Die Automobilproduktion in Portugal hatte sich nach einem schwachen Jahresauftakt schrittweise erholt, doch im Juni wurden die Berechnungen erneut durcheinandergebracht. Nach fünf Monaten, in denen das Ergebnis noch über dem Niveau von 2025 lag, drückte der kräftige Rückgang im sechsten Monat die Bilanz des ersten Halbjahres ins Minus.
Im Juni wurden in Portugal 26 229 Fahrzeuge gefertigt, 20,1% weniger als im gleichen Monat 2025. Ausschlaggebend für den Rückgang war vor allem die Herstellung von Pkw: Sie sank um 21,8% auf 20 671 Einheiten.
Auch bei leichten Nutzfahrzeugen blieb die Produktion unter dem Vorjahreswert und ging um 7,4% auf 5556 Fahrzeuge zurück. Bei schweren Fahrzeugen betrug der Einbruch 99,5%; es wurden lediglich zwei Einheiten produziert.
Dabei gibt es jedoch eine wesentliche Einschränkung: Laut ACAP lagen für Juni keine Daten des Werks von Mitsubishi Fuso Trucks Europe vor. Die Angaben für diese Kategorie bilden daher nicht die vollständige Lage ab. Das Werk stellte seine Produktion im Juli im Rahmen einer Umstrukturierung ein.
Der Juni drehte die Halbjahresbilanz der Automobilproduktion in Portugal
Das erste Halbjahr verlief wechselhaft. Im Januar und Februar lag die Produktion zunächst unter dem Ergebnis von 2025, ehe sie sich im März und April deutlich erholte.
Diese Aufholbewegung reichte aus, um den Gesamtwert der ersten vier Monate um 7,3% über den Vergleichszeitraum von 2025 zu heben. Im Mai folgte erneut ein Rückgang, der den Vorsprung auf 3,3% verringerte. Im Juni kippte die Entwicklung dann endgültig: Das Minus von 20,1% führte dazu, dass der kumulierte Wert wieder negativ ausfiel.
Von Januar bis Juni wurden in Portugal 176 057 Fahrzeuge produziert, lediglich 1% weniger als im gleichen Zeitraum 2025.
Eine Kategorie setzte ihr Wachstum allerdings fort. Die Pkw-Produktion erreichte im ersten Halbjahr 141 277 Einheiten und lag damit 1,3% über dem Vorjahreswert.
Leichte Nutzfahrzeuge verzeichneten dagegen einen Rückgang von 8,6% auf 33 498 Einheiten. Bei schweren Fahrzeugen sank die Zahl um 25,8% auf 1282 Fahrzeuge.
Die folgenden Angaben zeigen, wie sich die einzelnen Fahrzeugkategorien sowohl im Juni als auch im bisherigen Jahresverlauf in der Automobilproduktion in Portugal entwickelten:
Fast alle in Portugal produzierten Fahrzeuge gehen ins Ausland
An einem prägenden Merkmal der portugiesischen Automobilindustrie hat sich kaum etwas geändert: Nahezu alles, was in Portugal hergestellt wird, ist für den Export bestimmt.
Nach Angaben der ACAP gingen 97,9% der im ersten Halbjahr gefertigten Fahrzeuge auf ausländische Märkte.
Europa blieb mit großem Abstand die wichtigste Absatzregion und nahm 93,2% der Exporte auf. Deutschland war mit 22,5% der größte Markt, gefolgt von Italien (12%), der Türkei (11,7%) und Frankreich (11,6%). Außerhalb Europas entfielen 2,6% der Ausfuhren auf Afrika, während der amerikanische Kontinent 1,7% ausmachte.
Montage schwerer Fahrzeuge entwickelt sich gegenläufig
Während die Produktion schwerer Fahrzeuge rückläufig ist, zeigt sich bei der Montage ein anderes Bild. Beide Vorgänge müssen getrennt betrachtet werden: Die Produktion erfasst Fahrzeuge, die in den nationalen Werken hergestellt werden. Bei der Montage werden hingegen bereits gefertigte Komponenten und Baugruppen zu einem vollständigen Fahrzeug zusammengefügt.
Im Juni wurden 44 Einheiten montiert, 144,4% mehr als im gleichen Monat 2025. Von Januar bis Juni belief sich die Zahl der montierten schweren Fahrzeuge auf 153, was einem Anstieg von 37,8% entspricht. Dabei handelte es sich ausschließlich um schwere Personenfahrzeuge.
Auch in diesem Bereich hatte der Export erhebliches Gewicht. Zwischen Januar und Juni wurden 73,2% der in Portugal montierten Fahrzeuge ausgeführt, insgesamt 112 Einheiten. Deutschland und England waren die einzigen Zielmärkte und standen jeweils für 82,1% beziehungsweise 17,9% der Exporte.
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