Tja – das ist auf jeden Fall … etwas. So liest sich BMWs Interpretation der Eleganz seiner neue Neue Klasse-Designsprache, angewendet auf den ganz grossen Hund im Rudel. Denn hier steht die brandneue BMW 7 Series. Und ja: Das ist auf jeden Fall … etwas.
Etwas, das man – sagen wir es ruhig – interessant nennen könnte? Diese massiv überarbeitete 7er-Generation trägt vorn nun ein komplett neues Gesicht, dominiert von der „reprofiled“ Nieren-Grafik und ultraflachen Scheinwerfern, die der Limousine diesen leicht unheimlichen Blick geben, als würde sie dich still und ohne Worte verurteilen.
Im Vergleich zum auslaufenden 7er wirkt das Ganze deutlich aufgeräumter und stimmiger. Und draussen in der grossen, etwas furchteinflössenden Realität dürfte das Auto enorm präsent auftreten. Das Heck sieht zudem richtig gut aus: schmale Leuchten, die sich über die Fahrzeugmitte ziehen, und insgesamt eine weniger verspielte, deutlich kantigere, blockigere Haltung.
Design der BMW 7 Series: Neue Neue Klasse in XXL
Für den britischen Markt geht das Paket mit drei rein elektrischen Varianten (das sind i7-Ausführungen) und zwei Plug-in-Hybriden (mit klassischem 7-Series-Schriftzug) an den Start. Und jetzt: einmal tief durchatmen, denn wir gehen kopfüber in einen schäumenden Pool aus Zahlen.
Der i7 50 xDrive kommt mit zwei Motoren, knapp 450bhp, 727 km Reichweite, 0–100 km/h in 5,5 s und einer Höchstgeschwindigkeit von 209 km/h. Danach folgt der i7 60 xDrive: 537bhp, ebenfalls 727 km, 0–100 km/h in 4,8 s und 240 km/h Spitze. Und schliesslich gibt’s den i7 M70 xDrive als M Performance-Modell: satte 671bhp, Berge an Drehmoment, 686 km Reichweite, 0–100 km/h in 3,8 s und maximal 249 km/h.
Und: atmen.
i7 Technik: neue Batterie, schnelleres Laden und kluge Rekuperation
Mit an Bord ist eine neue Batterie, die BMWs aktuellste Zellgeneration und eine überarbeitete (schnellere) Ladetechnik nutzt – natürlich alles im Sinne der Neue Klasse. Dazu kommen bessere E-Motoren und Elektronik sowie eine adaptive Brems-Rekuperation, die auf die Strasse reagiert. Clever gemacht.
Plug-in-Hybride: 750e xDrive und 760e xDrive
Wer einen 7er mit „echtem“ 7er-Emblem will, hat die Wahl zwischen 750e xDrive und 760e xDrive. Beide setzen auf eine aktualisierte Version von BMWs bewährtem – und wirklich hervorragendem – 3,0-Liter-Reihensechser, der hier von einem verbesserten Turbo profitiert. Dazu kommen E-Motor und Achtgang-Getriebe. Der Akku fällt mit 18,7 kWh kleiner aus, dafür sind bis zu 80 km rein elektrisch drin.
Beim Sprint kann der 750e mit seinem 482bhp-Antriebsstrang 0–100 km/h in 4,8 s, der 760e senkt das auf 4,2 s – dank 604bhp. Und dieses Topmodell bekommt sogar eine eigene, sportlichere Auspuffabstimmung.
Assistenz, Fahrwerk und Innenraum-Technik
Selbstverständlich ist Level-2-Unterstützung Teil des Pakets, inklusive freihändigem Fahren bis 130 km/h auf der Autobahn, einer ganzen Armada BMW-gebrandeter „assistants“, Luftfederung mit adaptiven Dämpfern serienmässig, Aktivlenkung sowie optional weiterer Fahrwerks-Technik, die Wankbewegungen reduziert (bei den M Performance-Autos serienmässig).
Innen erwartet dich eine Welt aus Pixeln, Leder und Amazon-KI. Und dann ist da noch die nicht ganz kleine Sache mit einer weiterentwickelten Version von BMWs gewaltigem „Theatre Screen“, ähm, Bildschirm. Gemeint ist das optionale 31,1-Zoll-8K-Monster im Fond, das jetzt auch als Videokonferenz-Monitor dienen kann – denn eine Kamera ist integriert.
Vorn hat BMW das Cockpit mit einem schwebenden Instrumententräger neu gestaltet und ergänzt es um ein serienmässiges 14,6-Zoll-Passagierdisplay – eine Premiere für einen Bimmer. Klar, dazu gehören Panoramic iDrive und BMWs OS X.
Dazu kommen Ambientebeleuchtung, ein auf Wunsch Rolls-Royce-artig illuminierter Dachhimmel (hier allerdings „nur“ 40 LEDs), ein Bowers & Wilkins Surround-Soundsystem sowie reichlich Geräuschdämmung durch Akustikverglasung, Schaum-Absorption und bessere Abdichtungen. Und sehr, sehr viel Tech – zu viel, um es hier komplett aufzuzählen.
Die Polsterung „Veganza“ ist serienmässig, echtes Leder lässt sich optional bestellen. Und ja, die Materialanmutung und Auswahl wirkt hier erwartungsgemäss auf höchstem Niveau – offenporige Hölzer und Alcantara zum Beispiel. Kombiniert mit Komfortsitzen und Soft-Close-Türen bekommst du vermutlich eine ziemlich gute Vorstellung davon, wie es sich anfühlt, in einem Banksafe zu sitzen.
Apropos Banken: Besser, du stellst dich mit deiner gut. Preislich dürfte es bei über 105.000 £ losgehen. Ob die S-Klasse damit einen härteren Kampf vor sich hat?
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