Zum Inhalt springen

Santa Maria Maior: Mobilitätsplan will nicht elektrische und nicht hybride Autos verbieten

Frau lädt Elektroauto an Ladestation auf einer sonnigen Kopfsteinpflasterstraße neben einem grünen Tuk-Tuk.

Der Präsident des Gemeindevorstands von Santa Maria Maior im historischen Zentrum Lissabons hat einen weitreichenden Mobilitätsplan vorgestellt. Dieser sieht vor, Autos mit Ausnahme von Elektro- und Hybridfahrzeugen aus dem Verkehr auszuschließen.

Der Vorschlag entstand in einem Beteiligungsverfahren mit Anwohnern, Gewerbetreibenden und Fachleuten. In dem Gebiet, das bereits als Zone mit reduzierten Emissionen (ZER) eingestuft ist, sollen künftig nur noch Fahrzeuge mit geringen Emissionen sowie einige Ausnahmen fahren dürfen.

Dadurch soll der tägliche Verkehr in diesem Stadtteil um rund 40.000 Autos sinken. Derzeit durchqueren täglich zwischen 130.000 und 140.000 Fahrzeuge die Straßen der Gemeinde.

Der am Freitag von Miguel Coelho (PS), seit 2013 Präsident des Gemeindevorstands von Santa Maria Maior, in der Stadtverordnetenversammlung Lissabon vorgestellte Mobilitätsplan für das historische Zentrum strebt zudem eine jährliche Senkung der Treibhausgasemissionen um etwa 60.000 Tonnen an.

Zwar besitzt der Gemeindevorstand keine exekutiven Befugnisse in Mobilitätsfragen, da diese bei der Stadtverwaltung Lissabon liegen. Mit dem Plan will die Gemeinde jedoch die öffentliche Debatte anstoßen und künftige Entscheidungen für diesen Teil der Hauptstadt beeinflussen.

„Wir sind der Ansicht, dass es in der kommenden Amtszeit – unabhängig davon, wer regiert – alle Voraussetzungen gibt, einen Mobilitätsplan für die Gemeinde zu finden.“

Miguel Coelho, Präsident des Gemeindevorstands von Santa Maria Maior, zitiert von SIC Notícias.

Auch die Geschwindigkeit steht auf dem Prüfstand

Neben den Verkehrsbeschränkungen umfasst der Plan eine auf 30 km/h gesenkte Höchstgeschwindigkeit im gesamten Gemeindegebiet, die durch Radarkontrollen überwacht werden soll. Vorgesehen sind außerdem neue Fußgängerstraßen und Bereiche mit beschränktem Zugang sowie der Schutz von Parkplätzen für Anwohner und Gewerbetreibende.

Welche Ausnahmen gelten?

Der Mobilitätsplan des Gemeindevorstands von Santa Maria Maior sieht mehrere Ausnahmen von den Fahrbeschränkungen vor: Anwohner – die eine doppelte Überprüfung durch den Gemeindevorstand und EMEL durchlaufen müssen –, Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Fahrzeuge auf dem Weg zu Parkhäusern, Rettungs- und Einsatzfahrzeuge, Fahrzeuge der Sicherheitskräfte, Liefer- und Ladefahrzeuge sowie der öffentliche Nahverkehr.

Ebenfalls ausgenommen sind Fahrzeuge des Gemeindevorstands und der Stadtverwaltung Lissabon, Taxis – allerdings nur solche mit geringen Emissionen – sowie Fahrzeuge der touristischen Personenbeförderung, etwa TVDE-Fahrzeuge oder Tuk-Tuks.

Was gilt für TVDE-Fahrzeuge und Tuk-Tuks?

Gerade für diese letztgenannten Fahrzeuge, die der Gemeindevorstand von Santa Maria Maior als „Quellen von Störungen und Verschmutzung“ einstuft, schlägt der vorgelegte Mobilitätsplan eigene Regelungen vor.

Dazu gehören festgelegte Bereiche für die Aufnahme und das Aussteigen von Fahrgästen, wobei der Halt 15 Minuten nicht überschreiten darf. Diese Zonen sollen im Häuserblock zwischen Rua da Madalena, Rua do Comércio, Rua dos Fanqueiros und Rua da Alfândega liegen.

Zum Gebiet des Gemeindevorstands von Santa Maria Maior gehören die Viertel Alfama, Baixa, Chiado, Castelo und Mouraria.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen