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Mercedes-Benz SL R232: Neue Karosserie für den AMG Roadster

Silberner Mercedes-Benz SL R232 Sportwagen in modernem Showroom mit glänzendem Boden und Spiegelung.

Der neue Mercedes-Benz SL R232 ist in der langen Geschichte des Roadsters das erste Modell, das von AMG entwickelt wurde. Anders als bislang – auch von uns – berichtet, basiert der neue SL letztlich nicht auf derselben Plattform wie der AMG GT Roadster.

Stattdessen begannen die AMG-Ingenieure bei der Entwicklung der Karosserie des neuen SL vollständig bei null. Das Ergebnis ist eine höhere strukturelle Steifigkeit – sogar gegenüber dem GT Roadster – bei zugleich geringerem Gewicht.

Dieser Neustart war erforderlich, weil die neue Generation deutlich umfassendere Anforderungen erfüllen muss als ihr Vorgänger. Dazu zählen ein 2+2-Innenraum ebenso wie die Aufnahme einer größeren Vielfalt an Antriebssträngen: Erstmals wird es Hybridversionen und Allradantrieb geben.

Aluminium und weitere Werkstoffe

Die Karosserie des neuen SL kombiniert daher einen Aluminium-Raumrahmen mit einer selbsttragenden Struktur. Laut AMG wurde dabei kein Bauteil vom bisherigen SL oder vom AMG GT Roadster übernommen.

Neben Aluminium kommen hochfeste Stähle für den Windschutzscheibenrahmen, Magnesium für den Armaturenträger sowie faserverstärkte Verbundwerkstoffe aus Glas und Kohlenstoff zum Einsatz.

An wichtigen Punkten der Karosserie werden außerdem Aluminiumguss-Komponenten verwendet: überall dort, wo Kräfte an einer bestimmten Stelle zusammenlaufen oder hohe Belastungen von einer Seite zur anderen übertragen werden müssen.

Solche Bauteile ermöglichen es, Kräfte gezielt abzuleiten und die Wandstärken entsprechend den erwarteten Belastungen zu variieren. Das trägt ebenfalls dazu bei, wertvolle Kilogramm einzusparen.

Die Karosserie des neuen Mercedes-Benz SL R232 wurde zudem auf einen niedrigen Schwerpunkt ausgelegt. Die Befestigungspunkte für Antriebsstrang und Fahrwerk sitzen möglichst tief, ebenso die für die strukturelle Steifigkeit entscheidenden Punkte, die üblicherweise besonders stabil und damit schwerer ausgeführt sind.

Mercedes-Benz SL R232: Steifer als der AMG GT Roadster

Das Zusammenspiel unterschiedlicher Fertigungstechniken und Materialien steigert die Torsionssteifigkeit gegenüber dem Vorgänger um 18%. Die Quersteifigkeit liegt 50% über jener des AMG GT Roadster, während die Längssteifigkeit um 40% höher ausfällt. Die fertige Karosserie wiegt 270 kg, allerdings ohne Motorhaube, Türen, Kofferraumdeckel und weitere später montierte Teile wie Stoßfänger.

Die höhere Steifigkeit, das geringere Gewicht sowie die optimierte Gewichtsverteilung und Schwerpunktlage sollen eine solide Basis für den Mercedes-Benz SL bilden, der als der bislang dynamisch ausgereifteste SL angekündigt wird.

Obwohl sie vollkommen neu ist, wurde die Karosserie des neuen Mercedes-Benz SL äußerst schnell entwickelt. Die Vorentwicklung beanspruchte lediglich drei Monate, und von der Aufstellung des ersten Entwicklungsteams mit sechs Mitgliedern bis zum Abschluss des serienreifen Projekts vergingen nicht einmal drei Jahre.

Möglich machte dies die digitale Entwicklung: Sie erlaubte es, für die für die Produktionslinie benötigten Werkzeuge „grünes Licht“ zu geben, ohne dass ein physischer Karosserie-Prototyp vorhanden war.

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