Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dies das seltsamste automobile Wesen, das du heute zu Gesicht bekommst. Der Aznom Palladium beantwortet eine Frage, die niemand gestellt hat: Wie sähe eine Luxuslimousine aus, die auf einem riesigen Pick-up basiert? Das Ergebnis springt sofort ins Auge – allerdings nicht unbedingt positiv.
Als attraktiv lässt sich das Fahrzeug kaum bezeichnen. Umso erstaunlicher wirkt das, wenn man erfährt, dass es von einem italienischen Karosseriebauer stammt – ausgerechnet aus einem Land, das sonst für die besonders schöne Seite der automobilen Welt bekannt ist.
Worum handelt es sich also? Grundlage ist ein Ram 1500, der einem radikalen Makeover unterzogen und in eine riesige, ungewöhnliche Luxuslimousine verwandelt wurde. Aznom selbst bezeichnet den Palladium sogar als Hyper-Limousine.
Von seinem Spenderfahrzeug übernimmt er die ausgesprochen üppigen Abmessungen, was allein die Länge von 5,96 m belegt. Auch einzelne Karosserieteile des Ram 1500, etwa die Türen, sind klar wiederzuerkennen. Die wesentlichen Abweichungen vom ursprünglichen Pick-up finden sich an den beiden Enden dieses gewaltigen Fahrzeugs.
Die Front soll nun eleganter wirken, auch wenn sich darin Anklänge an andere Luxusmodelle von den britischen Inseln erkennen lassen. Scheinwerfer und Kühlergrill werden durch eine farblich von der Karosserie abgesetzte Blende miteinander verbunden; zudem ist der Grill beleuchtet.
Besonders herausfordernd für das Auge sind jedoch Seitenansicht und Heck. Die Proportionen wirken … eigenartig: Die Verwandlung des typischen Pick-ups in eine dreivolumige Limousine – hier zusätzlich mit einem kurzen Fastback-Heck – macht deutlich, wie weit die Hinterachse im Verhältnis zum Fahrgastraum nach hinten versetzt ist. Die Hinterachse müsste mehrere Zentimeter weiter vorn sitzen … oder der Fahrgastraum entsprechend weiter hinten.
Die Ladefläche ist verschwunden und wurde durch den bereits erwähnten, völlig neuen Fastback-Aufbau ersetzt. Auffällig sind außerdem die kräftig ausgeprägte Schulter über der Hinterachse – ganz im Stil von Bentley – sowie die Öffnung des Gepäckraums, die nun als Schublade ausgeführt ist.
Opulenz ohne Ende im Aznom Palladium
Im Innenraum bleibt die Basis des Ram 1500 erkennbar, doch der Aznom Palladium steigert den Luxus an Bord auf die Spitze. Wer einsteigt, betritt ein Ambiente aus Leder und Holz, ergänzt um Aluminiumdetails. Die hinteren Plätze wären eines Aristokraten würdig: Die beiden verfügbaren Sitze erinnern eher an luxuriöse Sofas, ein Kühlschrank steht bereit, und auch Fächer für Getränke samt passenden Gläsern fehlen nicht. Ahh … sie verfügen sogar über eine eigene Klimaanlage, unabhängig vom System für die Personen vorn.
Zu sehen sind außerdem ein Harman-Kardon-Soundsystem, zwei Microsoft-Surface-Pro-X-Tablets sowie eine handgefertigte Uhr aus Gold und … Palladium, dem Namensgeber des Palladium. Sie lässt sich aus dem Fahrzeug herausnehmen. Offensichtlich wurde dieses Fahrzeug eher für die Fondpassagiere als für den Fahrer konzipiert – bei dem es sich wohl zweifellos um einen Chauffeur handeln wird.
V8-POWERRRR …
Dem Aznom Palladium mangelt es dennoch nicht an Durchzugskraft. Unter der Motorhaube arbeitet derselbe 5,7-l-V8 wie im Ram 1500, hier jedoch unterstützt von zwei Turboladern. Das Resultat: Die Leistung steigt auf deutlich kräftigere 710 PS (522 kW), das Drehmoment auf sehr großzügige 950 Nm.
Der Twin-Turbo-V8 überträgt seine Kraft über ein Achtgang-Automatikgetriebe an alle vier Räder. Damit beschleunigt der Aznom Palladium in lediglich 4,5 s auf 100 km/h und erreicht 210 km/h Höchstgeschwindigkeit – schließlich steckt unter diesem seltsamen Kleid weiterhin ein robuster Pick-up mit Leiterrahmen.
Was kostet er?
Das ist nicht bekannt, doch vermutlich wird eine kleine Vermögen fällig. Es entstehen lediglich 10 Exemplare, und erwartungsgemäß kann jedes einzelne davon von seinen künftigen Besitzern bis ins kleinste Detail individualisiert werden. Die potenziellen Käufer des Aznom Palladium dürften aus China, Russland, dem Nahen Osten und den Vereinigten Staaten von Amerika kommen.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen