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Mitsubishi Pajero: Die Rückkehr nach Europa nimmt Fahrt auf

Silberner Mitsubishi Pajero SUV im Autohaus mit rotem Fahrzeug im Hintergrund auf glänzendem Boden.

Noch vor wenigen Jahren war die Zukunft von Mitsubishi in Europa alles andere als sicher. 2020 legte die Marke die Entwicklung neuer Modelle für den europäischen Markt sogar auf Eis und bündelte einen Großteil ihrer Ressourcen in Asien.

Die Lösung kam schließlich aus den eigenen Reihen – genauer gesagt aus der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi. Statt viel Zeit und Geld in die komplette Neuentwicklung mehrerer Europamodelle zu investieren, griff Mitsubishi auf Renault zurück, um Lücken im Modellprogramm zu schließen.

So entstanden der auf dem Clio basierende Colt, der vom Captur abgeleitete ASX sowie zuletzt Grandis und Eclipse Cross. Für eingefleischte Fans der Marke ist das kaum ein wirklich überzeugendes Rezept, doch Mitsubishi konnte damit rasch neue Modelle einführen und die Kosten deutlich senken.

Diese Strategie half zwar, die Modellpalette schnell wieder aufzubauen, bei den Verkaufszahlen bleiben die Ziele jedoch in weiter Ferne. Mitsubishi strebt in Europa 75.000 bis 80.000 Fahrzeuge pro Jahr an, kam 2025 aber lediglich auf 46 655 Einheiten. Auch in diesem Jahr sieht es nicht besser aus: Im ersten Halbjahr brachen die europäischen Verkäufe um 40 % ein.

Um gegenzusteuern, dürfte Mitsubishi wieder stärker auf Modelle mit eigener Identität setzen. Den Anfang soll die Rückkehr einer der größten Ikonen der Marke machen: der Pajero.

Günstigerer Eclipse Cross kommt

Zuvor hat der japanische Hersteller sein Angebot mit dem Grandis erweitert, der im Kern ein Renault Symbioz ist. Er wird ausschließlich mit einem Mildhybrid-Benzinantrieb angeboten, die Preise beginnen bei 33 926 Euro.

Für die kommenden Monate noch wichtiger sind die Pläne für den Eclipse Cross. Die neue Generation ersetzt den bisherigen Plug-in-Hybridantrieb durch einen rein elektrischen Antrieb und teilt erneut fast sämtliche Komponenten mit einem Renault – in diesem Fall mit dem Scenic E-Tech Electric.

Aktuell gibt es ihn nur mit einer 87-kWh-Batterie, einem 160-kW-Motor (218 PS) und einer Reichweite von rund 600 km. Mitsubishi hat jedoch bereits eine zweite, günstigere Variante mit mittlerer Reichweite bestätigt.

Die Batteriekapazität wurde bislang nicht offiziell genannt. Vieles spricht jedoch für eine Lösung mit etwa 60 kWh, wie sie bereits im Scenic eingesetzt wird. Damit dürfte der aktuelle Einstiegspreis von 52 528 Euro sinken.

Danach folgt der Pajero

Ab diesem Punkt verändert sich die Strategie. Mitsubishi hat eine neue globale Ausrichtung vorgestellt, in der Produkte mit eigenständigem Charakter wieder im Mittelpunkt stehen. In den kommenden sechs Jahren sollen 13 neue Modelle auf den Markt kommen, wobei die Ressourcen vor allem in SUVs und Geländewagen fließen sollen – also genau in jenes Segment, in dem sich die Marke einen großen Teil ihres Rufs erarbeitet hat.

Der Pajero wird das erste große Symbol dieses Kurswechsels sein.

Die fünfte Generation basiert auf dem Leiterrahmen des Pick-ups Triton, der in Europa als L200 bekannt ist. Innenraum und Fahrwerk sollen allerdings speziell für den Pajero ausgelegt werden.

Mitsubishi hat deutlich gemacht, dass der Pajero wieder ein globales Modell wird und sich der Name zu einer echten Produktfamilie entwickeln soll.

Die Weltpremiere ist für den Herbst geplant, in den ersten Märkten soll das Modell 2027 eingeführt werden. Ob Europa dazugehört, hat Mitsubishi noch nicht bestätigt. Prototypen wurden allerdings bereits bei Erprobungsfahrten auf dem „alten Kontinent“ fotografiert, was die Hoffnung auf einen hiesigen Marktstart nährt.

Entscheidend könnte dabei die Elektrifizierung sein. Mitsubishi konzentriert die eigene Entwicklung zunehmend auf Hybrid- und Plug-in-Hybridantriebe. Diese Technologien würden es dem Pajero ermöglichen, die europäischen Anforderungen besser zu erfüllen, ohne auf eine konsequent geländetaugliche Technik zu verzichten.

Nach der Ungewissheit über Mitsubishis Zukunft in Europa deutet damit alles darauf hin, dass die Marke bleibt und wieder verstärkt auf das setzt, was sie seit jeher besonders gut kann: SUVs und Geländewagen mit drei Diamanten und eigener Identität.

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