Gute Nachrichten für Fans von schwer erklärbar seltenen Hersteller-Perlen: Das erste Modell, das aus dem neu aufgestellten Stall von BMW Alpina hervorgehen wird, soll eine grosse, teure, extrem luxuriöse viertürige Limousine sein. Der Alpina B7 kehrt zurück – und er wird ein V8.
Alpina B7: Rückkehr als V8-Limousine
Dass es ein V8 ohne Hybridtechnik wird, ist dabei ausdrücklich so geplant: Die neue Alpina – seit Januar 2026 offiziell Teil der BMW Group – soll zunächst für unverfälschte Achtzylinder-Power stehen. „Ein Verbrennungsmotor und auch ein V8 ist eine tragende Säule unseres Angebots“, sagte BMW-Alpina-Chef Oliver Viellechner gegenüber TopGear.com.
„Ein reiner V8 ohne Stecker“, ergänzte er.
Abgebildet: das Vision BMW Alpina Concept
Sehr wahrscheinlich kommt eine Variante von BMWs 4.4-Liter-V8 zum Einsatz, allerdings – ganz Alpina-typisch – mit deutlichen Überarbeitungen. „Der Motor eines Alpina kann nicht derselbe sein wie der Motor in einem Basis-7er“, so Viellechner.
„Er muss sich abheben. Das sind die Bereiche, für die Alpina steht: Antrieb, Fahrwerk, Fahren und so weiter“, fügte er hinzu.
Fahrmodi und Technik-Fokus bei BMW Alpina
Schon jetzt ist klar: Der Standard-Fahrmodus in jedem BMW Alpina wird „Comfort+“ heissen – eine Abstimmung, die über die Kalibrierung von BMWs eigener „Comfort“-Einstellung hinausgehen soll. Darüber hinaus wurden „Sport“ und „Sport+“ gestrichen und durch „Speed“ sowie „Speed+“ ersetzt – ein deutlicher Hinweis darauf, wie Alpina künftig positioniert wird.
Dabei geht es nicht nur um das, was sich am Lenkrad anfühlt, sondern auch um die dahinterliegende Haltung. Auf die Frage nach den erwarteten Stückzahlen antwortete Viellechner gegenüber TopGear.com: „Wir werden nicht über Volumen sprechen, aber wir werden Alpina ganz anders steuern als BMW.
„Wir werden uns viel stärker an Rolls-Royce orientieren. Ja, [die Alpina-Produktion in der Vergangenheit] war begrenzt, aber es war eine geografische Begrenzung – und eine Sache, die wir definitiv ändern werden, ist [es] zu einem globalen Angebot zu machen.
„Das ergibt eine leicht andere Grössenordnung bei den Volumina, aber wir verändern diese Dimension nicht wesentlich. Es bleibt wirklich exklusiv und limitiert“, sagte er.
Alpina-Designchef Max Missoni ergänzte: „Man kann in einzelnen Märkten selten sein. Wir werden nicht absichtlich selten sein, denn wenn es Nachfrage gibt, ist das grossartig. Es geht eher darum, einen grösseren Rahmen zu haben [als Ergebnis davon, im grossen BMW-Ökosystem zu sein], aber trotzdem sehr genau darauf zu achten, wo man anfängt.“
Blick in die Zukunft: Elektro-Varianten und kleinere Alpinas
Mit Blick nach vorn dürften auch elektrische Alpinas ein Thema werden. „Wir glauben, dass wir künftig auch Varianten ohne Verbrennung brauchen werden“, sagte Viellechner gegenüber TG. „Am Anfang wird das nicht so relevant sein, aber es wird heutzutage auch schwierig, eine Marke zu starten, die nur auf Verbrenner setzt.
„Wenn man sich zum Beispiel Märkte wie China anschaut, könnte ich mir das nicht als richtige Strategie vorstellen.“
Und wie steht es um eine Strategie, die auch die kleineren Alpinas wie B3 und B5 umfasst, die viele kennen und mögen? „Definitiv nicht zu Beginn“, sagte er. „Ich glaube, langfristig hat die Marke das Potenzial dazu, aber es wäre falsch, damit zu starten. Und auch nicht als unmittelbarer zweiter Schritt, denn das ist ein ziemlich grosser Sprung.“
Gänzlich ausschliessen will er es allerdings nicht. „Ich glaube, der Ansatz aus Veredelung sowie Differenzierung bei Fahrwerk und Antrieb funktioniert in jedem Segment“, sagte er. „Heute wird zum Beispiel ein B3 GT Touring in München für 130,000 verkauft. Ein 3er für 130k ist für mich ein weiteres starkes Signal, weil manche Märkte einfach nach kleineren Autos suchen.
„Japan ist zum Beispiel ein sehr gutes Beispiel. Dort werden jedes Jahr 500 Alpinas verkauft, davon 400 als 3er oder X3“, fügte er hinzu.
Preispositionierung, USA-Fokus und Exklusivität
Beim Preisniveau neuer Alpinas blickt Viellechner auch in Richtung USA. Konkrete Zahlen nannte er nicht; er merkte lediglich an, dass Alpina dort starten werde, wo der teuerste BMW endet – und knapp unterhalb dessen, wo ein Rolls-Royce beginnt. Ein grosses, attraktives Marktsegment, in dem „ultra high net worth individuals“ unterwegs sind.
„Die USA sind für mich ziemlich interessant“, sagte er, „weil Alpina dort nur die Luxusklasse angeboten hat – den B7, B8, XB7 – und diese Modelle für $200,000 verkauft werden, im Grunde ohne Rabatt.
„Das zeigt, dass bereits ein gutes Potenzial da ist. Ich denke, danach sind die weiteren Zutaten eine starke Community und das Aufbauen grosser Begehrlichkeit.“
Diese Begehrlichkeit soll auch aus dem Fokus von BMW Alpina auf Individualisierung entstehen: Nur ausgewählte BMW-Händler weltweit sollen Alpinas verkaufen dürfen (inklusive eigener Bereiche im Showroom). Ausserdem werden ausgewählte BMW-Werke aufgewertet, um die Tiefe der angebotenen Personalisierung überhaupt leisten zu können.
„Wir sind deutlich stärker von BMW getrennt als M“, sagte Viellechner, „und diese Community zu pflegen ist für Alpina sehr wichtig.“
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