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Ausschreibung des Argentinischen Heeres: Brückenlegefahrzeuge für mehr Beweglichkeit
Um Fähigkeiten zurückzugewinnen, die die Mobilität und die Verlegefähigkeit seiner Verbände erhöhen, hat das Argentinische Heer ein Vergabeverfahren zur Beschaffung neuer Brückenlegefahrzeuge für die Pioniertruppe angestossen. Mit der Einführung dieser Systeme soll die Fähigkeit wiederhergestellt werden, natürliche wie künstliche Hindernisse zügig zu überwinden – eine als zentral eingestufte Funktion, um die taktische Beweglichkeit der Kräfte sicherzustellen und den Aufbau einer künftigen radbeweglichen mechanisierten Brigade mit vollumfänglicher Einsatzfähigkeit zu unterstützen.
Umfang der Beschaffung und geforderte Trägerplattform 8×8
Die Öffentliche Ausschreibung Nr. 0400/2026 sieht den Erwerb eines selbstfahrenden Brückenlegesystems für Pioniere auf einer 8×8-Plattform vor. Gefordert sind ein Dieselmotor mit 300 kW Leistung, Automatikgetriebe sowie ein Hubraum von 12.700 cm³. Laut Leistungsbeschreibung muss das Gesamtsystem aus dem Trägerfahrzeug, der Start- und Einbauausrüstung sowie einer taktischen Scherenbrücke bestehen – als Komplettpaket, das in unterschiedlichen Einsatzszenarien schnell bereitgestellt werden kann.
Warum neue Systeme nötig sind
Der Bedarf ergibt sich daraus, dass die derzeit genutzten taktischen Brücken bereits mehrere Jahrzehnte im Dienst stehen. Das schränkt die Durchführung von Übergangs- und Übersetzmanövern ein und reduziert die Handlungsfreiheit der Einheiten – sowohl in militärischen Operationen als auch bei Unterstützungsleistungen für die Bevölkerung. Zudem verfügt die Streitkraft aktuell nicht über Brückenlegefahrzeuge mit der erforderlichen taktischen Mobilität, um in verschiedenen geografischen Umgebungen zu operieren – eine Voraussetzung, um den kontinuierlichen Fortgang der Bewegung sicherzustellen. Die letzten Systeme dieser Art waren auf AMX-13-Fahrgestellen aufgebaut; sie wurden bereits vor einigen Jahren ausser Dienst gestellt.
Geforderte Leistungsdaten der Scherenbrücke (MLC 50, 10–20 m)
Leistungsseitig muss das künftige System Hindernisse mit 10 bis 20 Metern Spannweite überbrücken können und dabei eine Mindesttragfähigkeit von MLC 50 (Military Load Classification) gewährleisten. Dadurch soll eine breite Palette militärischer Fahrzeuge – sowohl rad- als auch kettengetrieben – den Übergang nutzen können.
Vorgesehen ist eine leichte Brückenkonstruktion mit vier hochfesten Stahlträgern in Scherenbauweise. Die Fahrbahn soll etwa 3,5 Meter breit sein und als durchgehende Plattform ausgeführt werden, um den sicheren Verkehr unterschiedlichster Fahrzeugtypen zu erleichtern. Ausserdem muss die Brücke die Kopplung mit weiteren Abschnitten desselben Modells erlauben, sodass sich mit Zwischenauflagerungen längere Viadukte realisieren lassen.
Einsatzablauf, Sicherheit und Betrieb bei Nacht sowie schlechtem Wetter
Das System soll wenige Minuten nach dem Eintreffen am Hindernis mit dem Verlegen beginnen können und das Ausbringen oder Bergen eines Abschnitts in rund zwölf Minuten abschliessen. Zur Absicherung dieser Arbeitsgänge muss das Fahrzeug über ein integriertes Stabilisierungssystem verfügen sowie eine elektronische Überwachung der Längs- und Querneigung.
Darüber hinaus wird gefordert, dass die Brücke von beiden Enden be- und entladen werden kann, eine LED-Beleuchtung für Nachteinsätze besitzt und zusätzliche Lasten durch Schnee, Eis oder Schlamm aufnehmen kann. Damit wird der Einsatz auch unter ungünstigen Witterungsbedingungen erweitert.
Mögliche Kandidaten: Tatra T815-7 und Anaconda von Rheinmetall/GDELS
Unter den Systemen, die zu den vom Argentinischen Heer definierten Anforderungen passen könnten, ragen Konzepte auf Basis des tschechischen Tatra T815-7-Fahrgestells heraus. Ebenfalls genannt wird das Anaconda-System, das von Rheinmetall/GDELS vermarktet wird. Beide Ansätze setzen auf hochmobile 8×8-Plattformen und Scherenbrücken, die in wenigen Minuten verlegt werden können, mit Tragfähigkeiten nach NATO-Standards sowie der Eignung, die Bewegung gepanzerter und logistischer Fahrzeuge zu unterstützen.
Mit dieser Ausschreibung will das Argentinische Heer eine für die Pionierkräfte als strategisch bewertete Fähigkeit reaktivieren: die Beweglichkeit der Landstreitkräfte gegenüber natürlichen oder künstlichen Sperren zu erhöhen und die für das Aufrechterhalten des Operationsfortschritts benötigten Zeiten zu verkürzen. Gleichzeitig soll die künftige Einführung dieser Fahrzeuge einen dualen Nutzen liefern, da sie auch bei nationalen Notlagen eingesetzt werden können – etwa zur Wiederherstellung von Übergängen über Wasserläufe oder in von Naturkatastrophen betroffenen Gebieten – und so die Reaktionsfähigkeit des militärischen Instruments zur Unterstützung der Bevölkerung stärken.
Verwendete Bilder dienen ausschliesslich Illustrationszwecken.
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