Er steht nicht in der Straßenverkehrsordnung, wirkt aber vielversprechend: Hier erklären wir, was hinter der Markierung steckt, die den Namen „Drachenzähne“ trägt – und die in Spanien bereits auf vielen Straßen zu sehen ist.
Die Verkehrssicherheit ist für Behörden ein zentrales Thema, besonders in Städten, wo Fussgänger, Radfahrende und Autofahrende denselben Raum nutzen. Um das Risiko in sensiblen Bereichen zu senken, setzt Spanien auf eine ungewöhnliche Lösung namens „Drachenzähne“. Diese Bodenmarkierung, benannt nach ihrer markanten Form, soll die Geschwindigkeit von Fahrzeugen in kritischen Zonen auf natürliche Weise reduzieren.
Un effet d’optique
Wie die „Drachenzähne“ per optischem Trick wirken
Das Grundprinzip der „Drachenzähne“ basiert auf einem cleveren optischen Effekt. Auf beiden Fahrbahnrändern werden grosse weisse Dreiecke aufgebracht, die den Eindruck erwecken, die Fahrspur werde enger. Diese visuelle Täuschung führt dazu, dass viele Fahrende instinktiv vom Gas gehen – ohne dass zusätzliche Tempolimit-Schilder oder physische Bremsschwellen nötig wären. Die Dreiecke sind paarweise angeordnet, meist 9 oder 17 Paare, wobei die Abmessungen je nach Strassenführung variieren.
Diese Idee passt in eine lange Entwicklungslinie der Verkehrsbeschilderung und -markierung. Über die Jahrzehnte wurden Massnahmen immer wieder weiterentwickelt, um auf neue Anforderungen in der Sicherheit zu reagieren – insbesondere rund um das Thema Geschwindigkeit. Von einfachen Schildern bis hin zu hochentwickelten Radarsystemen: Jede Innovation verfolgt das Ziel, alle Verkehrsteilnehmenden besser zu schützen. Die Drachenzähne markieren dabei einen weiteren Schritt in dieser Entwicklung – und diese Markierung könnte demnächst auch in Frankreich auftauchen.
Expérimentations en Espagne
Erste Tests und zusätzliche Markierungen vor Zebrastreifen
In mehreren spanischen Städten haben die Behörden bereits Pilotversuche gestartet, und die ersten Ergebnisse gelten als ermutigend. Um die Wirkung zusätzlich zu verstärken, wurden vor Fussgängerüberwegen ausserdem Zickzack-Muster auf die Fahrbahn gesetzt, die Autofahrende frühzeitig zum Abbremsen bewegen sollen.
Angesichts dieser positiven Rückmeldungen schauen sich auch andere europäische Länder das Konzept der Drachenzähne zunehmend genauer an. In Frankreich etwa erwägen die für Verkehrssicherheit zuständigen Stellen, diese Markierung auf bestimmten nationalen Stadtstrassen zu testen. Ob es dazu kommt, hängt von den vollständigen Resultaten der spanischen Erprobungen ab – das Interesse ist jedoch deutlich spürbar, auch wenn es derzeit noch keinen Terminplan gibt.
Sollten sich die Vorteile langfristig weiter bestätigen, dürfte sich diese Innovation schrittweise in Europa verbreiten. Die Drachenzähne könnten dann in den kommenden Jahren zu einem vertrauten Bestandteil des städtischen Strassenbilds werden. Der Ansatz, der auf Wahrnehmungspsychologie setzt, bietet damit eine interessante Alternative zu klassischen Methoden der Verkehrsberuhigung.
Neben der Wirkung spricht auch der Aufwand dafür: Diese Art Markierung ist im Vergleich zu Massnahmen wie Radaranlagen relativ günstig in der Umsetzung und im Unterhalt. Zudem behindert sie – anders als manche baulichen Lösungen wie Bodenschwellen – weder Einsatzfahrzeuge noch den öffentlichen Verkehr. Fortsetzung folgt.
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