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6 werksseitige GPL-Modelle: Renault, Dacia und Co. als Gebrauchtwagen

Grauer Kompaktwagen mit schwarzen Akzenten und grünem Detail auf der Stoßstange in Autoausstellung.

Über viele Jahre hinweg bedeutete das Thema GPL (Autogas) fast immer: nachträgliche Umrüstung nach dem Kauf. Das ist bis heute möglich, denn grundsätzlich lässt sich nahezu jedes Fahrzeug mit Benzinmotor auf diesen Kraftstoff anpassen – vorausgesetzt, der Einbau erfolgt durch einen zertifizierten Fachbetrieb.

Parallel dazu gingen einige Hersteller einen anderen Weg. In den letzten zwei Jahrzehnten brachten verschiedene Marken Modelle auf den Markt, die ab Werk so entwickelt wurden, dass sie sowohl mit Benzin als auch mit GPL betrieben werden können – inklusive passender Kraftstoffanlage und entsprechend angepasster Elektronik.

Aktuell halten vor allem Renault und Dacia konsequent an dieser Technik fest. Zuvor gab es jedoch weitere Hersteller, die GPL als glaubwürdige Alternative zum Diesel für Vielfahrerinnen und Vielfahrer betrachteten.

In diesem Ratgeber stellen wir sechs Modelle vor, die in Portugal ab Werk mit GPL angeboten wurden. Es sind bezahlbare und sparsame Optionen, die weiterhin sinnvoll sein können, wenn man die Kraftstoffkosten deutlich senken möchte – GPL kostet pro Liter weniger als die Hälfte von Super 95 – und dennoch die unkomplizierte Basis eines Benzinmotors behalten will.

Chevrolet Aveo

Preise zwischen 3990 € und 7980 €

Was ist das? Wenn es eine Marke gab, die in ihren letzten Jahren in Europa ernsthaft auf GPL setzte, dann war es Chevrolet. Mit Aveo, Cruze, Orlando und sogar Spark gehörte das Bi-Fuel-Angebot zu den umfangreichsten im Markt.

Sowohl die erste als auch die zweite Aveo-Generation waren mit ab Werk installierten GPL-Systemen erhältlich. Am häufigsten findet man den 1,2-Liter mit 86 PS, es gab jedoch auch Varianten mit dem 1,4-Liter und 100 PS.

Auf dem Gebrauchtmarkt überwiegen die Fahrzeuge der ersten Generation (wie auf dem Bild zu sehen). Angesichts der üblichen Gebrauchtpreise bleibt der Aveo damit eine interessante Lösung, wenn es vor allem um geringere Spritkosten geht.

Die zweite Generation wirkt deutlich moderner, ist aber spürbar seltener. Beide Generationen wurden als Drei-, Vier- und Fünftürer angeboten und stehen – unabhängig vom Baujahr – für eine einfache Technik, günstige Wartung und ausreichend Leistung für überwiegend städtische Fahrten.

Worauf achten? Die Motoren gelten als zuverlässig, sofern die Wartung sauber eingehalten wurde. Wichtig ist, zu prüfen, ob die Zündkerzen in den empfohlenen Intervallen gewechselt wurden, weil der Betrieb mit GPL diese Bauteile stärker beansprucht.

Bei der ersten Generation treten relativ häufig Spiel in den Buchsen der vorderen Aufhängung sowie verschlissene Stossdämpfer auf. In der zweiten Generation können kleinere Elektrikthemen vorkommen – etwa an Fensterhebern, Zentralverriegelung oder einzelnen Sensoren.

Dacia Sandero

Was ist das? Beim Thema GPL kommt man an Dacia nicht vorbei. Die rumänische Marke gehörte zu den wenigen, die diese Technik weitergeführt haben, als viele Hersteller sie bereits aufgegeben hatten. Der Sandero war massgeblich dafür verantwortlich, dass GPL wieder verbreiteter wurde – auch wenn die ECO-G-Technik später ebenso in Logan, Lodgy, Dokker, Duster und zuletzt in Jogger sowie Bigster Einzug hielt.

Als Gebrauchtwagen sind sowohl die zweite als auch die dritte Sandero-Generation sehr gute Kandidaten. Die zweite nutzt den 0.9 TCe, während die aktuelle Generation (vor dem jüngsten Update) auf den neueren 1.0 TCe ECO-G mit 100 PS setzt.

Neben den niedrigen Betriebskosten spricht das grosse Angebot auf dem nationalen Markt dafür: Dadurch findet man leichter gut ausgestattete Fahrzeuge mit nachvollziehbarer Wartungshistorie. Auch Einfachheit, Robustheit und Alltagstauglichkeit zählen zu den klaren Pluspunkten.

Worauf achten? Der 0.9 TCe hat sich insgesamt als standfest erwiesen, dennoch sollte man kontrollieren, ob die Inspektionen fristgerecht erledigt wurden, und gezielt nach möglichen Ölundichtigkeiten am Ventildeckel schauen. Bei älteren Fahrzeugen können Kupplung sowie Motorlager vorzeitig verschleissen.

Bei der dritten Generation drehen sich die häufigeren Meldungen um kleinere elektronische Unregelmässigkeiten, etwa rund um das Multimediasystem oder Sensoren. Zudem gibt es Berichte über Geräusche von der Wastegate-Klappe des Turboladers.

FIAT Punto

Was ist das? Lange bevor Dacia GPL im Massenmarkt populär machte, zählte FIAT in Europa zu den lautesten Befürwortern dieser Lösung. Unter dem Namen EasyPower wurde sie in Modellen wie Panda, 500, Qubo, Doblò, Bravo und später auch im Tipo angeboten.

Beim Punto setzte FIAT auf den bekannten 1.4 FIRE Saugmotor mit 77 PS, der bereits ab Werk für den Betrieb mit GPL vorbereitet wurde. Die Konstruktion ist unkompliziert, gilt als robust und bleibt in der Wartung bezahlbar – der FIRE-Motor gehört bei der italienischen Marke zu den am breitesten akzeptierten Antrieben.

Sportlich ist der Punto damit nicht, dafür eignet er sich hervorragend für alle, die vor allem günstig unterwegs sein möchten. In puncto Haltbarkeit der Mechanik ist er innerhalb dieser Auswahl einer der Modelle mit dem grössten Konsens.

Worauf achten? Der FIRE-Motor hat einen sehr guten Ruf, trotzdem sollte man prüfen, ob Zahnriemen und Wasserpumpe gemäss Wartungsplan ersetzt wurden.

Die elektrische Dualdrive-Servolenkung zählt weiterhin zu den bekanntesten Schwachstellen dieses Modells und sollte bei der Probefahrt besonders aufmerksam geprüft werden. Zusätzlich lohnt sich ein genauer Blick auf Zustand und Funktion der Kupplung.

Mitsubishi ASX

Was ist das? Die zweite Generation des Mitsubishi ASX entstand aus der Zusammenarbeit von Mitsubishi und Renault und ist im Kern ein Renault Captur mit anderer Front und leichten optischen Anpassungen. Entsprechend übernimmt er auch die Variante mit dem 1.0 TCe ECO-G mit 100 PS.

Auf dem Gebrauchtmarkt gibt es bislang nur wenige Fahrzeuge, allerdings dürfte das Angebot in den kommenden Jahren wachsen.

Wer einen kompakten GPL-Crossover ab Werk sucht, bekommt im ASX im Wesentlichen die Stärken des Captur: niedrigen Verbrauch, gute Platzverhältnisse, überschaubare Betriebskosten und eine im Renault-Konzern weit verbreitete Technik.

Worauf achten? Da es sich um ein noch junges Modell handelt, ist die Datenlage zu typischen Dauerproblemen begrenzt. Dennoch berichten einzelne Besitzerinnen und Besitzer von kurzzeitigen Leistungsverlusten und Verzögerungen beim Beschleunigen, die sich mit einem Software-Update des Motorsteuergeräts beheben lassen können.

Ausserdem sind kleine Ölundichtigkeiten an der Dichtung des Ventildeckels sowie frühzeitige Ausfälle der 12-V-Batterie dokumentiert. Elektronikseitig kann es gelegentlich zu Hängern im Infotainmentsystem, Neustarts des Zentralbildschirms oder sporadischen Warnmeldungen im Kombiinstrument kommen.

Opel Corsa

Was ist das? Auch Opel sah über mehrere Jahre in GPL eine Alternative zum Diesel. Neben dem Corsa wurden unter anderem Astra, Meriva, Zafira, Combo und sogar Insignia zeitweise als ab Werk konfigurierte GPL-Versionen angeboten – meist unter der Bezeichnung ecoFLEX.

Beim Corsa umfasste das Programm zwei Saugmotoren mit 1,2 Litern und 1,4 Litern Hubraum, mit 85 PS beziehungsweise 90 PS. Beide sind für ihre einfache Mechanik und vergleichsweise niedrige Wartungskosten bekannt.

Im Alltag fahren sie sich unkompliziert, sind sparsam und profitieren von guter Teileverfügbarkeit – damit bleiben sie interessant, wenn ein erschwinglicher Kleinwagen gesucht wird.

Worauf achten? Die Motoren gelten als robust, dennoch empfiehlt es sich, den Zustand der Zündspulen zu kontrollieren und die Historie von Steuertrieb/Verteilung sowie Inspektionen genau zu prüfen.

Beim Corsa D sind verschlissene Buchsen der Vorderachse und müde Stossdämpfer häufig, ebenso wie Probleme mit der elektrischen Servolenkung. Der Corsa E hat einen Teil dieser Punkte verbessert, allerdings können weiterhin sporadische Ausfälle bei Sensoren und elektrischen Komponenten auftreten.

Renault Clio

Was ist das? Der Renault Clio gehört zu den ab Werk mit GPL angebotenen Modellen, die man auf dem Gebrauchtmarkt am leichtesten findet. Diese Motorisierung gab es in der vierten und fünften Generation (und auch in der aktuellen, sechsten), allerdings mit deutlich unterschiedlicher Verbreitung.

Beim Clio IV kam GPL in Portugal erst Ende 2018 auf den Markt und damit kurz vor dem Ende der Modelllaufzeit. Die Variante TCe 90 Bi-Fuel nutzte den 0,9-Liter Dreizylinder-Turbomotor mit 90 PS in Kombination mit einem manuellen Fünfganggetriebe. Diese Fahrzeuge sind rar, können aber eine besser ausgestattete und insgesamt hochwertiger wirkende Alternative zum Dacia Sandero aus derselben Zeit darstellen.

Die fünfte Generation erhielt 2020 den 1.0 TCe Bi-Fuel mit 100 PS, heute als ECO-G bezeichnet. Es ist derselbe Motor wie im Dacia Sandero und im Mitsubishi ASX dieser Liste. Auf dem portugiesischen Gebrauchtmarkt ist diese Generation deutlich häufiger zu finden und zählt zu den ausgewogensten Optionen hier, weil sie Komfort und Ausstattung auf gutem Niveau bietet.

Worauf achten? Alles, was beim Sandero zum 0.9 TCe wichtig ist, gilt ebenso für den Clio: auf Ölspuren im Bereich des Ventildeckels achten und sicherstellen, dass die Wartungen in den empfohlenen Intervallen durchgeführt wurden.

Beim Clio V teilt sich der 1.0 TCe ECO-G die zentralen Prüfpunten mit Sandero und ASX mit derselben Technik. Möglich sind kleine Ölundichtigkeiten, Verzögerungen beim Gasgeben oder Geräusche von der Wastegate-Klappe des Turbol.

Wie beim ASX – mit dem er viele Komponenten gemeinsam hat – sind beim Clio V auch kleinere Elektronikauffälligkeiten bekannt, darunter Hänger oder Neustarts des Multimediasystems.

Was Sie vor dem Kauf eines gebrauchten GPL-Fahrzeugs prüfen sollten

Unabhängig davon, welches Modell in Frage kommt, gibt es einige Punkte, die man nicht auslassen sollte. Fahren Sie bei der Probefahrt sowohl im Benzin- als auch im GPL-Betrieb. Der Wechsel zwischen den Kraftstoffen sollte nahezu unmerklich erfolgen, und der Motor muss in beiden Modi ruhig und gleichmässig laufen.

Prüfen Sie ausserdem die Wartungshistorie der GPL-Anlage, insbesondere den Wechsel der Filter, und kontrollieren Sie Ablaufdatum sowie Zustand des Tanks. Zum Schluss sollte sichergestellt sein, dass die Anlage korrekt im Documento Único Automóvel eingetragen ist und die vollständigen Unterlagen zum Fahrzeug vorliegen.

Wenn die Wartung stimmt, bleibt ein Gebrauchtwagen mit werksseitigem GPL eine der günstigsten Möglichkeiten, die Betriebskosten zu drücken. Die Pflege unterscheidet sich nur wenig von der eines reinen Benziners, und der GPL-Preis ermöglicht spürbare Einsparungen – vor allem für alle, die pro Jahr viele Kilometer fahren.

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