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CubCrafters stellt Carbon Cub ULT mit TurboTech TP-R90 (122hp) vor

Gelbes Sportflugzeug mit Pilot, der neben offener Tür auf grasigem Feld steht.

Die US-amerikanische Herstellerin CubCrafters hat den Carbon Cub ULT offiziell vorgestellt: eine neue Ausführung ihrer etablierten, an die Piper-Cub-Familie angelehnten Leichtflugzeuge für Kurzstart- und Kurzlandebetrieb (STOL) auf kurzen Pisten und in abgelegenen Einsatzgebieten – nun mit Turboprop-Antrieb. Damit entwickelt das Unternehmen die Carbon-Cub-UL-Plattform weiter und verbindet geringes Gewicht und einfache Handhabung mit der als besonders zuverlässig geltenden Turbinentechnologie.

Carbon Cub ULT: Einordnung und Namensgebung

Die Bezeichnung Carbon Cub ULT knüpft zugleich an die Historie des Carbon-Cub-UL-Programms an. Nach Angaben des Herstellers stand „UL“ ursprünglich für den Schwerpunkt auf Leistung bei leichter Struktur (ultra-light) sowie für die Nutzung von bleifreiem Benzin. In der neuen Variante kommt ein „T“ hinzu, das die Turbinenmotorisierung kennzeichnet und zudem auf „ULTimate“ verweist – ein Begriff, mit dem CubCrafters die aus ihrer Sicht endgültige Evolutionsstufe der Carbon-Cub-Plattform für Einsätze in entlegenen Regionen beschreibt.

TurboTech TP-R90: regenerativer Turboprop mit FADEC

Die zentrale Änderung ist der neue TurboTech TP-R90 mit 122hp: eine regenerative Turbine französischen Ursprungs, ausgestattet mit einem vollelektronischen FADEC-System (Full Authority Digital Engine Control). CubCrafters zufolge läuft das Triebwerk ruhiger und lässt sich einfacher bedienen, während der Kraftstoffverbrauch in einem ähnlichen Bereich wie bei der benzinbetriebenen Version bleiben soll.

Das Unternehmen betont, der TP-R90 sei auf höhere Zuverlässigkeit, lange Lebensdauer und einen geringeren Wartungsbedarf ausgelegt – Eigenschaften, die man typischerweise mit Turboprop-Motoren verbindet, hier jedoch auf eine neue Generation von Freizeitflugzeugen übertragen werden.

Durch FADEC entfällt über alle Flugphasen hinweg das manuelle Management von Gemisch und Propeller. Praktisch bedeutet das: Der Pilot schaltet lediglich die Bordelektrik ein und drückt den Startknopf; das System regelt selbstständig Kraftstofffluss, Zündung, Motortemperaturen und die Propellerfunktion.

Trotz Turboprop-Antrieb gibt es aufgrund der regenerativen Technologie einen Leistungsabfall mit zunehmender Flughöhe; ausserdem verfügt der Motor nicht über einen Beta-Modus zur Reversierung. Der Antrieb ist leicht und passt vollständig in den Motorträger, der auch einen Rotax 914 aufnimmt – einen der derzeit verbreitetsten turboaufgeladenen Vierzylinder-Boxermotoren.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Art, wie die Gase in diesem Motor „behandelt“ werden: Die aus dem Kompressor austretende Luft mit 200 °C wird über einen Wärmetauscher, der mit den eigenen Abgasen arbeitet, auf 550 °C aufgeheizt und anschliessend in die Brennkammer geführt, wo die Verbrennung bei 1.000 °C stattfindet. Dieses Verfahren reduziert die Energiemenge, die benötigt wird, um die Luft vor der Verbrennung zu verdichten und zu erwärmen – und senkt damit den Verbrauch des Flugzeugs.

Verbrauchsdaten, STOL-Weiterentwicklung und MOSAIC-Regeln

Laut den von CubCrafters veröffentlichten Daten liegt der stündliche Verbrauch bei 4 Gallonen pro Stunde (15 Liter pro Stunde) im Reiseflug mit 50% Leistung und steigt auf 8 gph (30lph) bei 90% Leistung in einem kontinuierlichen Steigflug. Damit liegt der Wert bei etwa der Hälfte dessen, was ein militärischer Turboprop-Trainer mit dem G 120TP verbraucht; im Vergleich zu benzinbetriebenen Kolbenflugzeugen wie der Cessna 172 bewegt er sich in einer ähnlichen Spanne, tendenziell etwas darunter, und liegt zugleich etwas über dem klassischen Aeroboero AB-115.

Neben dem neuen 122hp-Antrieb übernimmt der Carbon Cub ULT die jüngste Generation aerodynamischer Verbesserungen, die CubCrafters für die Carbon-Cub-Reihe entwickelt hat. Dazu zählen überarbeitete Aerodynamikdetails, ein noch stärkerer Einsatz leichter Verbundwerkstoffe sowie der Erhalt der Fähigkeit, auf extrem kurzen Distanzen zu starten und zu landen (STOL) – ein Merkmal, das die Carbon-Cub-Familie zu einer der weltweit bekanntesten Referenzen für Einsätze auf unbefestigten Pisten gemacht hat.

Als weiterer wichtiger Punkt wird genannt, dass der Carbon Cub ULT unter den neuen MOSAIC-Regeln (Modernization of Special Airworthiness Certification) der Federal Aviation Administration (FAA) als erstes in den USA gebautes Turboprop-Flugzeug von Piloten der Sport-Pilot-Kategorie geflogen werden könne. CubCrafters bezeichnet diese Zulassung als Meilenstein für die US-amerikanische Freizeitfliegerei, weil sie den Zugang zu Turboprop-Technologie in leichten Sportflugzeugen erweitert. Das Flugzeug soll Ende dieses Monats auf der Messe Oshkosh zu besichtigen sein; der Einstiegspreis für den Kauf liegt bei US$ 619.000. Weitere Details zur Maschine sind im Video unten zu sehen:

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