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China bringt 2025 rund 650 Auto-Neuheiten in sechs Monaten auf den Markt

Roter Sportwagen CN 650 EV25 in modernem Ausstellungsraum mit großer Fensterfront und Stadtblick.

Die Zahlen stammen aus 2025, wirken aber so aussergewöhnlich, dass sie sich 2026 voraussichtlich kaum deutlich davon unterscheiden werden. Allein in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres kamen in China mehr neue Automodelle auf den Markt, als die USA und Europa zusammen üblicherweise in einem ganzen Jahr erhalten.

Tempo im chinesischen Automarkt: 650 Neuheiten in sechs Monaten

Nach Angaben der chinesischen Plattform Dongchedi, auf die sich Bloomberg beruft, erschienen zwischen Januar und Juni rund 650 Neuheiten auf dem chinesischen Markt – das entspricht mehr als 3,5 Markteinführungen pro Tag.

In dieser Zahl stecken nicht nur komplett neue Modelle, sondern auch Produktpflegen und Variantenwechsel, etwa neue Ausstattungen, Farben oder Konfigurationen. Selbst wenn man diese Aktualisierungen herausrechnet und nur echte Neuentwicklungen betrachtet, bleibt das Erneuerungstempo der Modellpaletten bemerkenswert hoch.

Bloomberg zufolge machten die wirklich neuen Modelle seit Januar etwa 30 Markteinführungen pro Monat aus. Insgesamt landeten damit im ersten Halbjahr ungefähr 180 neue Autos im chinesischen Markt.

Vergleich mit den USA und Europa

Der Abstand ist deutlich: Zusammengenommen bleiben die Märkte in den USA und Europa weit hinter diesem Rhythmus zurück. Laut der Studie Car Wars von Bank of America Securities, ebenfalls von Bloomberg zitiert, sollen die USA zwischen 2026 und 2029 lediglich 159 neue Modelle erhalten – nachdem 2024 nur 29 vorgestellt wurden.

Für Europa sieht es ähnlich aus: Nach Daten der Association of European Vehicle Logistics kommen auf dem europäischen Markt pro Jahr etwa 35 bis 50 vollständig neue Modelle hinzu.

„Das ist verrückt“ – BYD über den brutalen Wettbewerb

„Das ist verrückt.“ So beschreibt He Zhiqi, Executive Vice President von BYD, den chinesischen Automarkt in einem Beitrag im sozialen Netzwerk Weibo und nennt ihn „brutal“.

Er weist darauf hin, dass in einer Branche, in der die Entwicklung eines neuen Modells traditionell mehrere Jahre dauerte, das Interesse an einer Neuheit heute „kaum drei Monate“ halte, bevor es wieder abkühle.

Nachfrageschwäche, Preiskampf und Technikdruck als Treiber

Diese hohe Taktung fällt in eine Phase, in der die Inlandsnachfrage bereits klare Anzeichen einer Abkühlung zeigt. Im Juni gingen die Verkäufe von Pkw in China im Vergleich zum Vorjahresmonat um 23% zurück, wie Daten des chinesischen Herstellerverbands (CPCA) zeigen.

Genau in dem Moment, in dem die Nachfrage im Inland spürbar nachlässt, zieht das Tempo weiter an: Im Juni lagen die Pkw-Verkäufe in China laut dem Herstellerverband (CPCA) um 23% unter dem Niveau des gleichen Monats im Vorjahr.

Der Druck, ständig neue Modelle nachzuschieben, wird durch einen seit mehreren Jahren andauernden Preiskrieg verstärkt – und durch ein Umfeld, in dem Autos zunehmend als Technologieprodukte wahrgenommen werden. Um die Aufmerksamkeit der Kundschaft zu halten, sehen sich die Hersteller gezwungen, ihr Angebot fortlaufend zu erneuern.

Parallel dazu haben chinesische Hersteller ihre Entwicklungszeiten massiv verkürzt und bringen neue Batterien, Assistenzsysteme und weitere Technologien in kürzerer Zeit in die Serie.

He Zhiqi ist überzeugt, dass diese extreme Konkurrenz chinesische Marken langfristig weltweit konkurrenzfähiger machen wird. „Wettbewerb schafft auch Wohlstand“, schreibt er und vergleicht den chinesischen Markt mit einem Trainingslager: „Man muss darin kriechen und kämpfen, um einen starken Körper aufzubauen“, schliesst er.


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