Bis zur Markteinführung des neuen Kia EV6 in Portugal sind es zwar noch ungefähr sechs Monate, dennoch hat der südkoreanische Hersteller bereits die wichtigsten Eckdaten, die Struktur der Modellpalette sowie die Preise für seinen neuen elektrischen Crossover bekannt gegeben.
Der EV6 dient dabei als Speerspitze einer umfassenden Neuausrichtung des Unternehmens – und spiegelt zugleich den Wandel wider, den die gesamte Automobilbranche derzeit durchläuft. In jüngster Zeit hat Kia unter anderem ein neues Logo, eine überarbeitete grafische Identität und eine neue Marken-Signatur vorgestellt. Hinzu kommt der „Plan S“, also die Strategie für die kommenden fünf Jahre (mit klarer Priorität auf weiterer Elektrifizierung, stärkerem Fokus auf Mobilitätslösungen und sogar dem Einstieg in neue Geschäftsfelder wie „Purpose-Built Vehicles“, kurz PBV). Parallel dazu startet Kia eine neue Design-Ära, deren erstes Kapitel der EV6 darstellt.
Diese Transformation wird in Portugal von ehrgeizigen Wachstumszielen begleitet. Kia möchte seine Verkäufe im Land bis 2024 auf 10 000 Einheiten verdoppeln und den Marktanteil von erwarteten 3,0% im Jahr 2021 auf 5,0% bis 2024 steigern.
EV6, der erste von vielen
Mit dem Kia EV6 wird die Elektroauto-Strategie aus dem Plan S erstmals greifbar: Bis 2026 sollen insgesamt 11 neue, rein elektrische Modelle auf den Markt kommen. Außerdem ist der EV6 das erste Kia-Modell auf der konzernweiten Elektro-Plattform e-GMP (Hyundai Motor Group), die er sich mit dem neuen Hyundai IONIQ 5 teilt.
Gleichzeitig führt er als erstes Fahrzeug die neue Kia-Designphilosophie „Vereinte Gegensätze“ ein, die nach und nach auf weitere Modelle der Marke übertragen werden soll.
Konzeptionell handelt es sich um einen Crossover mit sportlich wirkenden Linien. Seine Elektro-Architektur zeigt sich unter anderem an der besonders kurzen Front (im Verhältnis zur Gesamtlänge) sowie am langen Radstand von 2900 mm. Mit 4680 mm Länge, 1880 mm Breite und 1550 mm Höhe positioniert sich der Kia EV6 in einem Umfeld, in dem auch der Ford Mustang Mach-E, der Skoda Enyaq, der Volkswagen ID.4 oder das Tesla Model Y als mögliche Konkurrenten auftreten.
Innen ist mit einem großzügigen Raumangebot zu rechnen, und der hintere Kofferraum ist mit 520 l angegeben. Zusätzlich gibt es einen kleinen Frontkofferraum: 20 l bei Allradantrieb oder 52 l bei Hinterradantrieb. Das Interieur setzt zudem auf nachhaltigere Materialien wie recyceltes PET (derselbe Kunststoff wie bei Getränkeflaschen) oder veganes Leder. Das Armaturenbrett wird von zwei gebogenen Displays (jeweils 12,3″) geprägt, ergänzt durch eine schwebend ausgeführte Mittelkonsole.
In Portugal
Zum Marktstart in Portugal im Oktober wird der Kia EV6 in drei Ausführungen angeboten: Air, GT-Line und GT. Alle Varianten unterscheiden sich durch eigene Designmerkmale – außen etwa bei Stoßfängern, Felgen, Seitenschwellern oder der Ausführung von Chromdetails, innen durch spezifische Sitze, Materialien und beim GT zusätzlich durch besondere Akzente.
Mit jeder Ausstattungslinie ist auch eine eigene technische Konfiguration verbunden. Den Einstieg bildet der EV6 Air: ein Elektromotor an der Hinterachse (Hinterradantrieb) in Kombination mit einer 58-kWh-Batterie. Damit soll eine Reichweite von 400 km möglich sein (Endwert noch zu bestätigen).
Der EV6 GT-Line setzt auf die größere 77,4-kWh-Batterie und zugleich auf mehr Leistung an der Hinterachse: Der Motor steigt hier auf 229 cv. In dieser Version kommt der EV6 am weitesten und überschreitet die Marke von 510 km.
An der Spitze steht der EV6 GT als schnellstes Modell der Baureihe – eine Variante, die bei der Beschleunigung sogar echte Sportwagen „erschrecken“ kann, wie die Marke in einem bemerkenswerten Drag Race gezeigt hat. Für die hohen Fahrleistungen – 3,5s bis 100 km/h und 260 km/h Höchstgeschwindigkeit – sorgt ein zweiter Elektromotor an der Vorderachse (Allradantrieb). Damit klettert die Systemleistung auf 585 cv – der leistungsstärkste Kia aller Zeiten.
Auch der GT nutzt die 77,4-kWh-Batterie aus dem GT-Line, die Reichweite liegt jedoch bei rund (geschätzten) 400 km.
Ausstattung
Der Kia EV6 positioniert sich zudem als technisch sehr umfangreiches Angebot: Unabhängig von der Version sind mehrere Fahrassistenzsysteme an Bord, darunter HDA (Autobahnfahrassistent), adaptiver cruise control sowie der Spurhalteassistent.
Beim EV6 Air gehören unter anderem ein kabelloses Ladegerät für das smartphone, ein intelligenter Schlüssel und eine intelligente Heckklappe, LED-Scheinwerfer sowie 19″-Felgen zur Serienausstattung. Der EV6 GT-Line erweitert dies beispielsweise um Sitze in Alcantara und veganem Leder, eine 360º-Kamera, einen Totwinkelmonitor, den ferngesteuerten Parkassistenten, ein head-up display sowie Sitze mit Relax-Funktion.
Der EV6 GT als Topmodell legt nochmals nach – unter anderem mit 21″-Felgen, Sportsitzen in Alcantara, einem Meridian-Soundsystem und einem Panorama-Schiebedach. Darüber hinaus verfügt er über eine weiterentwickelte Version des Autobahnfahrassistenten (HDA II) sowie bidirektionales Laden (V2L bzw. Vehicle to Load).
Letzteres bedeutet: Der EV6 lässt sich nahezu wie eine große power bank nutzen, um andere Geräte – oder sogar ein anderes Elektroauto – mit Energie zu versorgen.
Apropos Laden…
Auch beim Laden unterstreicht der EV6 seinen technologischen Anspruch: Die (flüssigkeitsgekühlte) Batterie kann sowohl an 400 V als auch an 800 V geladen werden – bislang war das nur beim Porsche Taycan und seinem Konzernbruder Audi e-tron GT möglich.
Das heißt: Unter optimalen Bedingungen und bei maximaler DC-Ladeleistung von 239 kW kann der EV6 die Batterie in nur 18 Minuten bis auf 80% füllen oder in weniger als fünf Minuten Energie für 100 km Fahrstrecke nachladen (bezogen auf die Version mit zwei angetriebenen Rädern und der 77,4-kWh-Batterie).
Zudem zählt er zu den wenigen Elektroautos auf dem Markt, die das Potenzial der neuen ultraschnellen IONITY-Ladestationen nutzen können, die in Portugal begonnen haben, verfügbar zu werden:
Wann kommt er und was kostet er?
Der neue Kia EV6 kann bereits ab diesem Monat vorreserviert werden; die ersten Auslieferungen sind für Oktober vorgesehen. Die Preise starten bei 43 950 Euro für den EV6 Air. Auf Basis dieser Version bietet Kia für Geschäftskunden außerdem ein spezielles Angebotsprogramm für 35 950 euros + IVA an.
| Version | Potência | Tração | Bateria | Autonomia* | Preço |
|---|---|---|---|---|---|
| Air | 170 cv | Hinterrad | 58 kWh | 400 km | 43 950 € |
| GT-Line | 229 cv | Hinterrad | 77,4 kWh | +510 km | 49 950 € |
| GT | 585 cv | Allrad | 77,4 kWh | 400 km | 64 950 € |
* Endgültige Spezifikationen können variieren
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