Wer in Frankreich noch den rosa Führerschein aus Pappe besitzt, muss ihn in absehbarer Zeit ersetzen, damit er gültig bleibt. Der Staat hat dafür eine feste Frist gesetzt: Bis zu diesem Stichtag muss das Dokument zwingend gegen das neue Format ausgetauscht werden, sonst droht ein Verstoss.
Für viele langjährige Autofahrer steht damit eine spürbare Umstellung an. Der rosa Papierführerschein, der seit 1922 existiert, wird schrittweise durch einen moderneren und vor allem sichereren Führerschein im Bankkartenformat ersetzt. Dieses Kartenformat gilt zwar bereits seit über 10 Jahren als Standard, ist aber bei vielen, die ihren Führerschein schon lange besitzen, noch nicht angekommen.
Ein Dokument, das überholt ist
Der rosa Führerschein aus Karton wurde noch bis 2013 ausgestellt, entspricht heute jedoch nicht mehr den Standards, die in anderen westlichen Ländern – und generell weltweit – üblich sind. Er ist empfindlich (bei den meisten ist er zumindest an einer Stelle eingerissen), lässt sich relativ leicht fälschen und wird im Ausland nicht immer anerkannt, insbesondere dann, wenn Sie ein Fahrzeug mieten möchten.
Hinzu kommt ein praktisches Problem: Der verbleibende Punktestand lässt sich damit nicht einfach online prüfen. Um den aktuellen Stand in Echtzeit zu sehen, muss man ein eher umständliches Verfahren über die Website mespoints.permisdeconduire.gouv.fr durchlaufen.
Ein deutlich sichereres Format
Der neue Führerschein im Bankkartenformat ist dagegen eine laminierte Plastikkarte in der Grösse einer Bankkarte. Im Vergleich zum Papier-/Kartonformat ist sie robuster, schwerer zu manipulieren und vor allem alltagstauglicher: Sie passt problemlos ins Portemonnaie – direkt neben die Bankkarte.
Ausserdem ermöglicht das neue Format, den Punktestand online einzusehen. Wichtig ebenfalls: Seit Anfang 2024 kann der Führerschein über die App „France Identité“ auch direkt auf einem Smartphone hinterlegt werden.
Wann verliert er seine Gültigkeit?
Auch wenn der rosa Papierführerschein offiziell kein aufgedrucktes Ablaufdatum hat, gilt er ab dem Jahr 2033 nicht mehr. Wer noch den alten Führerschein besitzt, hat bis zum 19. Januar 2033 Zeit, den Austausch gegen das neue Format zu beantragen.
Nach Ablauf dieser Frist ist der rosa Führerschein ungültig. Dann droht zunächst ein Bussgeld von 11 Euro, das später auf 38 Euro erhöht werden kann. Wird bei einer Kontrolle kein gültiger Führerschein (im Bankkartenformat) vorgelegt, kann die Strafe bis zu 135 Euro betragen – zudem kann das Fahrzeug stillgelegt werden.
Damit bleiben weniger als 10 Jahre, um den Austausch zu erledigen. Das Verfahren ist unkompliziert und sorgt dafür, dass man den aktuellen Vorgaben entspricht – auch bei Fahrten ins Ausland. Zu beachten ist allerdings: Der neue Führerschein ist 15 Jahre gültig, anders als der alte rosa Führerschein, der zeitlich unbegrenzt galt. Man muss sich also daran gewöhnen, ihn regelmässig zu erneuern, damit auch das Passfoto aktuell bleibt.
Was ist bis dahin zu tun?
Derzeit ist ein Umtausch noch nicht verpflichtend – ausser bei Verlust, Diebstahl oder Beschädigung. Ein eingerissener Führerschein wird nicht akzeptiert, daher ist ein Ersatz in solchen Fällen empfehlenswert. Der Antrag für diese Situationen wird über die Website der ANTS (Nationale Agentur für sichere Ausweisdokumente) gestellt und kostet 25 Euro.
Ansonsten gilt: Für Inhaber des historischen rosa Kartonmodells ist der Umtausch in das neue Format kostenlos. Das Innenministerium hat ausserdem klargestellt, dass bislang keine Entscheidung getroffen wurde, einen Austausch schon vor 2033 verpflichtend zu machen.
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