Auf dem Pariser Autosalon kündigte Carlos Tavares, Vorstandsvorsitzender von Stellantis, an, dass der Konzern 2026 mit einer Leistungsbewertung sämtlicher Marken beginnen will. Aus dieser Überprüfung könnten endgültige Entscheidungen hervorgehen.
Die Bewertung ist Teil des Stellantis-Strategieplans „Dare Forward 2030“. Ihr Ergebnis könnte für die Zukunft einiger der 14 Marken im Stellantis-Portfolio entscheidend sein.
Stellantis bewertet 14 Marken ab 2026
Wie Carlos Tavares erläuterte, soll die Analyse durchgeführt werden, wenn zwei Drittel des Plans umgesetzt sind. Da sein Ausscheiden als Vorstandsvorsitzender bereits für 2026 vorgesehen ist, dürfte die Verantwortung für die Zukunft einiger dieser Marken bei seinem Nachfolger liegen.
Zur Einordnung: Bei der Gründung von Stellantis im Jahr 2021 musste jede Marke einen Produktplan für zehn Jahre vorlegen, dessen erste fünf Jahre vollständig finanziert waren.
Nach Angaben von Tavares hat der Konzern bislang sämtliche Verpflichtungen eingehalten. Dazu zählt auch die Einführung einer neuen Plattformgeneration: Die STLA Medium feierte ihr Debüt im Peugeot 3008.
Produktplanung und finanzielle Ziele
Trotz einiger Anpassungen im Zeitplan für Produkteinführungen erinnert der portugiesische Manager daran, dass keines der vorgesehenen Projekte gestrichen wurde. Der ursprünglich festgelegte Kurs wird somit weiterhin verfolgt – auch angesichts der fortlaufenden Veränderungen in der weltweiten Automobilindustrie.
Deshalb wird die Leistungsbewertung der 14 Marken für ihre weitere Zukunft entscheidend sein, insbesondere vor dem Hintergrund der Energiewende und steigender Marktanforderungen. Tavares formuliert es eindeutig: „Marken, die ihre finanziellen Ziele nicht erreichen, könnten neu bewertet oder im äußersten Fall eingestellt werden.“
Maserati ganz oben auf der Liste
Eine der derzeit offensichtlichsten Herausforderungen im Markenportfolio von Stellantis betrifft Maserati. Carlos Tavares erklärte kürzlich, die Schwierigkeiten der Marke lägen nicht bei Technologie oder Produkten, sondern im Marketing.
Die Verkäufe der Marke mit dem Dreizack gehen zurück, und eine Positionierung neben den übrigen Luxusmarken gelingt nicht. Im ersten Halbjahr 2024 brachen die Verkäufe gegenüber dem entsprechenden Zeitraum 2023 um mehr als 50 % ein und beliefen sich auf 6500 Einheiten (15 300 Einheiten im Jahr 2023).
Laut Tavares ist das Produktangebot solide und umfasst bereits rein elektrische Modelle. Maserati habe es jedoch nicht geschafft, diese Botschaft an die Zielgruppe zu vermitteln.
Die enttäuschenden Ergebnisse führten kürzlich zum Abgang von Davide Grasso als Vorstandsvorsitzender der Marke. Seine Position übernimmt Santo Ficili, der dieselbe Aufgabe bei Alfa Romeo ausüben wird und Jean-Phillipe Imparato ersetzt.
Bereits zu Jahresbeginn war Giovanni Perosino als neuer Marketingdirektor eingesetzt worden, ebenfalls mit dem Ziel, die Marke neu auszurichten. Die Ergebnisse bleiben jedoch weiterhin hinter den Erwartungen zurück.
Mehrere Maserati-Modelle wurden in den vergangenen Monaten eingestellt, darunter der Ghibli, der Quattroporte und auch der Levante. Während der Ghibli keinen Nachfolger erhalten wird, müssen Interessierte auf die Nachfolger der beiden anderen Modelle noch bis 2027/2028 warten.
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