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Brabus Bodo: 1 Million Euro, 1.000 PS, V12-Hyper-GT in Schwarz

Schwarzes Luxus-Coupé mit markantem Kühlergrill und LED-Scheinwerfern in dunkler, industrieähnlicher Umgebung.

Das ist kein Requisit aus einem Film. Vor Ihnen steht der Brabus Bodo: ein Millionen-Euro-„Hyper-GT“ mit 1,000hp (986bhp, wenn man es klassisch mag), V12 und mehr Bühnenwirkung als das Londoner West End – plus einer bemerkenswert innigen Beziehung zur Farbe Schwarz. Benannt wurde er zu Ehren des verstorbenen Brabus-Gründers Bodo Buschmann. Und er ist ein Ausrufezeichen einer Marke, die man bislang vor allem für extrem potente, nach aussen unscheinbare Mercedes-Benz-Umbauten kennt.

Ja, theoretisch lässt sich ein Bodo in praktisch jeder Wunschfarbe konfigurieren. Doch Chassis 01 scheint irgendwann einfach in die Dunkelheit abgebogen zu sein – und ist dort geblieben, direkt am Ereignishorizont der Anti-Farbe. Aus der reinen Schock-und-Ehrfurcht-Perspektive wirkt das schlicht grossartig.

Schwarzer Auftritt: Carbonfaser überall, sogar mit Goldsprenkeln

Die massgeschneiderte Karosserie besteht komplett aus Carbonfaser (natürlich schwarz) und sitzt auf einem Aluminium-Chassis (vermutlich ebenfalls schwarz lackiert – sehen kann man es nicht). Auch im Innenraum dominiert Carbon (ebenfalls schwarz). Die Felgen? Schwarz. Selbst einzelne Motorkomponenten – Luftkästen und die vorderen Bereiche der Nockenwellenabdeckungen – sind aus schwarzem Sichtcarbon gefertigt und tragen echte, in das Gewebe eingearbeitete Goldsprenkel. Nicht, weil es einen rationalen Grund gäbe, sondern weil es gut aussieht – diese Art von absurdem Detail, das plötzlich völlig logisch wirkt.

Und die Innenausstattung? Babyblau. Entschuldigung: schwarz. Sie wissen, worauf das hinausläuft.

Technik des Brabus Bodo: 5.2-litre Biturbo-V12 und 1,910kg Kampfgewicht

Unter der riesigen Motorhaube sitzt der Antrieb weit nach hinten versetzt im Chassis – so weit, dass Zylinder 11 gefühlt Ihr rechtes Knie mitwärmen könnte. Es handelt sich um einen 5.2-litre, twin-turbo V12 mit den beworbenen 1,000hp und 885lb ft Drehmoment (986bhp, wenn man es klassisch mag). Für ein Auto mit 1,910kg resultiert daraus eine Zeit von 0–100 km/h (0-62mph) im Bereich knapp über drei Sekunden.

Die Spitze liegt bei 360 km/h (224mph) – genug, um einigen vermeintlich schnelleren Supersportwagen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Und trotzdem ist der Bodo ein 2+2 (eher „+2ish“, weil hinten kaum Platz in Menschengrösse übrig bleibt), hat einen Kofferraum, grosse bequeme Vordersitze und eine Präsenz, die selbst das Batmobil aussehen lässt wie ein Cozy Coupé. Ein klassischer, kompromissloser, heckgetriebener V12-GT in einer Zeit, in der die Welt sich zunehmend mit „kalorienarmen“, effizienten Schnellfahrern füllt. Gegen einen elektrisch unterstützten V6 mit hoher Leistung ist nichts einzuwenden – aber ein Biturbo-V12 ist das eben nicht.

Formensprache und Proportionen: Vanquish-Gene, neu zugeschnitten

Ganz aus dem Nichts kommt der Bodo nicht. Wenn Ihnen einzelne Linien bekannt vorkommen, liegt das daran, dass dieses Auto der ungezogene Sohn eines Aston Martin Vanquish ist – zu erkennen etwa an der Glas-Silhouette – allerdings von Beginn an umfassend neu aufgebaut.

Der grosse Brabus tritt vorn kantiger, bedrohlicher und insgesamt „quadratischer“ auf, inklusive belüfteter Motorhaube. Die Fensterlinie bleibt straff, und das Heck läuft fast wie ein Boot-Heck aus und fällt bis auf Kniehöhe ab. Dort ist auch ein ausfahrbarer Spoiler in eine Aerodynamik integriert, die fast ein bisschen „911-ish“ wirkt.

Am stärksten packt jedoch das Seitenprofil: Das ist Konzeptfahrzeug-Niveau. Geduckt über 21in Mehrspeichen-Monoblocks mit starkem Tiefbett und massgeschneiderten Continental-Reifen erinnert der Auftritt an die Mercedes Maybach Vision 6 (wissen Sie noch?) oder sogar an den Maybach Excelero von 2005. Beides langbeinig, flach, geschmeidig und bewusst überzeichnete Studien mit fast schon gotischem Zeremoniell. Genau diese Theatralik zelebriert der Bodo.

Innenraum und Langstrecke: Luxus statt Leichtbau

Im Cockpit treten die Aston-Wurzeln noch deutlicher zutage: Die obere Armaturentafel und die Flächen unterscheiden sich zwar, doch Infotainment und Schalterlandschaft entsprechen dem, was man aus dem Vanquish kennt. Das ist folgerichtig – und ergänzt sich um Apple CarPlay Ultra sowie die üblichen Annehmlichkeiten, die man in einem Auto erwartet, das man durchaus für transkontinentale Reisen in Betracht ziehen könnte.

Denn das hier ist kein leergeräumter Rennwagen – und genau deshalb gewinnt er. Die Sitze fühlen sich wie beim Spenderfahrzeug an, sind aber „brabusisiert“: neue Leder, andere Materialien. Dazu kommen eine neue Carbon-Haube über dem Fahrerdisplay, neu lackierte Instrumente und Schalter, ein grosses, dickes Lenkrad und lange Carbon-Schaltpaddles für die 8-spd Automatik-Transaxle. In Summe wirkt es tatsächlich anders.

Sogar ein grosses Panorama-Glasdach ist an Bord, damit das Ganze nicht wie der Sarg eines depressiven Vampirs wirkt. Und dann ist da noch der Blick durch die flach stehende Frontscheibe über die absurd lange Haube aus sichtbarem schwarzem Carbon: Er macht Lust, dieses Ding auf eine sehr lange Gerade zu richten – nur um herauszufinden, ob man seinen Problemen wirklich davonfahren kann. Bei dieser Leistung ist es zumindest nicht ausgeschlossen.

15 Minuten 52 Sekunden

Brabus im Wandel: vom „Tuner“ zum Karosseriebauer

Unterm Strich steht hier ein Auto, das weder bloss „getunt“ ist noch vollständig aus eigener Neuentwicklung stammt. Es ist ein coachbuilt GT, der auf einer sehr starken Basis etwas Eigenes formuliert: die Knochen von etwas Epischem, neu eingekleidet in eine auffällig spezifische Form. Das ist Couture im Autobau – derselbe Stoff, aber ein deutlich gewagterer Schnitt.

Ganz unbekannt ist dieses Terrain für Brabus nicht. Da war etwa das GTS Coupé: ein Fixed-Head-Coupé mit Vollcarbon-Karosserie als Neuinterpretation des Mercedes SL63 E-Performance. Dort kamen ebenfalls 1,000hp zustande – aus einem 800hp-Antrieb plus ein paar Hundert elektrische Pferde – und auch dort war die Aussenhaut komplett eigenständig, abgesehen von Dingen wie Leuchten und Frontscheibe. Trotzdem wirkte es irgendwie nicht ganz so theatralisch wie der Bodo. Zusätzlich existiert eine GTC-Cabrio-Version, und man kann sich gut vorstellen, dass ein Bodo auf Cabrio-Basis die naheliegende nächste Stufe wäre.

Was man hier beobachtet, fühlt sich wie ein gezielt gesetzter Impuls an: Brabus streut die Idee von Veränderung. Aus einem kleinen „Tuner“-Autohaus, gegründet 1977, ist ein grosses, gut ausgestattetes Unternehmen geworden, das umfangreich mit OEMs wie Smart zusammenarbeitet und verschiedenste Marken veredelt – von Porsche bis Range Rover, neben dem Kerngeschäft rund um „Benz“-Produkte. Das Spektrum reicht von einer 900bhp S-Klasse, die äusserlich kaum Warnsignale sendet (meistens schwarz, natürlich), bis hin zu pfirsichfarbenen Range Rovern auf 23-Zöllern. GTS Coupé und Bodo treiben diese Idee weiter – hin zum vollständig karosseriebauenden Fahrzeug, woraus wiederum ein komplett eigenständiges Projekt erwachsen könnte. Tatsächlich fertigt Brabus für den reinen Offroad-Brabus Crawler bereits ein eigenes Chassis, auch wenn der Antriebsstrang vom G63 stammt.

Der Bodo ist dabei klar der aktuelle Star. Auch wenn es erst einmal leicht absurd klingt: eine Million Euro für ein Auto, das voraussichtlich nur in 77 Exemplaren entsteht (als Verweis auf das Brabus-Gründungsjahr), das so spektakulär aussieht und zugleich auf der bewährten Mechanik eines nicht gerade günstigen GT basiert – das ist in diesem Kontext gar nicht so „viel“. Vor allem, weil es eine Garantie gibt, die wie in Stein gemeisselt wirkt: Egal, wo Sie auftauchen, die Kinnladen werden fallen.


Preis: 1 million euro (+ taxes etc, + options)
Motor: 5.2-litre twin-turbo V12
Leistung: 1000hp - 986bhp, 885lb ft of torque
Getriebe: 8-spd auto transaxle, paddle-operated
Fahrleistungen: 0-62mph in circa 3-seconds, 224mph top speed
Effizienz: circa >20mpg (combined), circa <312g/km C02 (AM Vanquish figures)
Gewicht: 1,910kg

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