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Elektroautos: Der neue Diesel der Mittelklasse

Weißes Elektroauto mit moderner Ladestation in hellem Raum vor Fensterfront und Stadtblick

Jahrelang war der Diesel der Motor der Mittelklasse. Genau genommen ist er es noch immer: Über 4,5 Millionen zugelassene Pkw in Portugal fahren mit Diesel, was 60 % des nationalen Fahrzeugbestands entspricht. Doch der Blick sollte nach vorn gehen: Elektroautos könnten diesen Status übernehmen. Nicht als Statussymbol – ja, auch ein Diesel war das einmal –, sondern als Mittel für Kostenkalkulation und Ersparnis.

Gerade das zeichnet die Mittelklasse aus: Sie kauft Staubsauger, die zehn Jahre halten, Telefone, die mehr als drei Updates überstehen, und Autos, die sämtliche Aufgaben bewältigen müssen – die Kinder zur Schule bringen, täglich 60 km zurücklegen und im August trotzdem eine Fahrt an die Algarve schaffen.

Elektroautos als neue Wahl der Mittelklasse

Nicht falsch verstehen: Menschen mit geringeren Einkommen kaufen, was sie sich leisten können. Wohlhabendere Menschen kaufen, was sie wollen. Die Mittelklasse hingegen entscheidet sich für das, was am sinnvollsten ist, solange sie noch die Möglichkeit zum Kaufen hat. Solange sie sie noch hat …

Genau hier kommen Elektroautos ins Spiel – nicht aus Begeisterung, sondern aus Vernunft. Entscheidend sind die Kosten pro Kilometer, steuerliche Vorteile, die Zufahrt zu Umweltzonen und „Energie“, die für dieselbe Strecke viermal weniger kostet als Kraftstoff.

Die Rechnung wirkt überzeugend, der Kampf gegen Emissionen deutlich weniger. Wie einst beim Diesel ist das Umweltnarrativ lediglich der Lack über dem eigentlichen Antrieb: sparen, sparen, sparen.

Laden zu Hause bleibt die entscheidende Hürde

Anders als der Diesel stehen Elektroautos jedoch vor einer großen Herausforderung. Wer ein Elektroauto so laden möchte, dass es sich rechnet – zu Hause –, kann das nicht immer tun. Menschen mit geringeren Einkommen bleiben weiterhin an die Tankstelle und den fehlenden Stellplatz in einer Garage gebunden. Elektroautos setzen eine private Infrastruktur voraus, die nicht allen zur Verfügung steht. Selbst zum Sparen braucht man erst einmal Geld …

Warum Wohlhabende nicht die Hauptzielgruppe sind

Und weshalb nicht die höheren Einkommensgruppen? Natürlich kaufen auch sie Elektroautos. Doch wenn Geld keine Rolle spielt, wird Effizienz eher gegen Bequemlichkeit eingetauscht. In diesem Fall übertrifft nichts den klassischen Verbrennungsmotor. Elektroautos ja, aber meist als Zweit- oder Drittwagen.

Aus all diesen Gründen bekräftige ich: Das Elektroauto wird tendenziell zum neuen Diesel der Mittelklasse. Es wird vermutlich die Wahl jener sein, die noch Geld haben, um zu rechnen, die noch eine Garage zum Abstellen besitzen und die noch daran glauben, sich etwas kaufen zu können.

Da der Gebrauchtwagenmarkt inzwischen von den ersten Modellen mit brauchbarer Reichweite für unter 20.000 Euro belebt wird, bin ich überzeugt, dass die Verbreitung von Elektroautos neuen Schwung erhält. Nicht durch jene, die sich für Technik begeistern – oder, bei Unternehmen, für steuerliche Vorteile –, sondern durch diejenigen, die am Monatsende noch mit etwas Zuversicht dastehen.

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