Zum Inhalt springen

Renault Gruppe: über 1 Million Elektroautos in Frankreich produziert

Weißes Renault EV 1M Elektroauto in modernem Showroom mit großen Fenstern und Ladestation.

Vor rund fünfzehn Jahren, als die Renault Gruppe den Zoe und den Kangoo ZE auf den Markt brachte, setzte sie auf Elektromobilität zu einer Zeit, in der sie noch als riskante Wette galt. Aus dieser frühen Entscheidung ist nun ein neuer Meilenstein entstanden: Seit 2010 hat das Unternehmen in Frankreich mehr als eine Million Elektroautos gebaut.

Dieser Erfolg beruht auf dem Zusammenspiel mehrerer französischer Industriestandorte - Douai, Maubeuge, Dieppe, Batilly und Sandouville -, die durch Werke für mechanische Komponenten in Cléon, Ruitz und Le Mans ergänzt werden. Hinzu kommt die Flins Refactory, die auf Kreislaufwirtschaft ausgerichtet ist.

Nach Angaben von Renault sind inzwischen sämtliche französischen Industrieeinheiten auf die Umstellung zur elektrischen Mobilität ausgerichtet. Insgesamt beschäftigt dieses Ökosystem rund 39.000 Menschen und sichert über das Zuliefernetzwerk weitere 35.000 Arbeitsplätze.

„Der Meilenstein von einer Million in Frankreich produzierten Elektroautos der Renault Gruppe ist vor allem eine Quelle kollektiven Stolzes: Stolz auf unsere Teams und Zulieferer, die sie bauen, Stolz auf unsere Kundinnen und Kunden, die sie wählen, und Stolz auf eine Gruppe, die sich langfristig zu Frankreich bekannt hat“, erklärte François Provost, CEO des Unternehmens, in einer Mitteilung.

Im Zentrum des Geschehens

Ein wesentlicher Teil des Wachstums bündelt sich in Douai im Norden Frankreichs. Gemeinsam mit dem Werk in Maubeuge bildet der Standort den Industriepol Electricity, der zuletzt die Marke von 600.000 produzierten Elektrofahrzeugen überschritten hat - das entspricht laut Renault mehr als der Hälfte der nationalen Gesamtproduktion. Innerhalb von nur fünf Jahren habe sich dieser Verbund zum grössten europäischen Produktionszentrum für Elektroautos entwickelt, so das Unternehmen.

Als zentraler Treiber gilt der Renault 5 E-Tech. Das Modell lag Ende 2025 bei über 100.000 produzierten Einheiten; bis zum Ende dieses Jahres rechnet die Marke mit 200.000.

Die hohe Nachfrage hat in Douai konkrete Anpassungen ausgelöst: Seit Oktober des vergangenen Jahres wurden 550 befristet Beschäftigte eingestellt, ein teilweiser Nachtschichtbetrieb eingeführt und ab September ist eine weitere Steigerung der Produktionsgeschwindigkeit vorgesehen.

In Maubeuge, wo die Fertigung elektrischer Modelle 2011 mit dem Kangoo ZE begann, laufen heute der Kangoo E-Tech und der Renault 4 E-Tech vom Band. Letzterer führt nach Darstellung der Renault Gruppe sein Segment auf dem französischen Markt an.

Zwischen 2022 und 2025 hat der Electricity-Pol 700 unbefristete Stellen geschaffen und plant, bis 2027 weitere 300 Personen einzustellen. Neben Modellen von Renault und Alpine werden auf den Linien derzeit auch Fahrzeuge für Nissan und Mitsubishi produziert; zudem ist die Fertigung von Modellen für Ford vorgesehen.

Zwischen 2022 und 2025 entstanden im Electricity-Pol ebenfalls 700 dauerhafte Arbeitsplätze, und bis 2027 sind zusätzlich 300 Neueinstellungen eingeplant. Zusätzlich zu Renault- und Alpine-Fahrzeugen werden dort Modelle für Nissan und Mitsubishi gebaut; ausserdem ist die Produktion von Ford-Modellen angekündigt.

Die Investition geht weiter

Seit 2021 hat die Renault Gruppe 13 Milliarden Euro in den Aufbau dieser Wertschöpfungskette für Elektromobilität investiert. Nun betont Renault-Generaldirektor François Provost, dass das Unternehmen - sofern die passenden Rahmenbedingungen gegeben sind - bereit sei, im Rahmen des mittelfristigen Strategieplans futuREady weitere 13 Milliarden Euro zu investieren.

Parallel zu den Investitionen in die Standorte setzt die Renault Gruppe auf Qualifizierung: Über die Reknow University haben bereits mehr als 53.000 Mitarbeitende Schulungen unter anderem zu Elektrifizierung, Batterietechnologie, Künstlicher Intelligenz und Kreislaufwirtschaft durchlaufen.

Eine Strategie für die Zukunft

Die Industrieplanung der Renault Gruppe richtet sich nicht ausschliesslich auf Pkw. In Frankreich werden auch die leichten Nutzfahrzeuge Kangoo E-Tech, Trafic Van E-Tech und Master E-Tech gefertigt - und zwar in den Werken Maubeuge, Sandouville beziehungsweise Batilly.

Ende 2026 kommt der neue elektrische Trafic E-Tech. Laut Renault handelt es sich dabei um das erste leichte Nutzfahrzeug, das in Europa mit einer Software-Defined-Vehicle-Architektur (SDV) entwickelt wurde.

Renault ordnet diese Ausrichtung als Antwort auf den zunehmenden internationalen Wettbewerbsdruck ein, insbesondere durch chinesische Hersteller. Aus Sicht des Unternehmens stärkt die Bündelung der Elektrofahrzeugproduktion in Frankreich die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie.

Nach Einschätzung von Renault belegt die Strategie zudem, dass sich in Frankreich wettbewerbsfähige und bezahlbare Elektroautos entwickeln, produzieren und vermarkten lassen.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen