Bislang fuhr Xpeng in Europa eine klare Linie: verkauft wurden ausschließlich rein elektrische Modelle. Diese Ausrichtung wird nun erweitert.
Beim Xpeng Global Brand Event in München, an dem auch Razão Automóvel teilnahm, zeigte die Marke den neuen Xpeng L03 – das erste Xpeng-Modell, das in Europa mit einem Benzinmotor angeboten wird.
Wichtig dabei: Xpeng kehrt nicht zu klassischen Verbrennern zurück. Stattdessen debütiert die Marke auf dem europäischen Markt mit einem Elektroauto mit Range-Extender (EREV) – konkret als L03 PowerX.
Das Prinzip bleibt elektrisch: Die Räder werden ausschließlich von einem Elektromotor angetrieben. Der Verbrennungsmotor läuft lediglich als Generator, lädt die Batterie nach und erhöht so die Reichweite.
Das neue Einstiegsmodell der Xpeng
Im Portfolio ordnet sich der Xpeng L03 unterhalb des G6 ein und soll in Europa zum preislich attraktivsten Modell der Marke werden. Er ist nur 11 cm kürzer als der G6, übernimmt aber eine klar andere Aufgabe.
Während der G9 weiterhin als Flaggschiff der Baureihe gilt und der G6 die Rolle des „technologischen Pioniers“ einnimmt, positioniert Xpeng den L03 als Modell, das die eigene Technik breiter zugänglich machen soll – anders gesagt: der Xpeng, der neue Kundengruppen erreichen soll.
Mit dieser Ausrichtung rückt er in die Nähe von Fahrzeugen, die die Marke selbst nennt, etwa Volkswagen ID.4, Skoda Elroq und BYD Atto 3. Optisch setzt der L03 allerdings auf eine flachere, stärker gewölbte Silhouette, die weniger nach Familien-SUV und eher nach einem „SUV-Coupé“ wirken soll.
Gestaltet wurde das Exterieur unter der Leitung von JuanMa López, dem früheren Verantwortlichen für das Exterieurdesign bei Ferrari. Auffällig sind die kräftig modellierten Kotflügel, rahmenlose Türen, halbversenkte Türgriffe sowie eine neue Lichtsignatur am Heck, die über eine durchgehende Blende über die gesamte Fahrzeugbreite integriert ist.
Vorn setzt jeder Scheinwerfer auf mehr als 400 LEDs; die Kameras sitzen in den Halterungen der Außenspiegel. Hinzu kommen ein aktiver Kühlergrill und mehrere Luftführungen, mit denen der L03 einen Luftwiderstandsbeiwert (Cₓ) von 0,228 erreicht – ein sehr guter Wert für diese Fahrzeugklasse.
Platzangebot und Technik bleiben zentrale Themen
Trotz der abfallenden Dachlinie verspricht Xpeng ein großzügiges Raumgefühl im Innenraum. Der Kofferraum fasst nach VDA-Messmethode 367 Liter und wächst bei umgeklappten Rücksitzen auf 1131 Liter. Erstmals in einem Xpeng ist die Rückbank im Verhältnis 40:20:40 teilbar – siehe die vollständige Galerie unten:
Das Cockpit ist in Hellgrau oder Dunkelgrau konfigurierbar und folgt dem markentypischen, minimalistischen Ansatz. Zentral sitzt ein 15,6”-Display mit 2,5-K-Auflösung, ergänzt durch ein 8,8”-Kombiinstrument und ein Head-up-Display mit einer Projektion, die 26,8” entspricht.
Das Betriebssystem XOS 6 bringt eine native Google-Maps-Integration, Sprachsteuerung sowie Over-the-Air-Updates mit. Für die Vordersitze sind je nach Ausführung Heizung, Belüftung und Massagefunktion verfügbar – eine Ausstattung, die in diesem Preisbereich eher selten ist.
In den Ultra-Versionen erhält der Xpeng L03 drei von der Marke selbst entwickelte Turing-Prozessoren, die zusammen auf 2250 TOPS kommen. Sie bilden die Basis für das Fahrerassistenzsystem VLA 2.0, wobei einzelne Funktionen weiterhin von den gesetzlichen Vorgaben des jeweiligen Marktes abhängen.
Wahl zwischen rein elektrisch und über 1000 km Reichweite
Die vollelektrische Modellfamilie des Xpeng L03 nutzt LFP-Batterien mit 58,3 kWh oder 71,2 kWh. Damit liegen die WLTP-Reichweiten zwischen 440 km und 520 km.
Die Versionen mit Hinterradantrieb leisten 180 kW (245 cv). Darüber rangiert der AWD Performance mit 285 kW (387 cv), der den Sprint von 0 auf 100 km/h in 4,5s erledigt.
Obwohl die Technik auf einer 400-V-Architektur basiert, erreicht das DC-Schnellladen 193 kW mit der kleineren Batterie und 236 kW mit der größeren. Unter Idealbedingungen dauert der Ladevorgang von 10% auf 80% rund 20 Minuten.
Der entscheidende Neuzugang ist jedoch der L03 PowerX. Hier kombiniert Xpeng eine LFP-Batterie mit 37,25 kWh mit einem 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner, der aus einem 42-Liter-Tank versorgt wird.
Der Verbrennungsmotor treibt die Räder nicht an. Er dient ausschließlich der Stromerzeugung, während die Kraft an der Hinterachse von einem Elektromotor mit 180 kW (245 cv) und 280 Nm bereitgestellt wird.
Xpeng nennt 215 km elektrische Reichweite und mehr als 1000 km kombinierte Reichweite. Ist die Batterie leergefahren, liegt der angegebene Verbrauch bei 5,5 l/100 km. Der PowerX beschleunigt in 6,8s von 0 auf 100 km/h und erreicht 180 km/h.
Wann kommt er?
Der Xpeng L03 PowerX soll noch 2026 nach Europa kommen und wäre damit das erste Xpeng-Modell mit Range-Extender, das auf dem Kontinent verkauft wird. Die rein elektrischen Varianten folgen später, voraussichtlich ebenfalls noch vor Jahresende.
Endgültige Preise stehen noch aus. Xpeng stellt für den ausschließlich elektrischen L03 jedoch einen Einstieg deutlich unter 40.000 Euro in Aussicht; die PowerX-Version soll voraussichtlich leicht darüber starten.
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