Die Ford Ranger zählt weiterhin zu den erfolgreichsten Modellen der US-Marke. Sie wird in mehr als 180 Märkten verkauft, ist der fünftmeistverkaufte Pick-up weltweit und unangefochtene Spitzenreiter in Europa. Dort erreichte sie kürzlich mit einem Marktanteil von 39,9 % einen neuen Verkaufsrekord. Der Druck auf die neue Generation ist also groß …
Die Vorstellung einer neuen Generation ist deshalb ein bedeutender Moment – auch wenn sie recht früh erfolgt. In Europa öffnen die Bestellbücher erst in einem Jahr, während die ersten Auslieferungen erst für Anfang 2023 vorgesehen sind.
In anderen Märkten könnte sie früher auf den Markt kommen. Das hindert uns jedoch nicht daran, die vielversprechende neue Ford Ranger genauer kennenzulernen: Sie bietet mehr Technologie und Funktionen, darunter auch einen neuen V6-Turbodiesel.
Nach dem Vorbild der F-150
Äußerlich lässt sich die neue Generation klar vom aktuellen Modell unterscheiden. Ihr Auftritt orientiert sich stärker an Fords größtem und eindrucksvollstem Pick-up, der F-150 – zugleich der meistverkaufte Pick-up der Welt.
Besonders deutlich wird diese Annäherung an der Front der neuen Ranger. Die Matrix-LED-Scheinwerfer und der Kühlergrill bilden eine geschlossenere, aufrechtere Einheit, wobei vor allem die neue C-förmige Lichtsignatur ins Auge fällt. Auch die Rückleuchten greifen eine Grafik auf, die stärker jener der Frontscheinwerfer ähnelt und so für ein harmonischeres Gesamtbild sorgt.
In der Seitenansicht fallen die stärker modellierten Flächen auf: sowohl die durch eine Kante betonte Schulterlinie als auch die ausgeformten Türflächen, die komplexer und hochwertiger wirken als beim Vorgänger.
Auch die Proportionen der neuen Ranger unterscheiden sich teilweise von denen des Vorgängermodells. Verantwortlich dafür sind die weiter nach vorn gerückte Vorderachse, die den Radstand um 50 mm verlängert, sowie die ebenfalls um 50 mm gewachsene Breite.
Revolution im Innenraum der Ford Ranger
Im Innenraum der neuen Ford Ranger sticht ein Design hervor, das ebenso gut aus einem klassischen Pkw stammen könnte. Die US-Marke hebt die „Soft-Touch-Materialien und hochwertigen Oberflächen“ sowie den neuen, kompakt ausgeführten Automatik-Wählhebel „e-Shifter“ hervor.
Wie bereits beim Mustang Mach-E steht der große, vertikal angeordnete Touchscreen mit 10,1 oder 12 Zoll im Mittelpunkt. Er reduziert die Zahl der Tasten auf dem Armaturenbrett erheblich. Die Bedienelemente der Klimaanlage bleiben allerdings physisch erhalten, auch wenn ihre Tasten kleiner als zuvor ausfallen.
Auch an Ablagemöglichkeiten mangelt es nicht: Das Armaturenbrett verfügt über ein oberes Handschuhfach, die Mittelkonsole und die Türen bieten weitere Fächer, und für das Smartphone gibt es einen Platz mit induktiver Ladefunktion. Zusätzliche Stauräume befinden sich unter und hinter den Rücksitzen.
Mehr Technik und Konnektivität
Der aufgewertete Innenraum beschränkt sich nicht auf seine hochwertigere Gestaltung. Die neue Ranger erhält zudem Fords jüngstes Infotainmentsystem SYNC 4, das beispielsweise Sprachbefehle und Over-the-Air-Updates ermöglicht.
SYNC 4 umfasst außerdem einen eigenen Bildschirm für Gelände- und Fahrmodi. Darüber lassen sich etwa Antriebsstrang, Lenkwinkel sowie Neigungs- und Wankwinkel des Fahrzeugs überwachen. Sogar eine 360-Grad-Kamera ist an Bord.
Die serienmäßige Konnektivität übernimmt FordPass Connect. In Verbindung mit der FordPass-App ermöglicht das System Fernstarts, die Kontrolle des Fahrzeugstatus sowie das Öffnen und Verriegeln der Türen per Smartphone.
Neuheit: ein V6
Zum Marktstart wird die Ford Ranger mit drei Dieselmotoren angeboten. Zwei davon stammen aus der aktuellen Ranger und nutzen den 2,0-Liter-EcoBlue-Reihenvierzylinder, der in zwei Varianten erhältlich ist: mit einem oder mit zwei Turboladern. Die dritte Motorisierung ist neu.
Dabei handelt es sich um einen V6 mit 3,0 Litern Hubraum. Leistungs- und Drehmomentwerte hat Ford für keine der Motorisierungen bislang genannt. Es wäre allerdings keine Überraschung, wenn dieser neue 3.0 V6 für die kommende Ford Ranger Raptor vorgesehen wäre, die nach mehr Leistung verlangt.
Der Neuigkeitseffekt dieses kräftigen Motors dürfte jedoch später von einer erstmals verfügbaren Plug-in-Hybridmotorisierung übertroffen werden – ja, auch die neue Ford Ranger wird elektrifiziert.
Zu dieser künftigen elektrifizierten Variante liegen ebenfalls noch keine Details vor. Sie ist jedoch bereits angekündigt, wie aus der Ford-Mitteilung hervorgeht: „Eine hydrogeformte Frontstruktur schafft mehr Platz im Motorraum für den neuen V6-Antrieb und hilft der Ranger, sich mit neuen Antriebstechnologien für die Zukunft zu rüsten.“
Feine Balance aus Komfort und Fahrverhalten
Moderne Pick-ups sind längst mehr als reine „Lastesel“: Sie übernehmen auch Aufgaben im Familienalltag und in der Freizeit. Umso wichtiger ist ein ausgewogenes Fahrverhalten, das den unterschiedlichen Anforderungen gerecht wird.
Um dieses Ziel zu erreichen, hat Ford die hinteren Stoßdämpfer außerhalb der Chassis-Längsträger positioniert. Nach Angaben der Marke trägt diese Änderung zu einem höheren Komfortniveau bei.
Für anspruchsvolleres Gelände verbessert die bereits erwähnte, weiter vorn platzierte Vorderachse den Böschungswinkel vorn. Die breitere Spur ermöglicht zugleich eine bessere Achsverschränkung im Offroad-Einsatz.
Die neue Ranger ist außerdem mit zwei Allradsystemen erhältlich: einem elektronischen Shift-on-the-fly-System oder einem neuen permanenten Allradantrieb mit einem Set-and-forget-Modus.
Die Ladefläche
Über einen Pick-up zu sprechen, ohne seine Ladefläche zu erwähnen, wäre wie „nach Rom zu fahren und den Papst nicht zu sehen“. Bei der neuen Ford Ranger bringt die Ladefläche zahlreiche Lösungen mit, die ihre Vielseitigkeit und Nutzbarkeit erhöhen sollen.
Zunächst wirkt sich die größere Breite der neuen Ranger auch auf die Ladefläche aus, die 50 mm breiter geworden ist. Sie erhält zudem eine neue Schutzverkleidung aus geformtem Kunststoff sowie zusätzliche Befestigungspunkte an Stahlrohrschienen. In die Schienen der Ladefläche integrierte Beleuchtung ist ebenfalls vorhanden.
Hinzu kommen strukturelle Befestigungspunkte für Zelte und weiteres Zubehör, die rund um die Ladefläche und an der Heckklappe verborgen angebracht sind. Neu sind zudem ein Ladungsmanagementsystem mit Trennwänden sowie ein Befestigungssystem mit besonders widerstandsfähigen Federklemmen, die in an beiden Seiten der Ladefläche verschraubten Schienen einrasten.
Die Heckklappe dient nicht nur als Zugang zur Ladefläche, sondern kann auch als mobile Werkbank genutzt werden. Dafür besitzt sie ein integriertes Lineal und Befestigungsklemmen zum Messen, Fixieren und Zuschneiden von Baumaterialien. Auch der Zugang zur Ladefläche wurde erleichtert, wie Anthony Hall, Ranger Vehicle Engineering Manager, erklärt.
Wann kommt sie?
Wie eingangs erwähnt, dauert es noch bis zur Einführung der neuen Ford Ranger in Europa. Die Produktion beginnt 2022 in Thailand und Südafrika. Bestellungen in Europa sind erst für Ende desselben Jahres vorgesehen, die ersten Auslieferungen starten erst 2023.
Die Wartezeit ist lang. Wer nicht warten kann, findet jedoch weiterhin drei kürzlich eingeführte Sondermodelle der noch angebotenen Ford Ranger: Stormtrak, Wolftrak und Raptor SE. Guilherme Costa konnte sie bei einer ersten Fahrt in Spanien testen – nicht verpassen:
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