Die Rückkehr der Formel 1 nach Portugal bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Neben den offensichtlichen Aspekten – der internationalen Aufmerksamkeit für das Land und den finanziellen Einnahmen durch den Großen Preis von Portugal – gibt es noch einen dritten: die Gelegenheit, mit den Stars aus dem Fahrerlager zu sprechen.
Genau dazu kam es: Die Formel-1-Fahrer des Renault-Teams, Daniel Ricciardo und Esteban Ocon, nahmen einen Tag vor Beginn der Rennaction auf dem Kurs von Portimão an einem Roundtable-Gespräch mit Razão Automóvel und einigen weiteren Medien teil.
Dabei ging es nicht nur um ihre Erwartungen an den GP von Portugal. Sie äußerten sich auch zur Strecke, zu deren möglichen Verbleib im Kalender sowie zu den Perspektiven ihrer jeweiligen Karrieren.
Erste Aufgabe: die Strecke lernen
Da das Autódromo Internacional do Algarve, kurz AIA, neu im Formel-1-Kalender war, stellten wir den beiden Fahrern des Teams aus Enstone zunächst eine einfache Frage: Wie beurteilen sie die Strecke? Erwartungsgemäß fielen die Antworten je nach Erfahrung auf jener Rennstrecke unterschiedlich aus, auf der selbst das Team von Razão Automóvel bereits in der C1-Trophäe gefahren ist.
Ocon räumte zunächst ein, den Kurs noch nicht besonders gut zu kennen. Nach dem, was er im Simulator gesehen habe, könnten die für Portimão typischen Höhenunterschiede jedoch interessante Überholmöglichkeiten schaffen – etwas, das in der aktuellen Formel 1 nicht immer leicht ist.
Ricciardo erklärte dagegen, dass er bereits vor 11 Jahren in der GP2 auf dem AIA gefahren sei, die Strecke aber erneut lernen müsse. Dennoch nannte er bereits einige seiner bevorzugten Passagen: Die erste Kurve sei nicht nur unterhaltsam, sondern auch anspruchsvoll und ein guter Ort zum Überholen. Auch in Kurve 5 erwartete er spannende Duelle.
Mit einer endgültigeren Einschätzung der Strecke wollten beide jedoch warten, bis sie das neue portugiesische „Zuhause“ der Formel 1 besser kennengelernt hatten.
Welche Erwartungen hat Renault beim GP von Portugal?
Obwohl Renault in der Formel 1 klar im Aufwind ist und seine Ergebnisse verbessert hat, blieben die Erwartungen des Teams und seiner beiden Fahrer vor allem realistisch.
Für Ocon zählt in erster Linie, das Maximum aus dem Auto herauszuholen. Dabei erinnerte er daran, dass das Team um den 3. Platz in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft kämpft. Ricciardo hat mindestens die Top 6 im Visier und gab mit gut gelaunter Stimme ein Versprechen ab: „Wenn ich diesmal aufs Podium komme, vergesse ich den ,Shoey‘ nicht.“
Die Erwartungen bei Renault beruhen sowohl auf dem Komfort, den beide Fahrer beim jüngsten Besuch der Formel 1 auf einer „unbekannten“ Strecke gezeigt hatten, als auch auf den Weiterentwicklungen am Auto.
Ocon betonte dazu, dass nicht nur der Motor, sondern auch das Chassis ein gutes Niveau zeige und mindestens ebenso wichtig wie die Antriebseinheit sei.
Ricciardo zufolge fehlt Renault nur ein Faktor, um näher an die Spitze heranzurücken: Abtrieb. Trotz der Fortschritte müsse das Aerodynamikpaket noch so abgestimmt werden, dass es in Kurven viel Grip liefere, ohne die Geschwindigkeit auf den Geraden zu beeinträchtigen.
Zukunft des GP von Portugal? Sie hängt vom Feedback ab
Beim Blick nach vorn sprachen die Renault-Fahrer sowohl über das Schicksal des GP von Portugal als auch über die nächsten Schritte in ihren Karrieren.
Daniel Ricciardo fasste die Zukunft des GP von Portugal so zusammen: „Wenn es gut läuft und die Fahrer begeistert sind, kann das helfen.“ Besonders wichtig seien für ihn nicht nur die Rückmeldungen der Fahrer, sondern auch die Meinung der Fans zur Sonntagsrennen.
Der bei den Fans beliebte Australier ergänzte: „Alle hoffen, nächstes Jahr zurückzukehren, vielleicht früher, wenn es nicht regnet.“ Mit Blick auf seine Karriere erklärte Ricciardo, dass die Rückkehr auf das Podium sein Selbstvertrauen gestärkt habe. In dieser Saison wolle er vor McLaren landen, seinem künftigen Team.
Ocon wiederum sieht der Zusammenarbeit mit Alonso im kommenden Jahr gelassen entgegen. Auch der angeblich „schwierige“ Charakter des Spaniers schrecke ihn nicht ab; er erinnerte sogar daran, dass Alonso der einzige Fahrer sei, mit dem er Helme getauscht habe.
Zum Abschluss fragten wir Daniel Ricciardo, wie es sich anfühle, zu den Fanlieblingen zu gehören. Seine Antwort im für ihn typischen lockeren Ton ließ nicht lange auf sich warten: „Das ist sehr cool. Ich habe Leidenschaft für das, was ich tue, ich fahre mit Leidenschaft, und ich glaube, das begeistert letztlich die Fans. Eines ist sicher: Die Zuneigung, die sie mir entgegenbringen, beruht auf Gegenseitigkeit.“
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen