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Neuer Kia Sportage: Europa-Version der fünften Generation im Detail

Weißer Kia Sportage SUV in einem modernen, hellen Showroom mit großen Fenstern und Bergblick.

Zum ersten Mal in den 28 Jahren, seit es den Kia Sportage gibt, erhält das südkoreanische SUV eine eigene Ausführung speziell für Europa. Die fünfte Generation wurde bereits im Juni vorgestellt, doch erst jetzt zeigt sich der Sportage in seiner „europäischen“ Variante.

Vom globalen Sportage unterscheidet er sich vor allem durch die geringere Länge – besser passend zu europäischen Gegebenheiten. Er ist 85 mm kürzer, was auch zu einem anders gestalteten Heckbereich führt.

Beim Sportage „für Europa“ entfällt das dritte Seitenfenster; stattdessen gibt es eine breitere C-Säule sowie eine überarbeitete Heckschürze. An der Front – geprägt von einer Art „Maske“, die Kühlergrill und Scheinwerfer integriert und von bumerangförmigen Tagfahrleuchten geschnitten wird – bleiben die Änderungen dagegen eher im Detail.

Auch optisch gibt es Neuerungen: Erstmals bietet der Sportage ein schwarzes Dach, das speziell der Ausstattung GT Line vorbehalten ist. Außerdem lässt sich das neue Modell mit Felgen zwischen 17″ und 19″ ausrüsten.

Kürzer, aber in alle Richtungen gewachsen

Obwohl der Kia Sportage „Europa“ kürzer ist als die globale Ausführung, legt er gegenüber seinem Vorgänger bei den Abmessungen insgesamt zu.

Das Modell basiert auf der N3-Plattform der Hyundai Motor Group – derselben Architektur, die etwa auch der „Cousin“ Hyundai Tucson nutzt. Die neuen Außenmaße: 4515 mm Länge, 1865 mm Breite und 1645 mm Höhe. Damit ist er 30 mm länger, 10 mm breiter und 10 mm höher als das auslaufende Modell. Auch der Radstand wächst um 10 mm auf 2680 mm.

Das Plus außen fällt moderat aus, reicht aber für spürbare Verbesserungen im Innenraum. Hervorgehoben werden der größere Kopf- und Knieraum im Fond sowie das Kofferraumvolumen: Es steigt von 503 l auf 591 l und erweitert sich bei umgeklappten Rücksitzen (40:20:40) auf bis zu 1780 l.

Einfluss des EV6

Das dynamischere und ausdrucksstärkere Exterieur folgt der neuen Designphilosophie „Gegensätze vereint“. Parallelen zum Elektroauto EV6 sind erkennbar – etwa an der negativen Fläche, die die Heckklappe formt, oder daran, wie die Schulterlinie nach hinten ansteigt.

Auch im Innenraum ist die EV6-Anlehnung präsent. Der neue Sportage entfernt sich klar vom Vorgänger und setzt auf ein deutlich moderneres, stärker digital geprägtes Layout. Das Armaturenbrett wird von zwei Bildschirmen dominiert: einem Display für das Kombiinstrument und einem Touchscreen für das Infotainment – beide mit 12,3″.

Mit dem Schritt zur Digitalisierung reduziert sich die Zahl der physischen Tasten, auch wenn Kia hier nicht so radikal vorgeht wie andere Anbieter. Auffällig ist zudem der neue Drehregler für die Getriebesteuerung in der Mittelkonsole – erneut in ähnlicher Form wie im EV6.

Neben den Anzeigen wird vor allem die Konnektivität ausgebaut. Der neue Kia Sportage kann künftig Over-the-Air-Updates (Software und Kartenmaterial) empfangen. Zusätzlich lässt sich das System per App über Kia Connect aus der Ferne nutzen, inklusive verschiedener Funktionen wie Navigation oder der Kalenderintegration vom Smartphone.

Hybride im Fokus

Nahezu alle Antriebsvarianten des neuen Kia Sportage verfügen über eine Form der Elektrifizierung. Die Benzin- und Dieselmotoren sind durchgehend als 48-V-Mildhybride (MHEV) ausgelegt. Die wichtigsten Neuzugänge sind ein Vollhybrid (HEV) sowie ein Plug-in-Hybrid (PHEV).

Der Sportage PHEV kombiniert den 1.6 T-GDI-Benziner mit 180 cv mit einem Permanentmagnet-Elektromotor, der 66,9 kW (91 cv) leistet. Daraus ergibt sich eine maximale Systemleistung von 265 cv. Dank der Lithium-Ionen-Polymer-Batterie mit 13,8 kWh soll das Plug-in-Hybrid-SUV eine Reichweite von 60 km erzielen.

Beim Sportage HEV arbeitet ebenfalls der 1.6 T-GDI, jedoch mit einem kleineren Permanentmagnet-Elektromotor von 44,2 kW (60 cv); die kombinierte Maximalleistung liegt bei 230 cv. Die Lithium-Ionen-Polymer-Batterie fällt deutlich kompakter aus: 1,49 kWh. Wie bei dieser Hybridart üblich, ist kein externes Laden erforderlich.

Der 1.6 T-GDI ist außerdem als Mildhybrid (MHEV) mit 150 cv oder 180 cv erhältlich und lässt sich entweder mit einem siebengängigen Doppelkupplungsgetriebe (7DCT) oder einem Sechsgang-Schaltgetriebe kombinieren.

Beim Diesel, dem 1.6 CRDI, stehen 115 cv oder 136 cv zur Wahl. Wie beim 1.6 T-GDI sind 7DCT oder Schaltgetriebe verfügbar; die stärkere Ausführung mit 136 cv ist mit MHEV-Technologie erhältlich.

Neuer Fahrmodus, wenn der Asphalt endet

Zusätzlich zu den neuen Antrieben wurde auch das Fahrverhalten weiterentwickelt – mit einer Abstimmung, die ausdrücklich auf europäische Vorlieben zugeschnitten ist. Neben den bekannten Fahrmodi Comfort, Eco und Sport führt der neue Kia Sportage den Terrain Mode ein. Dieser passt automatisch verschiedene Parameter an unterschiedliche Untergründe an: Schnee, Schlamm und Sand.

Optional sind zudem eine elektronische Dämpferregelung (ECS) verfügbar, die die Dämpfung in Echtzeit kontinuierlich anpasst, sowie Allradantrieb (elektronisch gesteuertes AWD-System).

Wie zu erwarten, verfügt die fünfte Sportage-Generation außerdem über die neuesten Fahrerassistenzsysteme (ADAS), die Kia unter der Bezeichnung DriveWise bündelt.

Wann kommt er?

Der neue Kia Sportage hat Anfang der kommenden Woche seinen ersten öffentlichen Auftritt auf dem Automobilsalon in München, der Verkaufsstart in Portugal ist jedoch erst für das erste Quartal 2022 vorgesehen. Preise wurden bislang nicht genannt.


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