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Renault entwickelt keine neuen Dieselmotoren mehr

Weißes Elektroauto von Renault mit "NO DIESEL" Nummernschild in modernem, hellem Showroom neben Ladestation.

„Wir entwickeln keine neuen Dieselmotoren mehr“. Das erklärte Gilles Le Borgne, der Entwicklungschef von Renault, in einem Gespräch mit der französischen Fachzeitschrift Auto-Infos am Rande der eWays-Veranstaltung des französischen Herstellers.

Bei diesem Event wurde der Renault Mégane eVision vorgestellt: eine elektrische Kompaktlimousine mit Crossover-Genen, die Ende kommenden Jahres auf den Markt kommen soll. Gilles Le Borgne erläuterte, was von diesem Modell und insbesondere von der neuen, ausschliesslich für Elektroautos entwickelten modularen CMF-EV-Plattform zu erwarten ist.

Dank ihres modularen und flexiblen Aufbaus wird die Plattform in einer kurzen und einer langen Ausführung verfügbar sein; die Radstände liegen dabei zwischen 2,69 m und 2,77 m. Laut Le Borgne kann sie Batterien mit 40 kWh, 60 kWh und 87 kWh aufnehmen. Der Mégane eVision nutzt beispielsweise die kurze CMF-EV-Variante zusammen mit dem 60-kWh-Akku und erreicht bis zu 450 km Reichweite. Dazu trägt, wie Le Borgne hervorhebt, auch die sorgfältig optimierte Aerodynamik bei.

Die CMF-EV wird nicht nur im neuen Mégane eVision eingesetzt. Ähnlich wie die MEB-Plattform im Volkswagen-Konzern soll sie die Basis für eine neue Elektrofahrzeug-Generation der Partner in der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz bilden. Der Nissan Ariya wird das erste Modell sein, das diese neue Plattform erhält.

Neue Dieselmotoren bei Renault? Damit ist nicht zu rechnen

Die CMF-EV-Plattform lieferte den Anlass, die rasch voranschreitende Elektrifizierung des Automobils genauer zu beleuchten. Sie wird eher durch Vorschriften als durch die Marktnachfrage beschleunigt und wirft die Frage auf, welche Folgen dies für Renaults Verbrennungsmotoren haben wird.

Gilles Le Borgne fasst seine Erwartungen knapp zusammen. Der Wandel werde schrittweise erfolgen: Für 2025 rechnet er in Europa mit 15 % Elektrofahrzeugen am Absatz, wobei er Plug-in-Hybride einbezieht, da diese elektrische Mobilität ermöglichen. Bis 2030 soll dieser Anteil auf 30 % steigen.

Wie er betont, werden angesichts der bevorstehenden CO₂-Vorgaben nach 2025 alle Neufahrzeuge mit Verbrennungsmotor in irgendeiner Form elektrifiziert beziehungsweise hybridisiert sein müssen.

Vor diesem Hintergrund kündigte er an, dass Renault keine neuen Dieselmotoren mehr entwickelt. Wenn eine Hybridisierung vorgesehen sei, sei der Einsatz von Benzinmotoren zumindest aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoller. Erst kürzlich berichteten wir über einen neuen 1,2-Liter-TCe-Dreizylinder-Benzinmotor, den Renault gezielt für künftige Hybridmodelle der Marke entwickelt.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Dieselmotoren bei Renault sofort aus dem Programm verschwinden. Le Borgne zufolge werden sie noch einige, jedoch nicht mehr allzu viele Jahre im Renault-Portfolio bleiben.

Rückzug der Dieselmotoren

Wie das ebenfalls französische Magazin L’Automobile Magazine berichtet, dürfte die Einführung der Abgasnorm Euro 6D im Januar 2021 eine erste Welle von Dieselmotor-Ausstiegen auslösen. Die Einhaltung von Euro 6D kann kostspielige Anpassungen bestehender Motorisierungen erfordern. Angesichts sinkender Verkaufszahlen und zusätzlicher Produktionskosten lässt sich eine solche Investition nur schwer rechtfertigen.

In anderen Fällen könnte der vorzeitige Verzicht auf Dieselmotoren Teil einer umfassenderen Strategie sein, Kunden auf die neuen Hybrid- und Elektroangebote verschiedener Hersteller umzulenken. Diese Modelle sind entscheidend, um die CO₂-Reduktionsziele zu erreichen und die vorgesehenen hohen Strafzahlungen zu vermeiden.

Laut L’Automobile Magazine gehören mehrere Renault-Modelle zu den Fahrzeugen, die bereits 2021 auf Dieselmotoren verzichten werden. Darunter sind der Captur und der neue Arkana, die beide schon Plug-in-Hybridantriebe in ihrem Angebot haben.

Quellen: Auto-Info, L’Automobile.

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