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Vision BMW Alpina: Neue Alpina zwischen BMW und Rolls-Royce bis 2027

Elegantes grünes Luxusauto mit markantem LED-Frontdesign auf Podest vor Publikum bei Gebäuden.

Der Vision BMW Alpina ist kein Serienfahrzeug – und sehr wahrscheinlich wird er es auch nie werden. Stattdessen zeigt dieses Konzept, wohin sich die wohl coolste Automarke der Welt entwickeln will.

Denn Alpina ist schlicht unglaublich cool. Warum genau, lässt sich schwer greifen: Vielleicht liegt es an der extremen Seltenheit, an der fast schon pedantischen Liebe zu Technik und Gestaltung, daran, dass es eine Marke für Leute ist, die „wenn du’s weisst, weisst du’s“ verstehen, an Ausstrahlung und Können des inzwischen verstorbenen Gründers Burkard Bovensiepen, an der Motorsport-Vergangenheit – oder ganz banal an diesen herrlich guten Alufelgen.

Vision BMW Alpina und die Wurzeln im E24

Möglich ist auch, dass Alpina in einer Ära erwachsen wurde, in der BMW-Design kaum danebengreifen konnte. In jener Zeit entstanden Ikonen wie der wunderschöne E24 6er, den Buchloe später meisterhaft zum Alpina B7 Coupé veredelte.

Und nein: Hier wurde nicht irgendein alter BMW als Vorlage herausgepickt – sondern genau das Modell, das Neue Alpina als Inspirationsquelle gewählt hat, um den eigenen Vorstoss in ein besonders exklusives und lukratives Segment anzuführen.

Denn Neue Alpina ist ab Januar 2026 fest in den BMW-Konzern integriert. Und die neue Marke soll dort beginnen, wo die teuersten BMW aufhören – und genau dort enden, bevor man sich denkt: „Hm, dafür bekäme ich auch einen nagelneuen Rolls-Royce.“ Zwischen BMW und Rolls-Royce klafft eine grosse Lücke – und sie soll mit genau so etwas gefüllt werden.

Wobei: nicht mit diesem Auto im wörtlichen Sinn, wie gesagt. Dieses Konzept übernimmt eine grundlegendere Aufgabe. „Es soll die Marke ganz klar auf dem richtigen Niveau im Markt verankern, dort, wo wir das Potenzial von BMW Alpina sehen“, erklärte der neue Chef Oliver Viellechner. „Eine weitere wichtige Rolle dieses Fahrzeugs ist es, all die kleinen Details zu zeigen, die Alpina charakterisieren – und genau das nehmen wir in die Serienfahrzeuge mit.

„Diese kleinen Icons, die man als ‚Alpina‘ wiedererkennt“, ergänzte er.

Neue Alpina: Positionierung zwischen BMW und Rolls-Royce

Also schauen wir uns an, was BMW heute als „Alpina“ definiert. Und davon gibt es reichlich. Der Vision BMW Alpina ist ein echtes Monstrum: 5,2 m lang und nur 16 cm kürzer als ein neuer BMW 7er – mit dem er sich auch die Architektur teilt. Er ist breit, niedrig, strahlt Selbstbewusstsein aus. Und er nimmt die Sharknose des E24 – und macht sie noch deutlich „haifischiger“. Die Front soll „BMWs Niere als dreidimensionale Skulptur neu interpretieren“. Aufgepasst, Der Weisse Hai.

Dazu kommt eine neue „Speed Feature Line“, die sich seitlich bis nach hinten zieht und in die L-förmigen Leuchten übergeht. Diese Linie soll BMW Alpinas Bekenntnis zu „Speed, nicht Sport“ sichtbar machen. Das ist wichtig, um den Ansatz zu verstehen.

Dieses Tempo soll ohne Abriegelung möglich sein – tatsächlich soll kein Serien-Alpina jemals begrenzt werden – und von einem „satten“ V8-Verbrennungsmotor kommen. So lautet der Auftakt: Alpina soll keine reine Verbrennermarke bleiben, aber starten wird Neue Alpina zunächst ausschließlich mit Verbrennungsmotoren. Und zwar mit grossen V8 – „ohne Stecker“, wie Viellechner es formuliert.

Komfort, V8-Charakter und Alpina-Details

Und all das soll auf typisch Alpina-Art serviert werden: mit maximalem, gelassenem Komfort. In jedem BMW Alpina wird der Standardmodus ein neuer „Comfort+“-Modus sein, der über BMWs übliche Komfortabstimmung hinausgeht. Sport und Sport+ fliegen dafür raus – an ihre Stelle treten „Speed“ und „Speed+“.

Denn nach Überzeugung von BMW Alpina und dem ursprünglichen Gründer Burkard gilt: „Ein komfortabler Fahrer ist ein schneller Fahrer.“ Und Komfort gibt es reichlich, wenn dieses Vision-Konzept als Massstab dient: Im exzellenten Innenraum finden sich üppige, luxuriöse Details – Vollnarbenleder, spezielle Nähte, Kristall, Metall, Satin; man versteht schon. Selbst die Gläser im Fond sind magnetisch fixiert, damit sie nicht umkippen, wenn man auf der Autobahn richtig schnell unterwegs ist.

Aus Sicht der neuen Führung muss das Interieur auch herausragend sein. BMW skaliert ausgewählte Händlerstandorte und Werke hoch, um die umfangreiche Individualisierung abzudecken, die ein zentraler Teil der Neue-Alpina-Philosophie werden soll (eine verlässliche Geldquelle – Ferrari und Bentley lassen grüssen). Entsprechend darf es weder hässlichen Kunststoff noch mittelmässige Materialien noch schlampige Ausführung geben. Ziel ist, wörtlich, 100 Prozent.

Gleichzeitig greift das Konzept in die eigene Historie – über das, was Alpina „Details auf den zweiten Blick“ nennt: die vier Endrohre, der neue „Alpina“-Schriftzug, der selbstbewusst auf der Frontschürze sitzt, so wie er es soll (und in Serienfahrzeugen auch immer dort sitzen wird), die Dekorlinien entlang der Flanke – und nicht zuletzt: die Räder.

Das Konzept trägt vorn 22 Zoll (rund 56 cm) und hinten 23 Zoll (rund 58,4 cm) – im 20-Speichen-Design, „das bei Alpina seit 1971 eine Konstante ist“. Allein dafür würde man es kaufen. Kaufen kann man es natürlich nicht.

Und damit ist längst nicht alles gesagt. „Chrom zum Beispiel ist nicht vordergründig, aber es ist immer auf den senkrechten Flächen“, erklärte BMW-Alpina-Designchef Max Missoni. „Wenn man zur inneren Struktur geht, nimmt man mehr Wertigkeit wahr.

„Jedes Detail steht für Substanz“, ergänzte er, „in der Technik, in den Materialien und in der Geschichte, die es erzählt.“

Diese Geschichte beginnt heute mit diesem Vision-Konzept – und setzt sich 2027 mit dem ersten BMW Alpina fort, der wirklich ein Serienauto sein wird: „Inspiriert vom BMW 7er, aber unverkennbar BMW Alpina.“

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