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Pocket Rocket: Alpine, CUPRA, Peugeot, Abarth und MINI erfinden den kompakten Sportler elektrisch neu

Blauer sportlicher Elektroauto-Prototyp mit grünem Akzent und auffälligem Scheinwerfer im Ausstellungsraum.

Der pocket rocket ist tot – es lebe der pocket rocket? Auf dem unumkehrbaren Weg vom klassischen Auto zur Elektrifizierung stehen Alpine, CUPRA, Peugeot, Abarth und MINI davor, den kompakten Sportler neu zu erfinden – und dabei Oktan gegen Elektronen zu tauschen.

Zwar gibt es weiterhin pocket rockets im Handel (wenn auch immer weniger), und dieses Jahr wurde die Nische sogar noch durch den starken Hyundai i20 N aufgewertet. Trotzdem wirkt das Schicksal dieser kleinen, aufmüpfigen Benziner durch strengere Emissionsvorschriften praktisch besiegelt: Es ist nur eine Frage von (wenigen) Jahren, bis sie zwangsläufig von der Bildfläche verschwinden.

Hinter den Kulissen der Automobilindustrie entsteht jedoch bereits eine neue, bislang unbekannte Generation von pocket rockets – und die wird ein deutlich anderes „Tier“ sein als alles, was wir bisher kannten.

Denn an die Benzin-pocket rockets, die wir so gut kennen und schätzen, werden wir uns gewöhnen müssen: an das laute Aufheulen beim Durchtreten des Gaspedals, an serienmässige „pops e bangs“ und an drei Pedale für mehr Interaktion und Kontrolle.

Die neue „Spezies“, die ihren Platz einnimmt, wird dagegen zu 100% elektrisch und zugleich 100% mehr … unkompliziert sein. Leistung, die leichter zugänglich ist, eine völlig lineare Kraftentfaltung und keine ineffizienten Unterbrechungen durch Gangwechsel. Aber wird sie sich genauso „unter die Haut“ brennen wie einige pocket rockets von heute – und auch aus der Vergangenheit? In ein paar Jahren werden wir es wissen.

Am nächsten an dieser künftigen Realität ist aktuell der MINI Cooper SE: die Elektroversion des bekannten MINI. Mit 135 kW oder 184 PS liefert er bereits beachtliche Werte – belegt durch 7,3s von 0–100 km/h – und bringt ein passendes Fahrwerk mit, das ihm die schärfste Dynamik-Attitüde unter den heute erhältlichen kleinen Elektroautos verleiht.

Da für 2023 eine neue Generation des klassischen dreitürigen MINI angekündigt ist, sind die Erwartungen an die sportlicheren Varianten entsprechend hoch – und man hofft zudem auf eine grössere Reichweite, denn beim aktuellen Modell sind es nur 233 km.

Französische Antwort

Weitere Neuzugänge für dieses Segment sind bereits absehbar. Am ehesten dürfte als Erstes der Peugeot 208 PSE auftauchen: Gerüchte nennen ebenfalls 2023 als Zeitpunkt für die Enthüllung – passend zum Facelift des erfolgreichen französischen Modells.

Einen e-208 gibt es schon heute, mit 100 kW oder 136 PS sowie einer 50-kWh-Batterie. Die Erwartung ist jedoch, dass der kommende 208 PSE (Peugeot Sport Engineered) deutlich nachlegt, um die Performance spürbar zu steigern.

Wie viel zusätzliche Leistung (genauer: zusätzliche Kilowatt) es werden, ist bislang nicht offiziell. Laut Car Magazine soll der künftige 208 PSE 125 kW oder 170 PS leisten. Das wäre zwar nur ein moderater Zuwachs, dürfte aber rund sieben Sekunden oder etwas weniger für den klassischen Sprint 0–100 km/h ermöglichen. Zum Vergleich: Der e-208 benötigt 8,1s.

Bei der Batterie dürfte es aufgrund der physischen Grenzen der CMP-Plattform bei 50 kWh bleiben, was auf eine Reichweite von 300 km oder leicht darüber hinaus hinauslaufen würde.

Die grösste Spannung liegt allerdings beim Fahrwerk. Wenn der 508 PSE als erster Peugeot Sport Engineered ein Hinweis darauf ist, was beim 208 PSE möglich sein kann, dann gibt es Grund zur Hoffnung für diesen 100% elektrischen pocket rocket.

Ein Jahr später, 2024, soll dann sein vermutlich stärkster Gegner folgen: ein Alpine auf Basis des künftigen elektrischen Renault 5. Einen endgültigen Namen gibt es noch nicht, doch klar ist bereits, dass der elektrische Alpine-pocket rocket mehr „poder de fogo“ mitbringen wird.

Während der Renault 5 elektrisch 100 kW (136 PS) erhalten soll, wird Alpine voraussichtlich denselben Elektromotor wie der neue Mégane E-Tech Electric einsetzen: 160 kW (217 PS). Damit sollte ein 0–100-km/h-Wert unter sechs Sekunden möglich sein.

Den Motor des elektrischen Mégane wird er also tragen, die 60-kWh-Batterie des Mégane – die mehr als 450 km Reichweite ermöglicht – ist dagegen eher unwahrscheinlich. Plausibler ist der Einsatz der 52-kWh-Batterie, der grössten für den Renault 5 elektrisch vorgesehenen Variante, die beim Alpine ungefähr 400 km Reichweite erlauben dürfte.

Genau wie der Peugeot 208 PSE wird auch der Alpine voraussichtlich Frontantrieb haben – ganz in der Tradition des hot hatch beziehungsweise in diesem spezifischen Kontext: des pocket rocket. Gleichzeitig dürfte er einen deutlichen Kontrast zu den Renault-Sport-Modellen darstellen, die diese Klasse in den letzten Jahrzehnten geprägt haben.

Italiener planen ebenfalls einen elektrisch „envenenado“ pocket rocket

Verlassen wir Frankreich und gehen weiter nach Süden: In Italien wird 2024 ebenfalls das Jahr sein, in dem wir den ersten elektrischen Skorpion von Abarth kennenlernen.

Über den künftigen italienischen Elektro-pocket rocket ist fast nichts bekannt. Naheliegend ist jedoch die Annahme, dass es sich sehr wahrscheinlich um eine „envenenada“ Version des neuen Fiat 500 elektrisch handeln wird. Der elektrische Stadtflitzer kommt mit einem 87-kW-Motor (118 PS), was 9,0s von 0–100 km/h ermöglicht – und wir gehen davon aus, dass Abarth diesen Wert deutlich unterbieten wird. Um wie viel, bleibt offen.

Aktuell lassen sich Abarth 595 und 695 weiterhin mit einem 1.4 Turbo kaufen, der voller Kraft und Charakter steckt. Und trotz ihrer vielen Einschränkungen – wie wir in unserem jüngsten Test des pocket rocket der Skorpion-Marke festgestellt haben – fällt es schwer, dem Reiz dieses Angebots zu widerstehen. Wird der neue elektrische Skorpion ebenso begeistern?

Rebell aus Spanien

Zu guter Letzt – aber nicht weniger wichtig – soll 2025 die Serienversion des CUPRA UrbanRebel erscheinen, jenes ausdrucksstarken Konzeptfahrzeugs, das vor knapp einem Monat auf der IAA Mobility in München vorgestellt wurde.

Wenn man sich das Konzept ohne die überzogenen Aerodynamik-Anbauteile vorstellt, ergibt sich bereits ein Bild, das der späteren Serienausführung recht nahekommen dürfte.

Die Serienversion des UrbanRebel wird Teil einer neuen Generation kompakter Elektro-Modelle im Volkswagen Konzern sein. Diese Baureihe soll auf einer kürzeren und vereinfachten Ausführung der MEB basieren, um die Fahrzeuge möglichst erschwinglich zu machen.

Auch hier ist Frontantrieb zu erwarten. Nach aktuellem Stand soll der CUPRA UrbanRebel einen Elektromotor mit 170 kW oder 231 PS erhalten – womit er in Sachen Leistung auf Augenhöhe mit dem Alpine läge.

Abgesehen davon wissen wir über den künftigen spanischen Elektro-pocket rocket bislang kaum mehr. Interessanterweise gibt es jedoch schon eine Vorstellung vom Preis, obwohl das Modell noch fast vier Jahre entfernt ist.

Das neue 100% elektrische CUPRA-Modell, das unterhalb des neuen Born positioniert wird, soll 5000 Euro über dem angekündigten Preis des künftigen Volkswagen auf derselben Basis liegen – jenem Modell, das durch das Konzept ID. Life vorweggenommen wurde.

Damit dürfte die spätere Serienversion des UrbanRebel bei 25 mil euros starten – auch wenn dieser Betrag kaum für die sportlichste Variante des künftigen Modells gelten wird.

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