Ende Mai trat Toyota bei den 24 Stunden NAPAC Fuji Super TEC auf dem Fuji Speedway in Japan mit einem besonders auffälligen Corolla an (siehe Aufmacherbild). Das Besondere: Unter der Haube arbeitete ein Verbrennungsmotor, der Wasserstoff statt Benzin als Kraftstoff nutzte.
Dieser Renneinsatz war der erste echte Härtetest („Feuertaufe“) für Toyotas Wasserstoff-Verbrenner. Umso bemerkenswerter ist das Gerücht, dass bereits 2023 eine Serien-Einführung dieser Technik in zwei Modellen möglich sein soll: Prius und Corolla.
Wasserstoff-Verbrennung statt Brennstoffzelle: Abgrenzung zum Toyota Mirai
Wichtig ist die Unterscheidung zur Lösung im Toyota Mirai: Der Mirai ist ein Elektroauto, das seinen Strom in einer Brennstoffzelle erzeugt – aus der chemischen Reaktion von Wasserstoff (in speziellen Tanks gespeichert) mit Sauerstoff.
Beim Prius und Corolla ist laut diesen Informationen hingegen ein klassischer Verbrennungsmotor vorgesehen, der Wasserstoff verbrennt und damit als Alternative zu Benzin dient.
Toyota Prius: 5. Generation und der mögliche Wasserstoff-Ansatz im Plug-in-Hybrid
Die fünfte Generation des Toyota Prius – als erstes in grossem Stil produziertes Hybridmodell – soll Ende 2022 auf den Markt kommen. Erwartet wird, dass Toyota dabei weiterhin am bekannten Konzept aus Benzinmotor plus Elektromotor festhält.
Spannend wird es demnach bei der Plug-in-Hybrid-Version, die für 2023 erwartet wird: Sie soll als erstes Prius-Derivat einen Wasserstoff-Verbrennungsmotor mit Elektromotor kombinieren – ergänzt um eine Batterie, die viele Dutzend Kilometer rein elektrisches Fahren ermöglichen soll. Damit würde Toyota erstmals zwei eigene Technologiepfade in einem Modell zusammenführen: Hybride und Wasserstoff.
Der Informationsstand ist derzeit dünn und muss bestätigt werden. Beim Prius Plug-in-Hybrid lässt sich jedoch – aufgrund seiner eher ökonomischen und ökologischen Ausrichtung – vermuten, dass der Wasserstoff-Verbrennungsmotor leistungsmässig zurückhaltender ausfällt als der 1,6-Liter-Turbodreizylinder (vom GR Yaris abgeleitet), der im Corolla mit der Startnummer 32 beim Langstreckenrennen eingesetzt wurde.
Toyota Corolla: Wasserstoff-Verbrenner nahe am GR-Yaris-Aggregat?
Für einen künftigen Corolla mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor ist gut denkbar, dass Toyota eine Variante des GR-Yaris-Motors entsprechend umarbeitet, sodass er mit Wasserstoff läuft – ähnlich wie bei dem Wettbewerbsfahrzeug, das beim Fuji-Einsatz zu sehen war.
In diese Richtung passt auch, dass für Ende 2022 die Einführung eines GR Corolla als gesichert gilt. Er soll Technik und Allradantrieb vom GR Yaris übernehmen. Vor diesem Hintergrund wäre es naheliegend, eine Ausbaustufe dieses Hot Hatch zu denken, die Wasserstoff als Kraftstoff nutzt.
Die ewige Frage … warum?
Toyota zählt zu den Herstellern, die besonders deutlich die erzwungene und schnelle Abkehr hin zum batterieelektrischen Auto kritisieren – vor allem, wenn dabei andere Technologien ausgeblendet werden, die ebenfalls wesentlich zur Emissionsreduktion und zur CO₂-Neutralität beitragen können. So wird Akio Toyoda, Präsident von Toyota, in diesem Zusammenhang angeführt.
Toyota richtet sich demnach nicht grundsätzlich gegen Elektroautos, sondern gegen die Sichtweise, dass der Weg ausschliesslich über Batterie-Elektrofahrzeuge führen müsse.
Stattdessen spricht sich das Unternehmen für einen technologieoffenen Mix aus, um ein ausgewogeneres Zusammenspiel verschiedener Antriebskonzepte zu erreichen: Hybride, Plug-in-Hybride, Batterie-Elektroautos, Brennstoffzellen-Elektroautos – und nun auch Wasserstoff-Verbrennungsmotoren.
Quelle: Forbes.
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