Nach gefühlt einem Jahrzehnt aus Entwicklung, Teasern und Konzeptfahrzeugen hat Cupra nun endlich die Serienversion des Raval enthüllt – und kurioserweise erinnert die schnittige, „haiartige“ Front stark an den Porsche Macan Electric.
Einordnung: Cupra Raval als Elektro-Supermini
Mit nur 4 m Länge ist der Raval tatsächlich ein winziger Elektro-Supermini. Auch wenn Cupra behauptet, er „etabliert eine komplett neue Kategorie, die urbane Dynamik mit geräumiger Alltagstauglichkeit kombiniert“, ist ziemlich klar, wo er im Markt steht: als Gegner für Retro-Neulinge wie den Renault 5 und den Peugeot e-208. Immerhin: Der Kofferraum soll grösser ausfallen als bei beiden – und auch der Diffusor wirkt üppiger.
Der Raval – benannt nach einem „mutigen, kreativen und trotzig urbanen“ Stadtteil in Barcelona – basiert auf der neuen MEB+-Plattform des VW-Konzerns. Auf dieser Architektur wird auch der kommende ID. Polo aufbauen. Und ähnlich wie beim modernen Polo GTI soll es beim Raval ebenfalls eine besonders sportliche Variante geben.
Antriebe, VZ-Topmodell und Fahrdynamik
An der Spitze steht der Raval VZ mit 223 bhp und 214 lb ft Drehmoment (rund 290 Nm). Damit zielt er als ernstzunehmender Konkurrent auf Modelle wie den Alpine A290.
Für die Traktion gibt’s im VZ ein elektronisches Sperrdifferenzial, das die Kraft zwischen den Vorderrädern verteilt (denn jeder Raval ist frontgetrieben). Ausserdem ist ein adaptives Fahrwerk mit 15 unterschiedlichen Einstellungen vorgesehen – Launch Control inklusive.
Optisch und technisch legt der VZ gegenüber den Basisversionen ebenfalls nach: breitere Reifen und 19-Zoll-Räder sollen für mehr Präsenz sorgen. Den Sprint von 0–100 km/h (0–62 mph) erledigt er in unter sieben Sekunden. Die 52-kWh-NMC-Batterie soll dabei knapp 250 Meilen Reichweite (rund 400 km) ermöglichen. Einen Prototyp hat man bereits bewegt – wer wissen will, wie sich der Raval fährt, soll „diese Worte anklicken“.
Core, V1 und V2: Akkus, Leistung und Laden
Abseits der Sportausführung startet die Baureihe mit dem Raval Core, der preislich bei etwa 23.000 £ liegen soll. Hier kommt eine 37-kWh-LFP-Batterie zum Einsatz, kombiniert mit einem 114-bhp-Motor. Cupra stellt dafür etwa 186 Meilen Reichweite (rund 300 km) sowie 90 kW Schnellladen in Aussicht.
Darüber positioniert Cupra die Versionen V1 und V2. Dort gibt es die Wahl zwischen dem kleineren Akku mit 133 bhp oder dem grösseren Akku mit 208 bhp. Letztere Kombination soll zugleich die grösste Reichweite im Raval-Programm liefern: ungefähr 280 Meilen pro Ladung (rund 450 km). Zudem steigt hier die Ladeleistung auf 130 kW – ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent soll 23 Minuten dauern.
Innenraum, Infotainment und Ausstattung
Im Innenraum wird ein Sounddesign versprochen, das von der Formula E inspiriert ist. Optional soll es zudem ein hochwertiges 12-Lautsprecher-Sennheiser-Soundsystem geben. Dazu kommen reichlich Ambientebeleuchtung, auf Wunsch veganes Kunstleder sowie besonders ausgeformte Schalensitze.
Erfreulich klassisch: Am Lenkrad sind echte physische Tasten vorhanden, und auch Schaltwippen zum Einstellen der Rekuperation gibt es. Weniger konsequent: Die Klimasteuerung läuft weiterhin über berührungsempfindliche Slider und den 12,9-Zoll-Infotainmentbildschirm. Tja. Immerhin soll genau dieser Screen jetzt ein neues Android-OS nutzen.
Für ein so kleines VW-Konzernmodell steckt überraschend viel Technik im Paket – darunter Travel Assist (Tempomat-/Assistenzfunktionen) und ein automatisches Einparksystem. Ausserdem sind V2L-Funktionalität, beleuchtete Logos und Matrix-LED-Scheinwerfer angekündigt. Ziemlich edel.
Räder, „Iridescent Plasma“ und die grosse Frage
Laut Cupra können Käuferinnen und Käufer aus acht verschiedenen Alufelgen-Designs wählen. Als auffällige Lackoption gibt es „Iridescent Plasma“, das „je nach Licht von Cyan, Blau und Indigo bis zu Rosenrot wechselt“.
Apropos Licht: Meint ihr, der Raval kann dem aktuellen Klassenprimus, dem Renault 5, wirklich das Wasser reichen?
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