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BMW M Concept Neue Klasse: der neue elektrische BMW M3

Roter BMW Sportwagen mit modernen LED-Scheinwerfern vor rotem Hintergrund.

Gerade als man dachte, man könne im Auto-Fan-Internet wieder gefahrlos auftauchen, schiebt BMW ein neues Elektroauto-Konzept mit Haifischnase nach – und kippt damit ausgerechnet Öl ins Feuer, das zuletzt vom viertürigen Mercedes-AMG-Elektroauto und dem Ferrari Luce angefacht wurde. Das hier ist der neue elektrische BMW M3.

Offiziell natürlich nicht. Streng genommen heisst das Fahrzeug lediglich BMW M Concept Neue Klasse. Aber der Plan ist doch glasklar: Streicht man ein paar der aerodynamischen Anbauteile, die eher nach Motorsägen-Massaker aussehen, montiert Spiegel, mit denen man niemanden halbieren würde, und wirft die Domstrebe raus, die den Fond zur Zumutung macht, steht M’s erstes Elektroauto praktisch fahrfertig da.

Zwei M3 parallel: Elektro und Benzin als Wette auf den Markt

Die Studie basiert auf dem neuen BMW i3 und ist ein zentraler Baustein von BMWs „Kuchen haben und essen“-Strategie für die Zukunft schneller Autos. Wem Optik – oder Technik – dieser angekündigten Allrad-Variante mit vier Motoren und 1.000 bhp (ca. 746 kW) nicht zusagt, soll parallel auch ein M3 der nächsten Generation mit Benzinmotor kommen. Sehr wahrscheinlich als irgendeine Form von Hybrid.

Unterm Strich will BMW zwei konkurrierende M3 bauen und den Markt entscheiden lassen, welcher der richtige ist. Mutig ist das allemal.

Design und Aero: E30-Zitate, CSL-Heck und „Trimaran“-Stossfänger

Dieses Designmodell wurde gezeigt, damit wir uns daran gewöhnen können, wie der Elektro-M3 wirken wird. Es gibt klare Verweise auf den E30 M3: das Vier-Augen-Scheinwerfermotiv, die oben „geschlossenen“ Kotflügelverbreiterungen und die detailverliebten Räder mit Zentralverschluss.

Hinten fällt eine geteilte Entenbürzel-Kofferraumklappe auf, die an einen E46 CSL erinnert. Und die vierteiligen Tagfahrlichtsignaturen vorne wie hinten sind als Hommage an BMWs Langstrecken-Rennwagen gedacht.

Der riesige Frontsplitter sowie die kanalartigen Diffusor-Luftführungen wären so niemals strassenzulassungsfähig. Das sogenannte „Trimaran“-Design dagegen dürfte produktionsnah sein – gemeint sind die dreiteiligen Stossfänger vorne und hinten.

Auch bei den Materialien wird experimentiert: Dach und Schwellerverkleidungen bestehen aus leichten Verbundwerkstoffen mit natürlich vorkommender Flachsfaser. BMW spricht hier von 40 Prozent weniger CO2-Emissionen in der Herstellung im Vergleich zu klassischer Kohlefaser.

Innenraum und Technik: 100-kWh-Batterie, „Emulated Shift“ und „Heart of Joy“

Im Innenraum sitzt man nicht so tief wie in einem klassischen (oder modernen) M3 – der Akku im Fahrzeugboden diktiert die Sitzposition. Genannt wird eine 100-kWh-Batterie, die eine eigens entwickelte Chemie erhalten soll. Die gibt es demnach nicht im „normalen“ i3, weil dieser Akku auf besonders schnelles Entladen und Laden ausgelegt sein soll, ohne dabei in der Leistung zurückregeln zu müssen.

Am kleinen Lenkrad sitzen rote Kurztasten für die Fahrprogramme M1 und M2. Daneben gibt es direkte Schalter, um die Plage der ständigen Warntöne abzustellen, die modernes Fahren oft in ein akustisches Dauerfeuer übervorsichtiger Bevormundung verwandeln.

Rote Akzente finden sich auch an den Schaltwippen – sie gehören zur Technik namens „Emulated Shift“, also zu simulierten Gangwechseln nach dem Vorbild dessen, was etwa Hyundai bei N-Modellen macht. Im Video darunter lässt sich hören, wie es klingt, wenn das Auto „hochdreht“.

BMW macht sogar den Zentralrechner, der die extrem fein einstellbare Balance des Fahrwerks steuert, zum Design-Statement: Der „Heart of Joy“ soll Drift-Modi und Drehmoment-Vektorierung ebenso verwalten wie alles dazwischen. Und dieser klobige Brocken auf der Mittelkonsole? Genau – das soll, so die Botschaft, ein Herz sein.

BMW tastet sich hier sichtbar vor. Es wird ausprobiert, es werden Ideen getestet. Den Verantwortlichen ist klar, dass ein Elektro-M3 für manche jenseits von Sakrileg liegt und sich wie ein Affront anfühlt. Gleichzeitig weiss man: Tesla wurde nicht zum meistverkauften Auto der Welt, indem es die alte Garde deutscher Premium-Limousinen kopiert hat.

Genau deshalb wird diese Studie – und der fertige „Mi3“, der daraus entsteht – zu den umstrittensten und meistdiskutierten Autos der nächsten 12 Monate gehören.

Und wer jetzt schon sicher ist, dass er die Optik nicht erträgt oder das, wofür sie steht, sollte sich nur eines merken: Für genau diese Leute entwickelt BMW parallel einen M3 mit Benzinmotor. Das ist eine extrem teure und zeitaufwendige Doppelstrategie – könnte aber die einzige sein, die (fast) alle bei Laune hält.

22 Minuten 47 Sekunden

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