Wie bereits am vergangenen Freitag absehbar war, startete die Woche (13. Juli) mit einem deutlichen Sprung beim Preis für Standard-Diesel: Bis zur Veröffentlichung dieses Artikels lag das Plus bei 3,4 Cent pro Liter.
Auch Standard-Benzin verteuerte sich gegenüber den Werten vom Ende der letzten Woche – um 1,1 Cent pro Liter. Es ist damit zu rechnen, dass die Werte im Laufe des Tages weiter anziehen. Am heutigen Montag liegt der durchschnittliche Preis für Standard-Diesel damit bei 1,824 €/l, während Standard-Benzin 1,902 €/l erreicht.
Warum die Preise gerade steigen: Brent und geopolitische Spannung
Die aktuelle Verteuerung bei Kraftstoffen hängt direkt mit dem Ende des Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran zusammen sowie mit dem Anstieg beim Preis pro Barrel (Brent-Index). Während Brent in der vergangenen Woche noch um 70 US-Dollar lag, wurde zu Wochenbeginn bereits bei 78 US-Dollar gehandelt.
Zum Vergleich: Vor dem Konflikt lag der Durchschnittspreis für Standard-Diesel bei 1,635 €/l, Standard-Benzin stand bei 1,705 €/l.
Entwicklung bei Galp, BP und Repsol (Diesel und Benzin)
Um die tatsächliche Bewegung besser einordnen zu können, lohnt der Blick auf die Anpassungen der grossen Tankstellenketten.
Galp und BP erhöhten den Preis für Standard-Diesel um sechs Cent pro Liter. Repsol hob den Preis um 6,2 Cent pro Liter an. Beim Benzin lagen die Aufschläge bei Repsol und BP bei zwei Cent, während Galp Standard-Benzin um 1,4 Cent pro Liter verteuerte.
Datengrundlage: Zahlen der DGEG
Die Berechnungsbasis für den Kraftstoffpreis sind – wie üblich – die von der Direção-Geral de Energia e Geologia (DGEG) veröffentlichten Daten, in diesem Fall mit Bezug auf Freitag, den 10. Juli.
Die von der DGEG ausgewiesenen Werte enthalten bereits die von den Tankstellenketten gewährten Rabatte sowie die aktuell gültigen Regierungsmaßnahmen. Wichtig ist jedoch: Es handelt sich um Durchschnitts- und Richtwerte, die von den Preisen an den einzelnen Tankstellen abweichen können.
Anpassung des ISP-Rabatts
Angesichts der Entwicklung der Kraftstoffpreise kündigte die Regierung eine erneute Anpassung beim ausserordentlichen Rabatt auf den ISP (Imposto sobre Produtos Petrolíferos e Energéticos) an, der seit Anfang März gilt.
Laut Portaria n.º 294-A/2026/1 vom 10. Juli stieg der Rabatt für Standard-Diesel von 3,03 Cent pro Liter auf 4,23 Cent pro Liter. Für Standard-Benzin wurde der anwendbare Wert von 3,51 Cent pro Liter auf 4,05 Cent pro Liter angehoben.
Zur Erinnerung: Diese Sondermaßnahme war ursprünglich nur bis Ende Juni befristet. Anfang der vergangenen Woche erklärte die Ministerin für Umwelt und Energie, Maria da Graça Carvalho, dass die Unterstützung solange bestehen bleibt, wie die aktuellen Marktbedingungen anhalten. Zugleich wies sie darauf hin, dass der Rabatt schrittweise zurückgenommen wird, sobald sich die Lage stabilisiert.
Diese ausserordentliche Senkung beim ISP kommt zusätzlich zu der seit 2022 bestehenden Entlastung hinzu, die den Preisanstieg nach der Invasion der Ukraine durch Russland abfedern sollte. Dabei wird die Steuerlast auf Benzin und Diesel teilweise reduziert; der Mechanismus wurde fortlaufend angepasst und orientiert sich an der Preisentwicklung.
Was steht dahinter?
Der Preisanstieg bei Kraftstoffen in Portugal und Europa ist unmittelbar mit der Eskalation der Spannungen im Nahen Osten verknüpft, die zur Schliessung der Strasse von Hormus geführt hat – einer der wichtigsten Routen für den Abtransport von Rohöl aus dem Persischen Golf. Rund 20% des weltweiten Rohölhandels passieren diesen Seeweg.
Die Folgen waren an den Märkten sofort sichtbar: Der Brent-Preis, der in Europa als Referenz gilt, lag vor Beginn des Konflikts bei 72 US-Dollar. Während des Konflikts stieg er zeitweise auf über 110 US-Dollar. An diesem Montag bewegte er sich um 78 US-Dollar.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen