Keine vier Wochen nachdem Guilherme Costa in Belgien den neuen Toyota Yaris Cross angeschaut und ausprobiert hatte, steht das B-SUV der japanischen Marke bereits bei uns im Land.
Bei diesem ersten Kontakt auf heimischem Asphalt ging es für mich mit dem Yaris Cross von Lissabon nach Óbidos – eine Strecke mit überwiegend Autobahn, dazu einige stärker wellige und kurvige Nebenstraßen und sogar ein unbeabsichtigter Abstecher auf einen festgefahrenen Feldweg.
Wer den neuen B-SUV von Toyota noch nicht kennt, sollte sich (noch einmal) das Video ansehen, in dem Guilherme uns durch die wichtigsten Neuerungen und zentralen Merkmale führt:
„Du kannst dir einen aussuchen – solange er goldfarben ist“
Zum ersten Mal in über 20 Jahren Yaris-Geschichte gibt es einen Crossover/SUV – und gefühlt waren bei der nationalen Präsentation alle… goldfarben. Nur ein Scherz… Natürlich stehen weitere Lackierungen zur Wahl, doch die für die Präsentation verfügbaren Yaris Cross waren ausnahmslos in Dourado Excellence lackiert, kombiniert mit einem kontrastierenden Dachton Night Sky.
Hinzu kommt: Es handelte sich durchweg um die Sonderedition zum Marktstart, die Premier Edition (ab 33 195 Euro). Das ist die am umfangreichsten ausgestattete und zugleich teuerste Ausführung – inklusive der größeren 18″-Räder, die den robusten, muskulösen Auftritt des kompakten B-SUV zusätzlich betonen. Die Statur erinnert fast an eine Bulldogge: ausgeprägte Kotflügel, „kräftige Pfoten“ und eine eher senkrecht stehende Front prägen diesen Eindruck.
Die im Vergleich zum Yaris gewachsenen Abmessungen machen sich im Innenraum bemerkbar. Trotz identischem Radstand von 2,56 m bietet der Yaris Cross spürbar mehr Platz – vor allem die Fondpassagiere profitieren, sowohl beim Einstieg in die zweite Reihe als auch bei Bein- und Kopffreiheit.
Dennoch bleibt der Yaris Cross bei den Innenraummaßen hinter manchen Wettbewerbern im Segment. Der Kofferraum mit 390 l steht dagegen sehr gut da und liegt auf einem Niveau, das man eher bei kleinen Familienfahrzeugen aus der nächsthöheren Klasse erwartet.
Am Steuer
Auf dem Fahrersitz sitzt man – wie bei einem SUV üblich – etwas höher, und das Ambiente wirkt vertraut: Das Interieur ist in weiten Teilen nahezu komplett vom Yaris übernommen. Eine passende Sitzposition ist schnell gefunden, denn sowohl Sitz als auch Lenkrad bieten einen großzügigen Verstellbereich.
Pluspunkt: das Lenkrad mit kleinem Durchmesser und dünnem Kranz, das angenehm in der Hand liegt (lederbezogen). Die Lenkung ist leichtgängig (für meinen Geschmack etwas zu leicht), macht den Yaris Cross aber in der Stadt sehr unkompliziert. Zudem reagiert sie direkt, unterstützt von einer Vorderachse, die sauber und willig auf Inputs anspricht.
Trotz der größeren Bodenfreiheit gegenüber dem Yaris – plus 25 mm, insgesamt 160 mm – sowie der größeren Außenmaße und des Mehrgewichts (plus 185 kg) bleibt das Fahrverhalten präzise und sicher. Dazu kommt eine erfreuliche Agilität, ohne dass die Karosserie übermäßig ins Wanken gerät. Er macht zwar nicht so viel „Spaßprogramm“ wie ein Ford Puma, doch langweilig ist die Fahrt keineswegs.
Dieser stimmige Dynamik-Eindruck scheint auch durch straffer abgestimmte Dämpfer als beim Yaris erkauft zu sein, um die zusätzliche Bodenfreiheit zu kompensieren. Das straffere Setup bedeutet allerdings nicht, dass der Wagen unkomfortabel wäre – dennoch erreicht er nicht ganz das Niveau mancher Rivalen, insbesondere aus Frankreich.
Spannend wäre ein Vergleich mit einem Yaris Cross auf 17″-Felgen, also mit höherer Reifenflanke, um besser einschätzen zu können, wie stark die 18″-Räder die Abrollqualität beeinflussen. Das wird sich bei einer nächsten, hoffentlich baldigen Gelegenheit klären lassen.
Wenn es einen klaren Kritikpunkt gibt, dann ist es die Geräuschdämmung. Auf der Autobahn bei hohen Reisegeschwindigkeiten verursachen die Außenspiegel spürbare Windgeräusche, und der Verbrenner ist deutlich hörbar – vor allem dann, wenn „Leistung gefragt ist“ und man stärker beschleunigt.
Dazu trägt auch das Getriebe bei, das sich in seinen Eigenschaften wie ein CVT anfühlt (auch wenn es technisch keines ist). Heißt: Tritt man das Gaspedal entschlossener, um kräftiger zu beschleunigen, hält die Übersetzung den Motor in höheren Drehzahlen, ohne dass die tatsächliche Geschwindigkeitszunahme im gleichen Maß folgt. Das führt zu mehr Geräusch und weniger Wohlgefühl. Immerhin: Es ist besser als früher…
Wie effizient das Hybrid-System (Verbrenner + E-Motor + e-CVT) arbeitet, zeigte der Bordcomputer nach der Ankunft in Óbidos: 5,7 l/100 km – auf einer Strecke mit viel Autobahn und einigen Nebenstraßen, die in zügigem Tempo gefahren wurden – gar nicht schlecht…
Die Gesamtleistung wirkt im Gegenzug eher zurückhaltend. Für den Alltag in Stadt und Vororten reicht sie mehr als aus – dort übernimmt der E-Motor oft die Hauptrolle und ermöglicht Verbräuche unter fünf Litern. Auf freier Strecke wären jedoch ein paar Extra-PS über die vorhandenen 116 PS hinaus sehr willkommen.
In Portugal
Der Toyota Yaris Cross wird in Portugal mit zwei Motorisierungen angeboten, wobei der Fokus erwartungsgemäß auf der Hybridvariante 1.5 Hybrid Dynamic Force liegt. Sie kombiniert einen 1,5-l-Dreizylinder mit 92 PS mit einem Elektromotor mit 80 PS und kommt auf eine maximale Systemleistung von 116 PS – die Rechnung geht nicht auf? Findet heraus, warum…
Als zweite Option gibt es einen reinen Benziner: eine andere Ausbaustufe desselben 1,5, hier mit 120 PS, gekoppelt an ein manuelles Sechsganggetriebe. Sie macht den Yaris Cross zwar günstiger, ist jedoch ausschließlich auf Bestellung verfügbar.
Die Motoren lassen sich mit fünf Ausstattungslinien kombinieren – Comfort, Comfort Plus, Exclusive, Square Collection und Luxury – plus der zusätzlichen Sonderserie zum Start, der Premier Edition, die ich gefahren bin.
Serienmäßig in allen Versionen ist Toyota Safety Sense 2 an Bord. Das Paket bündelt umfangreiche Sicherheitsfunktionen – der Yaris Cross erzielte fünf Sterne in den Euro-NCAP-Tests – und umfasst unter anderem: ein Pre-Collision-System (Fußgänger- und Radfahrererkennung am Tag, Fußgängererkennung bei Nacht, Kreuzungsassistent beim Annähern an Fußgänger und beim Abbiegen), Spurverlassenswarnung mit Assistenz, adaptiven Tempomat oder automatische Fernlichtfunktion.
Was kostet er?
Toyotas zentrale Karte beim Yaris Cross ist der 1.5 Hybrid Dynamic Force: Er startet bei 24 796 Euro. Die nicht-hybride Variante, die nur per Bestellung erhältlich ist, beginnt bei 22 596 Euro.
| Toyota Yaris Cross | |
|---|---|
| Version | Preis |
| 1.5 Hybrid Dynamic Force Comfort | 24 795,96 € |
| 1.5 VVT-i Comfort | 22 595,96 € |
| 1.5 Hybrid Dynamic Force Comfort Plus | 26 195,96 € |
| 1.5 VVT-i Comfort Plus | 23 995,96 € |
| 1.5 Hybrid Dynamic Force Exclusive | 27 895,96 € |
| 1.5 VVT-i Exclusive | 25 695,96 € |
| 1.5 Hybrid Dynamic Force SQUARE Collection | 29 195,96 € |
| 1.5 Hybrid Dynamic Force Luxury | 30 495,96 € |
| 1.5 Hybrid Dynamic Force Premier Edition | 33 195,96 € |
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