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Morgan Supersport 400: Morgans erster Serienwagen mit 402 bhp

Blauer klassischer Sportwagen mit schwarzem Dach, elegante Linien und reflektierender Bodenoberfläche

Morgan und die lange Tradition

Bei der Morgan Motor Company ticken die Uhren langsam.

Morgan wurde vor 116 Jahren gegründet. Seit 112 dieser Jahre sitzt die Marke am selben Ort – in der hübsch-altmodischen Fabrik an der Pickersleigh Road in Malvern. Und noch immer wird Eschenholz aus britischen Wäldern genutzt, um die Karosserie zu formen und zu tragen.

Umso grösser ist der Einschnitt, den man – nun ja – Einschnitt nennen darf: Morgan hat erstmals einen Serienwagen auf die Räder gestellt, der die Marke von 400 bhp überschreitet. Hier ist der Morgan Supersport 400. Warum auch mit einem übertrieben komplizierten Namen hektisch werden?

Morgan Supersport 400 mit 402 bhp: Einordnung der Leistung

402 bhp, um exakt zu sein, wirken im Jahr 2026 nicht besonders spektakulär. Unzählige elektrische Crossover liefern diese Art Schub ganz nebenbei. Deutsche Kompaktsportler zucken bei 400 bhp kaum mit der Wimper. Und Ferrari bot 400 bhp bereits vor 25 Jahren in einem 360-förmigen Supersportwagen an. Dessen heutiger Nachfolger, der 296 GTB, mobilisiert mehr als doppelt so viele Pferde.

Doch sind nicht viele längst müde von der endlosen Leistungsspirale? Morgans definieren sich nicht über nackte Geschwindigkeit, sondern über andere Werte: britische Prägung, Tradition, Handwerk. Wobei der neue Supersport 400 alles andere als behäbig ist …

Technik-Upgrade: Reihensechser, Beschleunigung und Vmax

Der von BMW stammende 3,0-Liter-Reihensechszylinder aus dem normalen Supersport legt um 65 bhp zu und drückt die Zeit von 0–96 km/h von 3,9 auf 3,6 Sekunden. Für ein reines Heckantriebsauto ohne E-Motoren ist das ausgesprochen flott.

Trotz Aerodynamik in etwa auf Ohrensessel-Niveau steigt die Höchstgeschwindigkeit von 166 mph auf 180 mph (von 267 auf 290 km/h). Normalerweise wäre das der Moment, in dem wir anmerken würden, wie viel schneller das im Vergleich zu einem Porsche Boxster ist. Doch während der im E-Auto-Limbo festhängt, ist der Super-Mog längst am Horizont verschwunden. Holla die Waldfee!

Fahrwerkspaket, Details im Innenraum und neue Luftauslässe

Das Fahrwerkspaket für £3.100, das beim normalen Supersport optional ist, gehört beim 400 serienmässig dazu: 24 Klicks für Druck- und Zugstufenverstellung an den Nitron-Dämpfern, damit der Fluss auf der Landstrasse genau passt. Ausserdem gibt’s eine kernigere Abgasanlage und leichtere 19-Zoll-Räder (48 cm).

Am besten gefallen uns aber die kleinen Änderungen, die man leicht übersieht. Innen kann der etwas plastikhaft wirkende, von BMW übernommene Wählhebel optional gegen ein eigenes Morgan-Teil getauscht werden – gefertigt aus dunkelgrau eloxiertem Aluminium. Das wirkt deutlich stimmiger zur Morgan-Ästhetik als das BMW-Teil, das zuvor herausstach wie ein iPhone Pro Max in Downton Abbey.

Ebenso gelungen: die neuen Entlüftungsöffnungen in den elegant geschwungenen vorderen Kotflügeln. Sie leiten Hitze aus dem schmalen Motorraum unter der seitlich angeschlagenen Motorhaube ab. Ein bisschen putzig, gleichzeitig aber angriffslustig – wie ein Beefeater vom Tower of London mit Schlagringen.

Preisregion: Über £105.000 und die naheliegenden Alternativen

Durch die Mehrleistung, die zusätzliche Ausstattung sowie die angebotenen Sonderfarben und Interieur-Varianten werden die Preise des Supersport 400 bequem über den £105.000 liegen, die für das Basismodell aufgerufen werden.

In dieser Preiszone gibt es viele naheliegendere Optionen. Ein Porsche 911 Carrera S bringt 475 bhp für £120.000. Ein AMG GT 55 mit einem gewaltigen V8 beginnt bei £143.000 – ist in der Praxis aber langsamer als der Morgan, weil er mit Touchscreens beschwert ist.

So gesehen ist das hier vielleicht Morgans Bugatti Chiron – die ultimative Geschwindigkeitsmaschine der Marke. Gleichzeitig bleibt es ein konsequent eigenwilliges Auto für Menschen, die keine Lust auf den ausgetretenen Sportwagenpfad haben. Gebt dem Ganzen noch 50 Jahre, und vielleicht existiert dann einer mit 500 bhp. Verlassen würden wir uns darauf allerdings nicht.

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