In der TT-Woche auf der Isle of Man passiert jedes Jahr dasselbe Wunder: Ein Felsen mitten in der Irischen See tut so, als würden die üblichen Regeln plötzlich nicht mehr gelten – und eine 60,7 km lange Landstrasse wird kurzerhand zur Rennstrecke. Das ist berauschend. Und genau deshalb ein Anlass zum Feiern – was BMW nun auch getan hat.
BMW M 1000 RR Isle of Man TT Edition: Limitierung, Anlass und Preis
Das hier ist die BMW M 1000 RR Isle of Man TT Edition: eine auf £43.990 taxierte Sonderauflage von BMWs Superbik-Flaggschiff. Sie richtet sich an alle, die das nötige Budget haben, um sich wie eine Legende des Road Racing zu fühlen – ohne tatsächlich bei 180 Meilen pro Stunde (290 km/h) eine Superbike-Linie zwischen Steinmauern einfädeln zu müssen.
Entstanden ist sie als Hommage an die 115. Austragung der Isle of Man TT im Jahr 2026. Darum wird es weltweit auch nur 115 Exemplare geben – und davon lediglich fünf in Grossbritannien.
Und ganz ehrlich: optisch ist das ein Volltreffer. Wenn auch mit einem gewissen Hang zu Abkürzungen. Auf das Wesentliche eingedampft lautet das Ganze BMW M1000RRIOMTT – was weniger nach Motorrad und mehr nach dem Code klingt, den man bekommt, nachdem das Online-Banking gehackt wurde.
Technikbasis der M 1000 RR M Competition – inklusive Elektronik und Winglets
Die Buchstabensuppe kurz beiseite: Grundlage ist die bereits völlig überzogene M 1000 RR M Competition. Ein 999 cm³-Superbike mit rund 160 kW (ca. 218 bhp), genügend Aero-Winglets, um einen Lachs zu filetieren, und der kompletten Trickkiste an Elektronik – damit man so viel von der Performance wie möglich so oft wie möglich nutzen kann. Oder eben einfach Drifts. Denn ja: Dieses Motorrad erlaubt Drifts.
An der Leistung hat BMW nichts verändert – und das bleibt komplett irre: 0–100 km/h (0–62 mph) in weniger als drei Sekunden, 195 Meilen pro Stunde (314 km/h) Spitze und Kurvenfähigkeiten, bei denen man Knie, Ellbogen und Kopf auf den Boden bringen kann, ohne umzufallen.
Design und Ausstattung als rollendes TT-Andenken
Statt schneller zu werden, soll die Maschine vor allem eines sein: fahrende TT-Memorabilia. Die Verkleidung trägt British Racing Green Uni Matt, dazu kommen Grafiken, die sich an Abschnitten des echten Mountain Course orientieren. Linkskurven sind auf der linken Seite zu sehen, Rechtskurven auf der rechten. Im Ergebnis wirkt das wie eine Karte der furchterregendsten Navi-Route der Welt.
Zur Ausstattung zählen ein Carbon-Airbox-Deckel mit TT-Logo, ein Alcantara-Sitz, ein satiniert verchromter Aluminium-Tank, eine schwarze Schwinge, eine nummerierte obere Gabelbrücke – und sogar ein Echtheitszertifikat. Denn wer so viel Geld ausgibt, will auf dem Bikertreff nicht hören: „Bist du sicher, dass das ein echtes ist?“
Obendrauf packt BMW noch einen Montageständer, eine Werkstattmatte und so viele Gedenkdetails dazu, dass vermutlich die Hälfte dieser Motorräder ihr Leben unter sanftem Licht in beheizten Garagen verbringen wird – während der Wert steigt.
BMW auf der Isle of Man: Von Georg Meier bis zum Rekord von Peter Hickman
Was schade wäre, denn BMWs Geschichte auf der Insel reicht fast ein Jahrhundert zurück. Georg Meier gewann 1939 berühmt-berüchtigt die Senior TT auf einer kompressorgeladenen BMW. Helmut Dähne legte 1976 mit einem Sieg in der Production-Klasse nach. Danach kam die moderne RR-Ära: Michael Dunlop, Peter Hickman und Davey Todd holten grosse Siege für die Marke aus Bayern.
Hickman ist ausserdem für eine Zahl verantwortlich, die sich bis heute nach Fantasie anhört. Im Jahr 2023 stellte er auf einer BMW M 1000 RR den absoluten TT-Rundenrekord auf: Den kompletten Mountain Course umrundete er in 16 Minuten 36.115 Sekunden – mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 136.358 Meilen pro Stunde. Durchschnitt. Nicht Höchstgeschwindigkeit. Durchschnitt. Durch Orte und Dörfer, voll mit Laternenmasten und Briefkästen.
Falls du zu den Glücklichen gehörst, die diese neue Maschine besitzen: Genau das würden wir auf der BMW M1000RRIOMTT eher nicht empfehlen.
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