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Bugatti Bolide: Die größten Carbon-Carbon-Bremsscheiben aller Zeiten

Blauer Bugatti Chiron Supersport Sportwagen in Ausstellung mit Spiegelung und großem Heckflügel

Der Bugatti Bolide ist die jüngste Waffe aus Molsheim und wurde dafür geschaffen, es mit jeder Rennstrecke aufzunehmen, die diesen Namen verdient. Eine Straßenzulassung besitzt er nicht – sämtliche Komponenten sind daher ausschließlich darauf ausgelegt, auf der Rennstrecke maximale Effizienz herauszuholen.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Bremsen, zumal hinter dem Fahrer ein gewaltiger 8.0-W16-Motor mit vier Turboladern und 1600 PS arbeitet. Vor diesem Hintergrund ging Bugatti eine Partnerschaft mit Brembo ein, die dem Bolide die größten jemals gefertigten Carbon-Carbon-Bremsscheiben bescherte.

Wahrscheinlich ist die Carbon-Keramik-Technologie bei Bremsscheiben vertrauter, da sie bei Straßenfahrzeugen weiter verbreitet ist. Carbon-Carbon kommt hingegen ausschließlich im Motorsport zum Einsatz, insbesondere in der Formel 1: Das Material wiegt weniger, dehnt sich bei Hitze geringer aus und widersteht extremen Temperaturen, bei denen es einen sehr hohen Reibungskoeffizienten beibehält.

Es überrascht daher nicht, dass Bugatti die Bremsleistung des Bolide auf dem Niveau der in der Formel 1 eingesetzten Technik sieht.

Carbon-Carbon-Bremsen für den Bugatti Bolide

Die Entwicklung der Carbon-Carbon-Scheiben für den Bugatti Bolide nahm zwei Jahre in Anspruch. Das Ergebnis sind an der Vorderachse montierte Bremsscheiben mit 390 mm Durchmesser und 37,5 mm Stärke – die bislang größten Scheiben aus diesem Material.

Neben den Scheiben zählen auch die vorderen Monoblock-Bremssättel zu den Besonderheiten des Bremssystems des Bugatti Bolide. Sie bestehen aus einer Aluminiumlegierung, sind vernickelt und arbeiten mit acht Kolben sowie vier 25 mm starken Hochleistungsbelägen.

An der Hinterachse sitzen ebenfalls zwei Monoblock-Bremssättel, dort jedoch mit jeweils sechs Kolben. Wie vorn kommen vier Hochleistungsbeläge zum Einsatz, die mit 24,5 mm allerdings etwas kleiner ausfallen. Der Durchmesser der Bremsscheiben bleibt bei 390 mm, während ihre Stärke auf 34 mm reduziert wird.

Darüber hinaus verfügen die Bremsen des Bugatti Bolide über maßgeschneiderte Zylinder und sogar über eine speziell formulierte Bremsflüssigkeit, die die Leistung dieses Hypersportwagens verbessern soll.

Weniger Gewicht, bessere Kühlung

Bei der Entwicklung des neuen Bremssystems für eine so extreme Maschine wie den Bugatti Bolide konzentrierte sich das Brembo-Entwicklungsteam darauf, das Gewicht so weit wie möglich zu senken und die Kühlung bestmöglich auszulegen.

Trotz der äußerst großzügigen Abmessungen bringt jede Carbon-Carbon-Scheibe dabei lediglich 3,175 kg auf die Waage.

Brembo optimiert Luftführung und Wet-Modus

„Das gesamte System musste neu konzipiert werden, um den unglaublichen und anspruchsvollen Eigenschaften sowie der Leistung des Bolide gerecht zu werden. Der vordere Bremssattel ist beispielsweise meiner Meinung nach ein wahres Meisterwerk der Ingenieurskunst und der größte, den wir jemals an einem Rennwagen verbaut haben.“

  • Mario Almondo, Chief Operating Officer von Brembo Performance

Auch bei der Kühlung leisteten die Brembo-Ingenieure einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung der vorderen Luftkanäle des Bugatti Bolide.

Nach mehreren Testfahrten auf der Rennstrecke führte deren Optimierung dazu, dass nun etwa 85-90% des Luftstroms zu den Bremsscheiben und Belägen geleitet werden; nur ein kleiner Anteil erreicht die Bremssättel.

Die Zusammenarbeit von Bugatti und Brembo brachte zudem eine neue Abstimmung des Fahrmodus „Wet“ im Bolide hervor, der für nasse Strecken oder Fahrbahnen mit geringem Grip vorgesehen ist. Schließlich gibt der W16-Motor ein sehr hohes Drehmoment an alle vier Räder ab, was die Traktionskontrolle und damit auch das Bremssystem deutlich stärker fordert.

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