Alfaholics braucht kaum noch vorgestellt zu werden – und der Spider-R liefert erneut einen klaren Beleg für die handwerkliche und technische Qualität der Briten.
Es ist zudem nicht das erste Mal, dass wir über Alfaholics sprechen: Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, klassische Alfa Romeo in kompromisslose Asphaltfresser zu verwandeln – genau das, was man heute als Restomod bezeichnet.
Den Durchbruch schaffte Alfaholics mit dem GTA-R: eine besonders radikale – und wohl endgültige – Interpretation des ersten Giulia GTA (1965). Das Rezept: möglichst wenig Gewicht, deutlich mehr Leistung sowie moderne Technik und Werkstoffe.
Der Spider-R wirkt im Vergleich zum GTA-R nicht ganz so „intensiv“, bleibt aber dennoch eine extreme Auslegung des klassischen Alfa Romeo Spider. Aus dem eleganten Roadster wird ein Auto, das jedes Track-Day-Programm ernsthaft mitgehen kann.
Restomod von Alfaholics: Vom Alfa Romeo Spider zum Spider-R
Vom Ausgangsfahrzeug scheint kaum etwas übrig zu sein. Basis war ein Spider der zweiten Generation – erkennbar am Heck im Stil der coda tronca. Doch Alfaholics hat hier offensichtlich nichts dem Zufall überlassen: Der Spider-R wurde ursprünglich 2011 aufgebaut und anschließend 2013, 2014 und 2015 nochmals überarbeitet und weiter verbessert.
Mehr Leistung und … Steifigkeit
Den größten Fokus legte Alfaholics auf Antrieb und Fahrwerk: Genau dort musste der Spider-R die Performance und die Stabilität bekommen, die für den Einsatz auf der Rennstrecke erforderlich sind.
2.0 Twin Spark, Kühlung und Getriebe
Der Originalmotor wich einem deutlich moderneren 2,0-Liter-Vierzylinder-Reihenmotor mit Twin Spark, der konsequent auf 220 PS gebracht wurde. Das liegt klar über den 131 PS des stärksten Spider coda tronca, den es ab Werk gab. Für Alfaholics reicht das sogar für die Aussage, es handle sich um den schnellsten Spider der Welt.
Damit die Leistung auch bei Belastung „frisch“ bleibt, erhielt der Spider-R einen neuen Aluminiumkühler, dessen Lüfter über die ECU gesteuert wird. Auch der Kraftstofftank wurde geändert: Er sitzt nun im Kofferraum, besteht ebenfalls aus Aluminium und ist innen mit Schaum ausgekleidet.
Passend zum klaren Track-Fokus fällt auch der Antriebsstrang aus: Verbaut ist ein sequenzielles Sechsganggetriebe. An der Hinterachse arbeitet außerdem ein Motorsport-Sperrdifferenzial.
Karosserie-Verstärkung, Fahrwerk und Bremsen
Mit dem deutlichen Leistungsplus und den bei dieser Karosserieform wenig schmeichelhaften Werten bei Torsions- und Biegesteifigkeit – erst recht bei einem Exemplar mit rund einem halben Jahrhundert auf dem Buckel – stand auch die Struktur im Pflichtenheft. Alfaholics restaurierte die Karosserie und verstärkte sie mit T45-Rohren, was die strukturelle Steifigkeit des Spider spürbar anhebt. Motorhaube und Kofferraumdeckel bestehen nun aus Glasfaser.
Damit die zusätzliche Leistung kontrollierbar bleibt, kommt ein Fahrwerkslayout zum Einsatz, das aus dem GTA-R entwickelt wurde – inklusive einstellbarer Aluminiumdämpfer. Ebenfalls vom GTA-R übernommen wurde die Bremsanlage mit Sechskolben-Sätteln.
Er kommt unter den Hammer
Dieses Exemplar mit der Nummer 007 des Alfaholics Spider-R soll in Kürze über Collecting Cars verkauft werden. Bislang hatte der Wagen nur einen Besitzer. Seit einer vollständigen Motorüberholung im Jahr 2015 – dabei wurden zum Beispiel neue geschmiedete Kolben verbaut – hat er gerade einmal 80 km zurückgelegt.
Der Verkauf erfolgt einzig, weil der aktuelle Eigentümer künftig mit moderneren Rennfahrzeugen fahren möchte und dafür Kapital freimachen will.
Einen konkreten Verkaufspreis für den Alfaholics Spider-R gibt es noch nicht. Der britische Spezialist betont jedoch: Würde man heute ein Fahrzeug mit identischen Spezifikationen aufbauen, läge der Preis bei rund 145.000 Euro – zuzüglich Mehrwertsteuer.
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