BMW erweitert den 5er um eine neue Plug-in-Hybrid-Einstiegsvariante: den 520e. Er ergänzt den 530e als mittlere Option sowie den (elektrifizierten) 545e, über den ich ebenfalls bald sprechen werde.
Als günstigster „hybridisierter“ Antrieb im 5er-Programm ist der 520e fast automatisch die spannendste Wahl für den hiesigen Markt – besonders für Unternehmen, bei denen Plug-in-Hybride in der Praxis oft sehr gut ins Raster passen.
Der BMW 520e ist hier keine Ausnahme. Dennoch gilt – ähnlich wie bei meiner Fahrt im kleineren „Bruder“, dem 320e: Auch für Privatkundinnen und -kunden kann er interessant sein, sofern das eigene Nutzungsprofil dazu passt.
Bevor wir die Pflichtpunkte bei Plug-in-Hybriden angehen – Laden, Einsatzprofil und laufende Kosten – lohnt sich ein Blick auf die Technik. Denn die Basis ist identisch mit der, die auch im BMW 320e arbeitet.
Herzstück ist ein aufgeladener Vierzylinder-Benziner mit 2,0 Litern Hubraum und 163 PS. Dazu kommt ein Elektromotor, der gemeinsam mit dem Verbrenner eine Systemleistung von 204 PS und 350 Nm maximales Drehmoment bereitstellt.
Die Kraft geht ausschließlich an die Hinterachse. Im Sport-Modus benötigt der BMW 520e 7,9s für den Sprint von 0 auf 100 km/h und erreicht 225 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Im reinen Elektrobetrieb ist bei 140 km/h Schluss. Möglich macht das eine 12 kWh große Batterie, die unter der Rücksitzbank untergebracht ist. Damit sollen laut WLTP 53 km rein elektrisch drin sein.
Das ist zumindest der von BMW homologierte Wert – in der Realität kam ich jedoch „nur“ auf 38 km im E-Modus, bevor das System einen unteren Ladegrenzwert setzte und den Verbrenner zum Nachladen hinzunahm.
Ich hatte ehrlich gesagt etwas mehr erwartet. Allerdings standen nach insgesamt 631 km am Ende 114 km im 100-%-Elektrobetrieb zu Buche – und das noch vor dem Start eines neuen Ladevorgangs. Natürlich hat dabei auch die durch Verzögern und Bremsen zurückgewonnene Energie (und zwar deutlich!) geholfen, diese „grünen“ Kilometer zusammenzubekommen.
Das Nachladen per Verbrenner hat allerdings einen Haken: den Verbrauch. Und genau dort kann ich sagen, dass ich nach diesen 631 km bei einem Mittelwert von 7,1 l/100 km gelandet bin.
Auf der anderen Seite gilt: Mit voller Batterie und im Hybridmodus ist es vergleichsweise leicht, unter 2 l/100 km zu bleiben. Das System wechselt dabei sehr passend – und nebenbei angenehm sanft – zwischen E-Motor und Benziner.
Und wenn der „Elektro-Saft“ leer ist?
Ist der Akku entladen, bleibt der BMW 520e weiterhin ein souveräner Begleiter. Der 2,0-Liter-Turbo-Vierzylinder mit 163 PS zeigt genug Reserven, um die 1910 kg Systemgewicht ohne Mühe zu bewegen.
Ein Plug-in-Hybrid ergibt – in jeder Hinsicht – nur dann wirklich Sinn, wenn man ihn regelmäßig laden kann. Aber glauben Sie mir: Auf den Verbrenner des 520e angewiesen zu sein, ist kein Drama, auch wenn sich das natürlich im Verbrauch widerspiegelt.
Auf der Autobahn, bei Einhaltung der gesetzlichen Limits, liegt der Benzinverbrauch bei rund 7,3 l/100 km. Auf Landstraßen lässt sich, wenn man sich bewusst zurückhält und nicht über 80 km/h geht, relativ einfach unter 6 l/100 km bleiben. Die größte Herausforderung ist das Stop-and-go in der Stadt – dort klettert die Verbrauchsanzeige schnell über 8,5 l/100 km.
Gemeinsam sind sie stärker…
Richtig stimmig wird der BMW 520e dann, wenn Elektromotor, Batterie und Benziner als Team arbeiten. Dann fährt er geschmeidiger, effizienter – und macht mehr Spaß.
Leistung ist über einen breiten Drehzahlbereich jederzeit abrufbar, und stellenweise vergisst man sogar, dass man in einem so großen und schweren Auto sitzt – so spontan ist der „Antritt“, den er liefert.
Damit meine ich: Kräftige Beschleunigungen fallen im 520e stets eindrucksvoll aus. Gleichzeitig überrascht die Kraftentfaltung im Normalbetrieb mit ihrer Progressivität, was das Fahren insgesamt sehr angenehm macht.
Und dabei habe ich die bekannte – und oft gelobte… – 8-Gang-Sportautomatik Steptronic noch nicht einmal erwähnt, die für mich zu den besten Getrieben am Markt gehört. So einfach ist das.
Und in Kurven?
Geradeaus und mit „voller Ladung“ geht der 520e stets sehr überzeugend nach vorn. Aber wie sieht es in Kurven aus? Nun: Es ist ein BMW – allein das bringt dynamische Referenzen mit sich. Und tatsächlich macht er seinen Job gut. Ohne großes Drama, aber eben gut.
In einer engeren, schnelleren Kurvenkombination liefert er, wenn man ihn fordert, eine sehr ordentliche Reaktion. Obwohl die Dämpfung nicht extrem straff abgestimmt ist, erfolgen Richtungswechsel stets bestimmt. Und gibt man vor dem Kurvenausgang etwas früher und etwas mehr Gas, hilft das Heck sogar dabei, schneller herauszubeschleunigen, weil die Front dadurch noch präziser dorthin zeigt, wo sie hin soll.
Auch beim Thema Wankbewegungen gibt es aus meiner Sicht wenig zu kritisieren. Die Massen sind sauber im Griff, und die Balance bleibt jederzeit spürbar.
Vor allem ein Business-Liner
Raffiniert, hochwertig verarbeitet und sehr komfortabel: So lässt sich dieser BMW 520e beschreiben. Er wirkt klar mehr wie ein Business-Liner als wie ein klassischer Familienwagen – insbesondere als Limousine, bei der das Kofferraumvolumen durch die Unterbringung des Batterie-Packs etwas leidet.
Wenn dieser Punkt auch eine Anmerkung wert ist, gilt das nicht für den gebotenen Komfort. Selbst mit 19”-Felgen und montierten Niederquerschnittreifen ist bemerkenswert, wie souverän der 520e über schlechte, wellige Landstraßen „schwebt“.
Dabei geht es nicht nur um die Abstimmung des Fahrwerks, das einen gelungenen Kompromiss aus Komfort und Dynamik bietet.
Ebenso wichtig sind die solide Montagequalität (nichts arbeitet, nichts knarzt) und die gute Dämmung des Innenraums, die unerwünschte Geräusche zuverlässig draußen hält.
Ist das das richtige Auto für Sie?
Dass der BMW 5er im Segment weiterhin eine Referenz ist und dass dieser Antrieb eine sehr ernst zu nehmende Option darstellt, steht für mich außer Frage. Aber ich wiederhole den entscheidenden Punkt: Damit die Betriebskosten unter denen des vergleichbaren Dieselmodells, des 520d, liegen, müssen die Batterien dieses 520e sehr häufig geladen werden.
Nur so lässt sich das Potenzial dieses Plug-in-Hybrid-Konzepts wirklich ausschöpfen, das im gemischten Alltag oder im Stadtverkehr sehr niedrige Verbrauchswerte erreichen kann.
Sind die täglichen Strecken dagegen länger und überwiegend Autobahn, lohnt sich ein genauer Blick auf den 520d. Dort gibt es bereits 48-V-Mildhybridtechnik und zudem die Möglichkeit, den Vierzylinder-Antrieb bis zu 160 km/h vollständig zu deaktivieren – mit gemischten Verbrauchswerten um 5 l/100km.
Das geplante Einsatzprofil (und damit die laufenden Kosten) ist für Privatkundinnen und -kunden noch wichtiger, weil Unternehmen in der Regel direkte Vorteile haben, die die Entscheidung… zugunsten des Plug-in-Hybrids beeinflussen.
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