Yiwei, die neue vollelektrische chinesische Automarke des JAC (Jianghuai Automobile Group), hat soeben die Serienfertigung des ersten Elektroautos mit Natrium-Ionen-Batterien aufgenommen.
Der endgültige Name dieses kleinen Stadtautos steht noch nicht fest. Bislang wird es schlicht Yiwei EV genannt. Die ersten Auslieferungen in China sollen allerdings noch im Januar beginnen.
Ausgestattet ist der Yiwei EV mit einer zylindrischen Natrium-Ionen-Batterie des ebenfalls chinesischen Zulieferers HiNa Battery. Zum Einsatz kommt zudem JACs UE-Technologie (Unitized Encapsulation), deren Aufbau auf einem Wabenmuster basiert (siehe Abbildung oben).
Natrium-Ionen-Technologie begann bei Sehol
Obwohl Yiwei als erster Hersteller ein Elektroauto mit dieser Batterietechnik in Serie fertigt, nahm die Entwicklung ihren Anfang bei einer anderen chinesischen Marke: Sehol.
Sehol gehörte bis 2021 zu Volkswagen Anhui (siehe Infokasten), wurde danach jedoch in das Markenportfolio von JAC aufgenommen. Für 2023 war bereits angekündigt worden, dass die Marke Sehol eingestellt und sämtliche Modelle entweder unter JAC Motors oder Yiwei neu positioniert werden sollen.
Auch der kleine Stromer dieses Artikels gehört dazu. Vorgestellt wurde er vor knapp einem Jahr noch als Prototyp der Marke Sehol unter der Bezeichnung E10X. Ob er beim Marktstart als Yiwei weiterhin diesen Namen trägt oder eine neue Modellbezeichnung erhält, ist bislang offen.
Yiwei EV: Batterie, Ladezeit und Reichweite
Fest steht dagegen, dass der kompakte Elektro-Wagen über eine Batterie mit lediglich 25 kWh Kapazität verfügt. Sie lässt sich in nur 20 Minuten von 10 % auf 80 % laden.
Die Reichweite beträgt 252 Kilometer nach dem chinesischen CLTC-Fahrzyklus, der deutlich großzügiger ausfällt als der europäische WLTP-Zyklus.
In der Regel liegen die nach CLTC ermittelten Werte bis zu 20 % über den WLTP-Angaben. Nach europäischer Homologation dürfte die Reichweite dieses Elektroautos deshalb bei ungefähr 200 km liegen.
Was unterscheidet sie von einer „konventionellen“ Batterie?
Gegenüber den Lithium-Ionen-Batterien, die in den meisten Elektroautos eingesetzt werden – NMC und LFP –, liegt der entscheidende Unterschied neben den verwendeten Rohstoffen vor allem bei den Kosten. Das wirkt sich naturgemäß erheblich auf den endgültigen Fahrzeugpreis aus.
Da weder Metalle wie Lithium noch beispielsweise Nickel benötigt werden, „sind Natrium-Ionen-Batterien eine kostengünstige Lösung, die zur Verbreitung von Elektrofahrzeugen für die breite Masse beiträgt“, erklärt Yiwei-Präsident Xia Shunli laut Car News China.
Bislang wird diese Technologie jedoch vor allem für stationäre Energiespeicher genutzt, etwa in Wohnhäusern. Ein wesentlicher Grund dafür ist ihre niedrigere Energiedichte im Vergleich zu LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat) und NMC-Batterien (Nickel, Mangan und Kobalt).
Zum Vergleich: Die Natrium-Ionen-Batterie dieses Yiwei erreicht eine Energiedichte von 120 Wh/kg. Eine LFP-Batterie kann dagegen bis zu 160 Wh/kg erreichen, während eine NMC-Batterie bis zu 270 Wh/kg schafft. Genau darin liegt die größte Einschränkung von Natrium-Ionen-Batterien.
Anders ausgedrückt: Für die gleiche Kapazität wird bei einer Natrium-Ionen-Batterie mehr Material benötigt als bei einer Lithium-Ionen-Batterie. Dadurch beansprucht sie mehr Bauraum und bringt mehr Gewicht auf die Waage.
Quelle: Car News China
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