Der Finanzbericht von Mazda für das jüngste Quartal, das von Juli bis September 2020 reicht, hält zudem eine Überraschung bereit: Erstmals ist ein Teil der neuen Reihen-Sechszylinder-Motoren zu sehen, die 2019 angekündigt wurden.
Eine aufschlussreiche Abbildung der neuen Antriebe erschien auf einer Präsentationsseite zum Thema „Investitionen zur Steigerung des Markenwerts (Technologie/Produkte)“. Daraus geht hervor, welche Schritte Mazda in den kommenden zwei Jahren und darüber hinaus plant: Dazu zählen die Einführung von Mazda Connect 2 in weiteren Modellen wie CX-5, CX-8 und CX-9, nicht näher erläuterte Überarbeitungen bestehender Antriebe sowie Verbesserungen von i-Activsense, dem Fahrerassistenzsystem.
Besonders interessant sind jedoch die Angaben zu den neuen Motoren und der Architektur, die bis 2022 eingeführt werden sollen – darunter die neuen Mazda Reihen-Sechszylinder, die unten zu sehen sind.
Neue Mazda Reihen-Sechszylinder bis 2022
Dem Dokument zufolge wird es drei Reihen-Sechszylinder geben: zwei Benzinmotoren und einen Dieselmotor. Der zweite Benziner setzt auf die bereits bekannte Skyactiv-X-Technologie, die schon bei einem 2,0-Liter-Vierzylinder im Mazda3 und CX-30 zum Einsatz kommt.
Mit den neuen Mazda Reihen-Sechszylindern wird außerdem eine neue Hinterradantriebsarchitektur eingeführt, die auf Wunsch auch Allradantrieb ermöglicht. Sie dürfte den Nachfolger des Mazda6 antreiben, ebenso wie ein mögliches Coupé – beide wurden durch die Konzeptfahrzeuge Vision Coupe und RX Vision vorweggenommen – sowie möglicherweise den Nachfolger des CX-5.
Hinterradantriebsplattform auch für Vierzylinder
Die neue Architektur mit Hinterradantrieb erhält weitere Motorisierungen. Vorgesehen sind längs eingebaute Reihen-Vierzylinder, die ebenfalls in der Abbildung oben erkennbar sind. Bislang besaß nur der MX-5 diese Anordnung mit einem längs vorn montierten Vierzylinder und Hinterradantrieb; künftig wird sie auf die neue Plattform ausgeweitet.
Künftige Modelle auf dieser Architektur werden zudem durch ein 48-Volt-Mildhybrid-System ergänzt, während Mazda3 und CX-30 mit 24 Volt arbeiten. Darüber hinaus ist ein Plug-in-Hybrid vorgesehen, dessen Motor und Getriebe in der Mitte der Abbildung dargestellt sind. Mazdas Elektrifizierungsstrategie bis 2022 umfasst außerdem den Einsatz eines Wankelmotors als Range Extender. Dieser soll 2022 im MX-30 debütieren und könnte anschließend auch in weiteren Modellen eingesetzt werden.
Weitere Entwicklungen bei Mazda
Auch wenn der erste Blick auf die Reihen-Sechszylinder die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht, beschränken sich Mazdas kurzfristige Pläne nicht auf diese Antriebe. Funktionen wie drahtlose Aktualisierungen (Over-the-Air) sowie weitere Konnektivitätslösungen sollen eingeführt werden. Für die Zeit nach 2022 hat der Hersteller bereits die Entwicklung einer neuen Plattform für Elektrofahrzeuge der nächsten Generation angekündigt.
Die Finanzzahlen des jüngsten Quartals fielen zwar infolge der Pandemie, die alle betrifft, negativ aus: Mazda verzeichnete einen Verlust von rund 212 Millionen Euro. Dennoch deutet für die kommenden Jahre nichts auf eine Verlangsamung hin – an Neuheiten mangelt es dem Hersteller offenbar nicht.
Wie die gesamte Branche optimiert und überprüft auch Mazda seine Abläufe, etwa in der Produktion, um die Folgen von Covid-19 zu bewältigen. Eines der Ziele der vorgestellten Plananpassung besteht darin, die Gewinnschwelle zu senken. An den bereits vor Covid beschlossenen Investitionsbeträgen wurden jedoch keine Änderungen vorgenommen.
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