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Volvo P1800: 60. Jubiläum im Jahr 2021

Weißer klassischer Volvo P1800 Oldtimer im modernen Ausstellungsraum mit beleuchtetem Hintergrund.

Für viele gilt er als das ikonischste Modell von Volvo: Der P1800, ein Coupé mit deutlich italienisch geprägter Linie, entworfen vom schwedischen Designer Pelle Petterson, feiert in diesem Jahr (2021) seinen 60. Geburtstag.

Seine Geschichte beginnt 1961 – mit der Markteinführung des eleganten schwedischen Coupés, das in seinen ersten Jahren jedoch eine ganz klar britische Komponente hatte. Der Grund: Volvo verfügte damals nicht über die Kapazitäten, den P1800 aus eigener Kraft zu fertigen.

Deshalb lief die Produktion in den Anfangsjahren im Vereinigten Königreich: Das Chassis wurde in Schottland hergestellt, die Endmontage erfolgte in England.

Erst 1963 gelang es Volvo, die Montage des P1800 nach Hause zu holen – nach Göteborg in Schweden. Sechs Jahre später, 1969, wurde auch die Chassis-Fertigung verlegt, und zwar nach Olofström, ebenfalls in Schweden.

Technisch basierte der P1800 auf der Plattform des Volvo 121/122S. Angetrieben wurde er zunächst von einem 1,8-Liter-Vierzylinder namens B18, der anfangs 100 PS leistete. Später stieg die Leistung auf 108 PS, 115 PS und schließlich 120 PS.

Doch beim P1800 blieb es nicht beim B18, dessen Hubraum von 1800 cm³ dem Coupé seinen Namen gab. 1968 ersetzte Volvo den B18 durch den größeren B20 mit 2000 cm³ und 118 PS – am Modellnamen des Coupés änderte sich dennoch nichts.

Produktion endete 1973

So sehr das Coupé begeisterte: 1971 überraschte Volvo die Öffentlichkeit mit einer neuen P1800-Variante, dem ES, der mit einem komplett neu gestalteten Heck auftrat.

Im Vergleich zum „konventionellen“ P1800 sind die Unterschiede unübersehbar: Das Dach wurde nach hinten horizontal verlängert, und die Silhouette rückte optisch in Richtung eines Shooting Brake. Das sorgte für mehr Ladevolumen. Gebaut wurde diese Ausführung nur zwei Jahre lang, von 1972 bis 1973, und besonders auf der anderen Seite des Atlantiks fand sie großen Anklang.

Mit dem Auslaufen des P1800 ES endete zugleich die Produktion dieses historischen Automobils. Die Gründe dafür? Ausgerechnet ein Thema, das Volvo besonders am Herzen liegt: Sicherheit.

Neue, strengere Vorgaben auf dem US-Markt hätten weitreichende und kostspielige Anpassungen erfordert – wie Volvo selbst erläutert: „Die strengeren Sicherheitsanforderungen auf dem nordamerikanischen Markt würden seine Herstellung zu teuer machen, um zu versuchen, sie zu erfüllen“.

Weltweite Bekanntheit durch die Serie „Der Heilige“

Internationalen Ruhm erlangte der Volvo P1800 auch abseits der Straße: Als Star auf dem „kleinen Bildschirm“ wurde er durch die Fernsehserie „Der Heilige“, die in den 1960er-Jahren für Aufsehen sorgte.

Der in Perlmuttweiß gehaltene P1800 S aus der Serie war das Auto der Hauptfigur Simon Templar, gespielt vom unvergessenen Roger Moore.

Dieser P1800 S, im November 1966 im Volvo-Werk Torslanda in Göteborg (Schweden) gefertigt, war unter anderem mit „Minilite-Rädern, Hella-Nebelscheinwerfern und einem Holzlenkrad“ ausgestattet.

Auch im Innenraum zeigte er besondere Details – etwa ein Thermometer im Armaturenbrett sowie einen Ventilator im Innenraum, der die Schauspieler während der Dreharbeiten abkühlen sollte.

Abseits der Kameras wurde Roger Moore schließlich sogar zum ersten Besitzer dieses Fahrzeugs. Sein Londoner Kennzeichen „NUV 648E“ wurde am 20. Januar 1967 registriert.

In der Serie „Der Heilige“ trug das Auto die Kennzeichen „ST 1“ und hatte seinen ersten Auftritt in der Episode „A Double in Diamonds“, die im Februar 1967 gedreht wurde. Bis zum Serienende 1969 blieb es das Fahrzeug der Hauptfigur.

Roger Moore verkaufte das Auto Jahre später an den Schauspieler Martin Benson, der es eine Zeit lang bewahrte, bevor er es erneut weiterverkaufte. Heute gehört es Volvo Cars.

Mehr als 5 Millionen Kilometer…

Wer bis hierher gelesen hat, dürfte bereits ahnen, warum der P1800 einen so besonderen Ruf genießt. Doch die eindrucksvollste Geschichte dieses schwedischen Klassikers kommt zum Schluss.

Irv Gordon, ein US-amerikanischer Naturwissenschaftslehrer, der vor drei Jahren verstarb, schaffte es mit seinem roten Volvo P1800 ins Guinness Book of World Records: Er stellte den Weltrekord für die größte von einem einzigen Besitzer zurückgelegte Strecke in einem nicht-kommerziell genutzten Fahrzeug auf.

Zwischen 1966 und 2018 legte dieser Volvo P1800 – der noch immer Motor und Getriebe im Originalzustand besitzt – „mehr als fünf Millionen Kilometer (…) zurück, eine Strecke von mehr als 127 Erdumrundungen oder sechs Reisen zum Mond“.

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