot ausgeweitet, bis zu 72 Gripen-Kampfjets sowie bis zu sechs GlobalEye-Flugzeuge zu liefern. Damit zielte Saab darauf ab, das kanadische Interesse an einer breiteren Aufstellung bei Rüstungszulieferern zu nutzen und die Beteiligung der eigenen Industrie an künftigen Verteidigungsprogrammen zu erhöhen.

Im Rahmen dieser Strategie brachte Saab sogar die Option ins Spiel, Produktionslinien für Flugzeuge einzurichten, die für die Ukraine bestimmt sind – ein Vorhaben, das nach zuvor veröffentlichten Schätzungen bis zu 10.000 Arbeitsplätze schaffen könnte. Dies geschieht, während Kanada weiterhin den endgültigen Zuschnitt seines F-35-Programms überprüft, das ursprünglich auf die Einführung von bis zu 88 US-Stealth-Kampfflugzeugen ausgelegt war. Vor diesem Hintergrund bedeutet der Fortschritt bei GlobalEye für Saab weit mehr als einen AEW&C-Auftrag: Er eröffnet zugleich eine weitere Möglichkeit, die Bewerbung des Gripen E/F in einem der derzeit bedeutendsten militärischen Beschaffungsvorhaben Nordamerikas zu untermauern.

Verwendete Bilder dienen lediglich Illustrationszwecken.

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